Bemaßte Ansichten in Ludwigshafen am Rhein — von der Wiederaufbaufassade bis zum umgenutzten Turmbau
Eine Bauzeichnung für Ludwigshafen besteht immer aus einem koordinierten Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht – doch anders als in vielen historisch gewachsenen deutschen Städten spielt der Denkmalschutz bei der Ansicht hier eine vergleichsweise kleine Rolle. Weil Schätzungen zufolge zwischen 70 und 90 Prozent der Innenstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, prägen überwiegend nüchtern-funktionale Wiederaufbaufassaden der 1950er- und 1960er-Jahre das Stadtbild – mit klaren, sich wiederholenden Fensterrastern statt aufwendiger Stuckgliederung. Interessanter wird die Ansicht dort, wo ein Gebäude ursprünglich für einen ganz anderen Zweck gebaut wurde: Der 1942 als Bunker errichtete, später zum Wasserturm und schließlich zum Kulturzentrum umgebaute Turm in Hemshof zeigt mit seinem achteckigen Grundriss und den massiven Betonwänden eine Fassade, die keiner gewöhnlichen Wohnhaustypologie folgt. Eine bemaßte Ansicht muss beide Welten gleichermaßen präzise erfassen können.
- Was eine Ansicht für Ludwigshafen zeigen muss
- Neubau oder Bestandsfassade – zwei Ausgangslagen
- Was zu einer vollständigen Ansicht in Ludwigshafen gehört
- Bemaßte Ansichten in Ludwigshafen – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihre Ansicht für Ludwigshafen
- Was den Aufwand einer Ansicht in Ludwigshafen beeinflusst
Was eine Ansicht für Ludwigshafen zeigen muss
Die BauuntPrüfVO stellt an Ansichten dieselben Grundanforderungen wie an andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der äußeren Erscheinung des Gebäudes:
- Maßstab: mindestens 1:50, mit vollständiger Bemaßung von Höhen und Öffnungen auf jeder dargestellten Fassadenseite.
- Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Ansichten heißt das in der Praxis: Fassadenmaterial, Farbgebung und Fensterteilung, sobald sie für die Beurteilung des Vorhabens relevant sind.
- Bei technisch geprägten Altbauten mit ungewöhnlicher Geometrie genügt eine reine Maßangabe selten – die Ansicht muss zusätzlich erkennen lassen, wie sich neue Öffnungen in eine massive, oft nicht rechtwinklige Bestandskonstruktion einfügen.
In vielen deutschen Städten prüft bei der Ansicht zuerst die Denkmalschutzbehörde mit, ob sich ein Eingriff in ein historisch gewachsenes Straßen- oder Platzbild einfügt. In Ludwigshafen stellt sich diese Frage seltener, weil der überwiegende Teil der Bausubstanz erst nach der schweren Kriegszerstörung der Innenstadt entstand und damit gar nicht zu den geschützten Ensembles zählt, wie sie in weniger zerstörten Städten üblich sind. Die eigentliche gestalterische Prüfung verschiebt sich dadurch: Bei einem Eingriff in eine Wiederaufbaufassade geht es meist darum, ob die für den Bestand typische, regelmäßige Fensterrasterung gestört wird, nicht um den Schutz eines Einzeldenkmals. Bei technisch geprägten Sonderbauten wie dem Hemshofer Turmbau mit seinem achteckigen Grundriss stellt sich dagegen eine ganz andere Frage: Wie lässt sich eine für Wohn- oder Kulturzwecke völlig untypische Fassadengeometrie überhaupt maßgenau und nachvollziehbar zeichnen?
Neubau oder Bestandsfassade – zwei Ausgangslagen
Ob eine Ansicht komplett neu entsteht oder eine bestehende Fassade dokumentiert, wirkt sich in Ludwigshafen unmittelbar auf die Vorarbeit aus:
Neubau: alle Seiten aus einer durchgeplanten Fassade
Für Vorhaben im Bereich der Neuordnung der Innenstadt entstehen die Ansichten aller Fassadenseiten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus einer Planung – eine Bestandsaufnahme entfällt.
