Grundrisse in Leverkusen — von der Gartenstadt-Siedlung bis zum Opladener Vorkriegsbestand
Wer für eine Leverkusener Immobilie einen Grundriss braucht, profitiert zunächst von einer einfachen Ausgangslage: Der Fachbereich 63 führt als einzige Bauaufsichtsbehörde die Bauakten für das gesamte kreisfreie Stadtgebiet, unabhängig vom Stadtteil. Wie verwertbar eine gefundene Akte tatsächlich ist, hängt dagegen stark von der wechselvollen Geschichte der Stadt ab. Häuser in den denkmalgeschützten Bayer-Werkssiedlungen von Wiesdorf wurden zwischen 1895 und 1925 nach den Grundsätzen der Gartenstadtbewegung errichtet und seither vielfach individuell verändert. Und für Gebäude in Opladen, Bergisch Neukirchen oder Hitdorf, die erst 1975 zu Leverkusen kamen, kann die älteste Bauunterlage aus der Zeit stammen, als diese Orte noch eigenständige Gemeinden mit eigener Bauverwaltung waren – ein Umstand, der bei der Suche nach einem alten Plan leicht übersehen wird.
- Wann Sie in Leverkusen einen neuen Grundriss brauchen
- Woher Ihr Leverkusener Grundriss stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Leverkusener Grundriss hilfreich sind
- Grundrisse in Leverkusen – Beispiele aus der Praxis
- So läuft Ihr Grundriss in Leverkusen ab
- Was den Aufwand eines Grundrisses in Leverkusen beeinflusst
Wann Sie in Leverkusen einen neuen Grundriss brauchen
Ein Grundriss ist in Leverkusen keine genehmigungspflichtige Leistung, aber in mehreren wiederkehrenden Situationen unverzichtbar:
- Verkauf und Finanzierung: Bank und Notar verlangen einen aktuellen, bemaßten Plan – ein jahrzehntealter Bauakten-Auszug reicht selten, wenn seither umgebaut wurde.
- Fehlende oder unvollständige Bauakte: Gerade bei Häusern in den vor 1975 eigenständigen Gemeinden Opladen, Bergisch Neukirchen und Hitdorf ist nicht immer auf Anhieb klar, welche Stelle die älteste Unterlage überhaupt verwahrt.
- Denkmalgeschützte Gartenstadt-Häuser: Für die Bayer-Werkssiedlungen in Wiesdorf braucht ein aktueller Grundriss oft zusätzlich den Abgleich mit dem ursprünglichen, historischen Zuschnitt.
- Teilungserklärung und Aufteilungsplan: Wer eine Immobilie in Wohnungs- und Teileigentum aufteilen will, braucht einen maßstäblichen Aufteilungsplan als Grundlage der Abgeschlossenheitsbescheinigung.
Die zwischen 1895 und 1925 für Bayer-Beschäftigte errichteten Werkssiedlungen in Wiesdorf – Kolonie II („Anna“), an der maßgeblich das Essener Architekturbüro Georg Metzendorf beteiligt war, Kolonie III („Johanna“) und die Kolonie Eigenheim – folgten den Prinzipien der Gartenstadtbewegung: kleinteilige, oft giebelständige Häuser mit eigenem Garten statt einer durchgehenden Blockrandbebauung. Über die Jahrzehnte wurden einzelne Häuser individuell erweitert, Dachgeschosse ausgebaut oder Grundrisse verändert, ohne dass jede dieser Maßnahmen in einer durchgehend fortgeschriebenen Bauakte aufscheint. Wer einen aktuellen Grundriss für eines dieser Häuser braucht, kommt deshalb selten allein mit dem historischen Ursprungsplan aus.
Woher Ihr Leverkusener Grundriss stammt
Je nach Gebäude und Datenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der Bauakte des Fachbereichs 63
Existiert eine verwertbare Bauakte und stimmt sie mit dem heutigen Bestand überein, lässt sich der Grundriss daraus ableiten und bei Bedarf neu bemaßen – zuständig ist unabhängig vom Stadtteil eine einzige städtische Stelle.
Per Aufmaß vor Ort
Fehlt die Bauakte, zeigt sie nur den ursprünglichen Gartenstadt-Zuschnitt einer Bayer-Werkssiedlung ohne spätere Umbauten, oder ist die älteste Unterlage eines vor 1975 eigenständigen Ortsteils gar nicht erst beim Fachbereich 63 auffindbar, wird das Gebäude direkt vermessen.
Aus vorhandenen digitalen Plänen
Bei jüngeren Neubauten liegen die Bauunterlagen in der Regel von Beginn an digital vor und lassen sich direkt für die Grundrisserstellung weiterverwenden.
