Bauantrag in Langenhagen — wenn die Luftfahrtbehörde mitentscheidet

Ein Bauantrag in Langenhagen sieht auf den Formularen aus wie einer in Garbsen oder Burgwedel. Er unterscheidet sich darin, wer am Ende zustimmen muss. Über einem Teil des Stadtgebiets liegt der Bauschutzbereich des Verkehrsflughafens, und wo dieser greift, darf die städtische Bauaufsicht ein Bauwerk nicht aus eigener Kraft genehmigen — sie braucht dafür die Zustimmung der Luftfahrtbehörden.

Das ist keine Formalie, die sich am Ende nachreichen lässt, denn beurteilt werden Höhen. Höhen stehen entweder belastbar in den Bauvorlagen oder eben nicht. Eine Firsthöhe, die nur als Differenz zum Erdgeschossfußboden angegeben ist, genügt für die planungsrechtliche Prüfung, taugt aber nicht für ein Ersuchen an die Luftfahrtbehörde. Dort zählt die absolute Höhe, und zwar einschließlich dessen, was oben noch draufkommt: Schornstein, Antenne, Aufzugsüberfahrt, aufgeständerte Photovoltaik, im Bauzustand auch der Kran.

Die zweite Langenhagener Vorfrage ist der Fluglärm. Ob auf einem Grundstück Wohnungen neu entstehen dürfen, beantwortet nicht allein der Bebauungsplan, sondern zusätzlich die Lage zu den festgesetzten Schutzzonen. Höhe und Lärm gehören deshalb an den Anfang eines Langenhagener Verfahrens und nicht in die Nachforderungsschleife nach dem dritten Monat.

Wann Ihr Vorhaben in Langenhagen ein Verfahren auslöst

Die NBauO fragt nicht nach dem Aufwand, sondern nach der Art des Vorhabens:

  • Beim Neubau, beim Anbau und bei jeder Aufstockung.
  • Wenn sich die Nutzung ändert, auch ohne dass ein Stein bewegt wird.
  • Wenn aus einem Speicher oder Abstellgeschoss Aufenthaltsräume werden.
  • Wenn ein Gewerbebau erweitert wird oder seine Kubatur sich ändert.
  • Wenn das Vorhaben von den Festsetzungen des Bebauungsplans abweicht und eine Befreiung braucht.
  • Wenn ein Bauwerk die Höhenschwellen des Bauschutzbereichs berührt — dann tritt die luftverkehrsrechtliche Zustimmung hinzu.
Die Zustimmung der Luftfahrtbehörde ist kein Anhang, sondern ein zweites Verfahren

Die Bauherrschaft stellt sie nicht selbst; die Baugenehmigungsbehörde ersucht darum. Genau darin liegt die Falle. Sie können den Fortgang nicht beschleunigen, indem Sie irgendwo anrufen — Sie können ihn nur dadurch sichern, dass das Ersuchen von Anfang an alles enthält, worauf es ankommt. Die Zustimmung gilt als erteilt, wenn sie nicht binnen zwei Monaten nach Eingang des Ersuchens verweigert wird. Diese komfortable Fiktion hat eine Kehrseite: Bei einem unvollständigen Antrag beginnt die Frist gar nicht erst zu laufen, sofern die Luftfahrtbehörde das kurzfristig anzeigt. Wer eine Höhenangabe schuldig bleibt, verliert damit nicht zwei Wochen, sondern startet den Zwei-Monats-Lauf neu. Praktisch scheitert das selten an der Traufhöhe des Wohnhauses und häufig an dem, was rundherum vergessen wird: die Aufständerung einer Photovoltaikanlage, ein nachträglich geplanter Aufzugskopf, ein Antennenmast auf einer Gewerbehalle, die Höhe des Krans während der Bauzeit. Ebenso wichtig ist der Bezug. Eine Höhe, die auf den Erdgeschossfußboden bezogen ist, sagt über die Lage im Bauschutzbereich nichts aus; gebraucht wird der Bezug auf ein amtliches Höhensystem, damit sich Bauwerk und Flughafenbezugspunkt überhaupt vergleichen lassen. Kommt die Zustimmung nicht, ist das Vorhaben in dieser Höhe nicht genehmigungsfähig. Der weitaus häufigere Fall ist aber, dass sie unter Auflagen ergeht — und Auflagen lassen sich nur einhalten, wenn sie vor der Ausführungsplanung bekannt sind und nicht danach.

Die Verfahrenswege der NBauO in Langenhagen

Welcher Weg offensteht, entscheidet das Vorhaben, nicht der Wunsch:

Verfahrensfreie Baumaßnahme nach § 60 NBauO

Der Anhang zur NBauO zählt diese Vorhaben abschließend auf. Verfahrensfrei heißt nicht anforderungsfrei: Abstandsflächen, Bebauungsplan und im Bauschutzbereich die Höhenbegrenzung gelten unverändert weiter, nur prüft sie vorab niemand.

Mitteilungsverfahren nach § 62 NBauO

Offen für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 samt Nebengebäuden, wenn das Grundstück in einem rechtsverbindlichen Bebauungsplan mit reinem, allgemeinem oder besonderem Wohngebiet oder Kleinsiedlungsgebiet liegt und das Vorhaben dessen Festsetzungen nicht widerspricht. Eingereicht wird eine unterschriebene Mitteilung samt Bauvorlagen; begonnen wird erst nach der Bestätigung.

Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren nach § 63 NBauO

Der Regelweg für alles Genehmigungsbedürftige, was kein Sonderbau ist. Geprüft wird ein begrenzter Katalog, was die Verantwortung für den ungeprüften Rest bei den Entwurfsverfassenden lässt.