Bestand: Aufmaß der betroffenen Fassade
Bei einem Eingriff in eine bestehende Wiederaufbaufassade oder einen technisch geprägten Altbau braucht es zunächst ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Seite, damit sich zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden lassen.
Was zu einer vollständigen Ansicht in Ludwigshafen gehört
Eine einzelne Fassadenzeichnung reicht selten – gefragt ist ein auf Grundriss und Schnitt abgestimmter Satz:
- Ansichten aller betroffenen Fassadenseiten
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:50, mit Höhen, Öffnungen und, wo relevant, Material- und Farbangaben.
- Abgestimmter Grundriss und Schnitt
Damit Maße, Geschosshöhen und Öffnungspositionen zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei bleiben.
- Diagonalmaße bei unregelmäßiger Geometrie
Bei technisch geprägten Altbauten mit nicht rechtwinkliger oder achteckiger Grundform helfen zusätzliche Diagonalmaße, die tatsächliche Fassadenform zuverlässig zu erfassen.
Bemaßte Ansichten in Ludwigshafen – Beispiele aus der Praxis
Fenstertausch an einem Wiederaufbau-Mehrfamilienhaus
Die Ansicht zeigt die neuen Fensteröffnungen im Vergleich zum bestehenden, regelmäßigen Raster der Fassade – Grundlage für die Prüfung, ob der Eingriff das Erscheinungsbild wesentlich verändert.
Balkonanbau an einem 1950er-Jahre-Gebäude
Die Ansicht zeigt, wie sich der neue Balkon in die schlichte, funktionale Fassadengliederung einfügt – anders als bei einer aufwendig gegliederten Altbaufassade eine vergleichsweise unkomplizierte Prüfung.
Neubauriegel im Bereich der Neuordnung der Innenstadt
Für einen Neubau entstehen alle Fassadenseiten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus derselben Planung, durchgängig im Maßstab mindestens 1:50.
Fassadensanierung am Hemshofer Turmbau
Die achteckige Fassade mit ihren massiven Betonwänden verlangt eine eigene, sorgfältig vermessene Darstellung, weil sie keiner gewöhnlichen Gebäudetypologie folgt.
So entsteht Ihre Ansicht für Ludwigshafen
Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:
- Betroffene Fassadenseiten klären
Welche Seiten sind vom Vorhaben überhaupt sichtbar betroffen?
- Gebäudetyp einordnen
Schlichte Wiederaufbaufassade oder technisch geprägter Sonderbau – davon hängt ab, welche Detailtiefe zu Material und Geometrie nötig ist.
- Aufmaß oder Bauakte als Grundlage
Bestehende Bauakte oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassade als Ausgangspunkt für die bemaßte Zeichnung.
- Ansicht bemaßt erstellen und abgleichen
Im Maßstab mindestens 1:50, mit allen Pflichtangaben der BauuntPrüfVO und in Übereinstimmung mit Grundriss und Schnitt.
- Für den Bereich Bauaufsicht zusammenstellen
Digital aufbereitet für die Einreichung als Teil des vollständigen Plansatzes.
Was den Aufwand einer Ansicht in Ludwigshafen beeinflusst
Ein pauschaler Aufwand lässt sich für eine Ansicht nicht seriös nennen. Diese Faktoren spielen eine Rolle:
- Zahl der betroffenen Fassadenseiten
Eine einzelne Straßenansicht ist schneller erstellt als mehrere Seiten bei einem freistehenden Gebäude.
- Regelmäßigkeit der Fassadengeometrie
Eine schlichte, rechtwinklige Wiederaufbaufassade lässt sich rascher erfassen als eine technisch geprägte, unregelmäßig geformte Bestandsfassade.
- Neubau oder Bestandsfassade
Eine Ansicht aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer unklaren Bestandsfassade.
- Zustand vorhandener Bauakten
Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Ansicht entstehen kann.
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