Welche Unterlagen für Ihren Leverkusener Grundriss hilfreich sind
Je nachdem, welcher Weg zum Ziel führt, sind unterschiedliche Unterlagen relevant:
- Bauakte mit Eigentumsnachweis
Für die Akteneinsicht beim Fachbereich 63 wird üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis verlangt, bei Beauftragung durch Dritte zusätzlich eine Vollmacht.
- Vorhandene alte Pläne oder Skizzen
Selbst unvollständige oder veraltete Pläne sind als Ausgangspunkt hilfreich, etwa um die ursprüngliche Raumaufteilung eines Gartenstadt-Hauses nachzuvollziehen, bevor vor Ort nachgemessen wird.
- Angaben zum Baujahr im Verhältnis zur Eingemeindung
Wer weiß, ob sein Haus in Opladen, Bergisch Neukirchen oder Hitdorf vor oder nach 1975 errichtet wurde, kann die Suche nach der ältesten Unterlage gezielter ansetzen.
- Teilungserklärung und Aufteilungsplan
Bei Eigentumswohnungen zeigt der bestehende Aufteilungsplan, welche Räume zum Sondereigentum gehören.
Grundrisse in Leverkusen – Beispiele aus der Praxis
Reihenhaus in der Bayer-Siedlung Kolonie II („Anna“) mit mehreren Umbauten
Die Bauakte zeigt den ursprünglichen Gartenstadt-Grundriss aus der Errichtungszeit, während das Haus seither erweitert wurde. Ein Aufmaß vor Ort erfasst den tatsächlichen, heutigen Zuschnitt.
Fachwerk- oder Vorkriegshaus im alten Ortskern von Opladen
Weil Opladen erst 1975 zu Leverkusen kam, lohnt sich vor der Anfrage beim Fachbereich 63 die Klärung, ob für den ursprünglichen Bauzustand überhaupt noch eine städtische Unterlage existiert oder ob direkt aufgemessen werden muss.
Nachträglicher Dachgeschossausbau in Wiesdorf oder Rheindorf
Wurde ein Dachgeschoss vor Jahrzehnten ausgebaut, ohne dass die Bauakte fortgeschrieben wurde, wird der Grundriss anhand des heutigen Bestands neu erstellt.
Eigentumswohnung in einem Neubau in Hitdorf am Rhein
Für einen jüngeren Neubau liegen die Bauunterlagen meist digital vor und lassen sich unmittelbar für Exposé oder Bank weiterverwenden.
So läuft Ihr Grundriss in Leverkusen ab
Fachlich ist der Ablauf bundesweit derselbe. In Leverkusen liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, welche Stelle die älteste verwertbare Unterlage überhaupt verwahrt:
- Zweck und Anlass klären
Ob der Grundriss für Verkauf, Finanzierung oder eine Teilungserklärung gebraucht wird, bestimmt die Anforderungen an Maßstab und Detailtiefe.
- Vorhandene Unterlagen prüfen
Bauakte oder alte Pläne werden auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem heutigen Bestand geprüft, einschließlich der Frage, aus welcher Zeit die älteste Unterlage stammt.
- Fehlende Grundlagen beschaffen oder aufmessen
Reichen die vorhandenen Unterlagen nicht aus, wird die Bauakte beim Fachbereich 63 angefragt oder direkt vor Ort aufgemessen.
- Grundriss zeichnen und bemaßen
Aus den erfassten Maßen entsteht der bemaßte Grundriss – auf Wunsch inklusive Möblierung für die Vermarktung.
- Ergebnis übergeben
Sie erhalten den fertigen Grundriss als Plandatei, auf Wunsch mit Architektenstempel.
Was den Aufwand eines Grundrisses in Leverkusen beeinflusst
Der Erfassungsaufwand unterscheidet sich zwischen Leverkusener Gebäudetypen deutlich:
- Zustand der vorhandenen Unterlagen
Eine aktuelle, verwertbare Bauakte beim Fachbereich 63 ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom Bestand ab, kommen Aktenrecherche oder ein Vor-Ort-Termin hinzu.
- Gebäudetyp: Gartenstadt-Siedlung oder Standardbau
Die kleinteiligen, individuell veränderten Häuser der Bayer-Werkssiedlungen verlangen mehr Erfassungsaufwand als ein regelmäßig geschnittener Nachkriegs- oder Neubau.
- Baujahr im Verhältnis zur Eingemeindung
Ein Gebäude aus der Zeit vor 1975 in Opladen, Bergisch Neukirchen oder Hitdorf bedeutet mitunter zusätzliche Recherche gegenüber einem Neubau im zentral geführten Bestand.
- Zahl der Ebenen und Räume
Eine einzelne Etagenwohnung ist rasch erfasst. Ein Haus mit mehreren Geschossen verlangt für jede Einheit einen eigenen Erfassungsdurchgang.
Alle Leistungen in Leverkusen
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Leverkusen ansehen →
Haben Sie noch Fragen?
Lassen Sie uns anfangen!
Starte die Erstellung Ihres Grundrisses ganz einfach hier.
