Grundrisse in Langenhagen — wenn der Typengrundriss nicht mehr passt
Ein Grundriss ist der waagerechte Schnitt durch ein Gebäude, üblicherweise in Brüstungshöhe geführt. Er zeigt Wände, Öffnungen, Treppen und Raumzuschnitte und ist damit die Zeichnung, auf die sich fast alle anderen Unterlagen stützen: Flächenberechnung, Bauantrag, Aufteilungsplan, Exposé, Handwerkerangebot.
Der Langenhagener Bestand macht daraus regelmäßig ein Rechercheproblem. Die Stadt ist nach 1959 stark gewachsen, und ein großer Teil des Wohnbestands entstand in Serie — Zeilen und Reihenhäuser, für die in der Bauakte oft nur ein einziger Typengrundriss abgelegt wurde. Was seither in den einzelnen Einheiten passiert ist, steht dort nicht: durchgebrochene Wände, verlegte Bäder, verglaste Balkone, ausgebaute Spitzböden. Wer eine solche Zeichnung heute verwendet, dokumentiert einen Zustand, den es an dieser Adresse nicht mehr gibt.
Wir zeichnen deshalb aus eigenem Aufmaß. Ein Grundriss, der aus einer Messung entsteht, unterscheidet sich von einem abgepausten in genau dem Punkt, auf den es ankommt: Man kann sich auf seine Maße stützen, ohne sie vorher nachzumessen.
Wofür in Langenhagen Grundrisse gebraucht werden
Selten für nur einen Zweck, meistens für mehrere nacheinander:
- Als Bauvorlage im Genehmigungs- oder Mitteilungsverfahren.
- Als Grundlage einer Wohnflächenberechnung.
- Für Aufteilungspläne und die Abgeschlossenheit.
- Für Exposés und Vermarktungsunterlagen.
- Für Angebote und Ausführungsplanung von Handwerksbetrieben.
- Zur Bestandsdokumentation von Verwaltungen und Eigentümergemeinschaften.
Dieselbe Wohnung braucht je nach Zweck unterschiedliche Zeichnungen, und wer das ignoriert, produziert entweder Überflüssiges oder Unbrauchbares. Die Bauaufsicht erwartet eine Bauvorlage: festgelegter Maßstab, vollständige Bemaßung, Raumbezeichnungen, Angaben zu Wandstärken und Öffnungen, tragende Bauteile erkennbar. Eine Wohnflächenberechnung braucht darüber hinaus die lichten Maße und bei Dachräumen die Linien, an denen die Anrechnung wechselt. Ein Aufteilungsplan verlangt die durchgehende Nummerierung der Einheiten und eine eindeutige farbliche Zuordnung, inklusive der Nebenräume in Keller und Dach. Ein Vermarktungsgrundriss dagegen soll auf einen Blick verständlich sein und darf dafür vereinfachen — er darf aber nicht falsch werden. In Langenhagen kommt eine fünfte Leseweise hinzu, die selten benannt wird: die Zuordnung der Räume zu den Fassadenseiten. Wo Fluglärm eine Rolle spielt, ist es ein Unterschied, ob die Schlafräume zur lauten oder zur abgewandten Seite liegen. Bei einem Umbau, einem Dachgeschossausbau oder einer Umnutzung ist das eine Entwurfsentscheidung, die sich im Grundriss trifft und später kaum noch korrigieren lässt. Sinnvoll ist deshalb, vor dem Zeichnen zu klären, wofür die Zeichnung gebraucht wird. Wir legen den Datensatz so an, dass sich aus einer Aufnahme alle Fassungen ableiten lassen, statt für jeden Zweck neu zu beginnen.
Welche Grundrissfassung Sie brauchen
Vier gängige Ausprägungen, alle aus derselben Aufnahme:
Bestandsgrundriss
Der tatsächliche Zustand, bemaßt und raumweise beschriftet. Die Ausgangsfassung für alles Weitere und häufig die erste aktuelle Zeichnung des Gebäudes seit Jahrzehnten.
Bauvorlagengrundriss
Für die Einreichung bei der Bauaufsicht, im vorgeschriebenen Maßstab, mit den geforderten Angaben und bei Umbauten mit farblicher Kennzeichnung von Abbruch und Neubau.
Grundriss für Flächen- und Aufteilungszwecke
Mit lichten Maßen, Schrägenlinien und, wo nötig, Nummerierung und Zuordnung der Einheiten einschließlich der Nebenräume.