Volles Baugenehmigungsverfahren

Für Sonderbauten mit erhöhten Anforderungen. In Langenhagen betrifft das vor allem größere Betriebs- und Lagergebäude im Umfeld des Flughafens sowie Beherbergungs- und Versammlungsstätten.

Was in die Bauvorlagen gehört

Wir erstellen die zeichnerischen und rechnerischen Bauvorlagen mit eigenen Architekten im Haus. Bautechnische Nachweise wie Standsicherheit und Brandschutz gehören nicht dazu:

  • Lageplan auf Katastergrundlage

    Mit dem Vorhaben, den Abstandsflächen, der Erschließung und den Nachbargrenzen. Er ist zugleich die Grundlage dafür, das Grundstück im Bauschutzbereich zu verorten.

  • Grundrisse aller betroffenen Geschosse

    Bemaßt, mit Raumbezeichnungen, Öffnungen und Wandstärken im vorgeschriebenen Maßstab.

  • Schnitte mit Höhenkette

    Der Schnitt trägt die Geschosshöhen und führt sie bis zum höchsten Punkt des Gebäudes durch — einschließlich Aufbauten, nicht bis zur Traufe.

  • Ansichten mit Bezug auf ein amtliches Höhensystem

    Erst dieser Bezug macht die Angaben für die luftverkehrsrechtliche Prüfung verwertbar. Relative Maße ab Fertigfußboden reichen dafür nicht.

  • Baubeschreibung

    Vorhaben, Bauweise und künftige Nutzung in der vorgegebenen Form, bei Gewerbe einschließlich der Betriebsbeschreibung.

  • Berechnungen zu Fläche und Rauminhalt

    Grundflächen- und Geschossflächenzahl, überbaute Fläche und je nach Vorhaben der Brutto-Rauminhalt.

  • Bei Wohnnutzung in einer Schutzzone: Schallschutzangaben

    Für zulässige Wohnungen im Lärmschutzbereich verlangt § 7 FluLärmG bauliche Schallschutzanforderungen. Die Bauteilaufbauten müssen dafür in den Zeichnungen erkennbar sein.

Typische Langenhagener Ausgangslagen

Aufstockung eines Nachkriegshauses in Alt-Langenhagen

Das zusätzliche Geschoss verschiebt den höchsten Punkt nach oben. Vor dem Entwurf steht deshalb die Frage, welche Höhe an dieser Stelle überhaupt bleibt.

Hallenerweiterung im Gewerbegebiet nahe Godshorn

Flache Hallen sind unkritisch, ihre Aufbauten oft nicht: Lüftungszentralen, Silos, Antennen und Blitzschutzmasten entscheiden über die Zustimmungspflicht.

Neubau eines Einfamilienhauses in Kaltenweide

Liegt das Grundstück in einem passenden Bebauungsplangebiet, ist das Mitteilungsverfahren der schnellere Weg — vorausgesetzt, es gibt keine Befreiung zu beantragen.

Dachgeschossausbau in einer Zeile aus den 1960er-Jahren

Neue Aufenthaltsräume unter der Dachschräge, neue Dachflächenfenster, dazu die Frage nach dem Schallschutz der neuen Öffnungen zum Himmel hin.

So bereiten wir Ihren Bauantrag vor

  1. Grundstück rechtlich einordnen

    Bebauungsplan oder Innenbereichslage, Lage zum Bauschutzbereich, Lage zu den Schutzzonen des Lärmschutzbereichs — diese drei Fragen bestimmen, was überhaupt zur Debatte steht.

  2. Bestand aufmessen und Höhen sichern

    Im Bestand nehmen wir das Gebäude auf und binden die Höhen an einen belastbaren Bezug an, damit die Angaben später nicht geschätzt wirken.

  3. Verfahrensweg festlegen

    Mitteilung nach § 62 NBauO oder Baugenehmigungsverfahren: eine Entscheidung, die vom Bebauungsplan und von der Frage abhängt, ob eine Befreiung nötig wird.

  4. Bauvorlagen zeichnen und rechnen

    Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Lageplan und Berechnungen entstehen bei uns aus einem Datensatz und werden gegeneinander abgeglichen.

  5. Elektronisch einreichen und Nebenverfahren mitführen

    Die Einreichung läuft über das Bauportal der Stadt. Parallel laufen das Ersuchen an die Luftfahrtbehörde und gegebenenfalls die Befreiung — jedes mit eigener Uhr.

Was den Aufwand eines Langenhagener Bauantrags bestimmt

Vier Größen bestimmen, wie viel Arbeit in den Bauvorlagen steckt:

  • Höhenlage und Nähe zum Flughafen

    Berührt das Vorhaben den Bauschutzbereich, kommen eine sorgfältige Höhenaufnahme und die Darstellung sämtlicher Aufbauten hinzu.

  • Neubau oder Bestand

    Für einen Neubau liegt die Geometrie fest. Im Bestand geht dem Zeichnen ein Aufmaß voraus, und dessen Umfang hängt an Größe, Geschosszahl und Verwinkelung.

  • Wohnnutzung in einer Schutzzone

    Sollen Wohnungen entstehen, wo Fluglärm eine Rolle spielt, wächst der Darstellungsaufwand um die Bauteilaufbauten und die Öffnungen.

  • Umfang des Zeichnungssatzes

    Ein Anbau braucht weniger Blätter als eine Aufstockung, die jede Ansicht und jeden Schnitt verändert.

  • Abweichungen und Befreiungen

    Jede Abweichung von einer Festsetzung will begründet werden, und die Begründung braucht Zahlen aus denselben Zeichnungen.

Alle Leistungen in Langenhagen

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