Vermarktungsgrundriss
Reduziert auf das, was Interessenten verstehen müssen: Zuschnitt, Größenverhältnisse, Orientierung. Auf Wunsch möbliert und farbig aufbereitet.
Was ein brauchbarer Grundriss enthält
Der Umfang folgt dem Zweck, diese Bestandteile sind aber die Regel:
- Durchgehende Bemaßung
Außenmaße, Achsmaße und Raummaße so, dass sich jede Länge aus der Zeichnung ablesen und gegenrechnen lässt.
- Wandstärken und Bauteilart
Tragende und nichttragende Wände unterschieden, weil daran fast jede Umbauüberlegung hängt.
- Öffnungen mit Maßen
Fenster und Türen mit Breite, Höhe und Brüstungshöhe, Türen mit Anschlagrichtung.
- Raumbezeichnungen und Flächen
Je Raum benannt und mit der jeweiligen Fläche, damit die Zeichnung ohne zusätzliche Liste lesbar bleibt.
- Treppen mit Steigungsangabe
Laufrichtung, Zahl der Steigungen und Antrittsmaß — im Altbestand oft der kritische Punkt bei Umbauten.
- Nordpfeil und Maßstabsangabe
Beides banal und beides regelmäßig vergessen. Ohne Orientierung ist eine Aussage zur Belichtung oder zur Lärmseite nicht möglich.
Typische Langenhagener Aufträge
Reihenhaus aus einer Siedlung der Wachstumsjahre
In der Akte liegt ein Typengrundriss für die ganze Zeile. Das einzelne Haus wurde seither zweimal umgebaut.
Mehrfamilienhaus vor der Aufteilung
Für Aufteilungsplan und Abgeschlossenheit werden alle Geschosse einschließlich Keller und Dachraum gebraucht, nicht nur die Wohnungen.
Betriebsgebäude mit gewachsener Struktur
Anbauten aus mehreren Jahrzehnten, unterschiedliche Bodenniveaus, Zwischendecken ohne Plan — hier entsteht der erste vollständige Grundriss überhaupt.
Wohnung vor der Modernisierung
Handwerksbetriebe kalkulieren auf derselben Zeichnung, statt dass jeder Gewerk eigene Maße nimmt.
Dachgeschoss vor dem Ausbau
Bevor über Zimmerzuschnitte gesprochen wird, muss feststehen, wo die Schräge welche lichte Höhe erreicht und wo Kehlbalken oder Sparren im Weg sind.
So entsteht Ihr Grundriss
- Zweck klären
Bauvorlage, Flächenberechnung, Aufteilung oder Vermarktung — das bestimmt Maßstab, Bemaßung und Detailtiefe.
- Vorhandene Unterlagen sichten
Altpläne sind als Orientierung nützlich, als Grundlage selten. Wir prüfen, was davon trägt.
- Aufmessen
Raumweise, mit Kontrollmaßen und Fotodokumentation. Kleinere Wohnungen sind meist innerhalb einer Stunde erfasst.
- Zeichnen
Der digitale Datensatz entsteht bei uns im Haus, aus ihm werden die benötigten Fassungen abgeleitet.
- Prüfen und übergeben
Kontrolle der Summen gegen die Außenmaße, dann Übergabe in den Formaten, die Sie weiterverwenden.
Was den Aufwand für Grundrisse in Langenhagen bestimmt
Der Zeichenaufwand folgt der Geometrie, der Gesamtaufwand der Zahl der Fassungen:
- Zahl der Geschosse und Räume
Jedes Geschoss ist eine eigene Zeichnung, auch der Keller und der nicht ausgebaute Dachraum.
- Komplexität des Zuschnitts
Nischen, Erker, Schrägen und Versprünge kosten in Aufnahme und Zeichnung überproportional Zeit.
- Zweck und geforderte Detailtiefe
Eine Bauvorlage verlangt mehr Angaben als ein Vermarktungsgrundriss und ist entsprechend aufwendiger.
- Zahl der abzuleitenden Fassungen
Werden aus derselben Aufnahme mehrere Ausprägungen gebraucht, wächst der Aufwand pro Fassung, nicht pro Aufmaß.
- Zustand des Bestands
Ein über Jahrzehnte veränderter Bau erzeugt mehr Klärungsbedarf als ein unverändertes Gebäude.
Alle Leistungen in Langenhagen
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