Bemaßte Ansichten in Krefeld — Fassaden zwischen Weberhaus und Denkmalbereich

Eine bemaßte Ansicht zeigt eine einzelne Fassadenseite eines Gebäudes mit Höhen, Öffnungen und den wesentlichen Bauteilen — als Teil des koordinierten Plansatzes, den der Fachbereich 63 zu jedem Bauantrag verlangt. Für die meisten Krefelder Vorhaben unterscheidet sich diese Zeichnung kaum von der Ansicht in einer anderen nordrhein-westfälischen Stadt: bemaßt im Maßstab 1:100, mit Fenstern, Türen und Trauf- oder Firsthöhe. Anders liegt der Fall, sobald das Gebäude in einem der drei Krefelder Denkmalbereiche steht. Linns dörflich geprägter historischer Kern, das Villenviertel Am Steinacker und der historische Stadtkern Uerdingen verlangen von der Ansicht mehr als nur Maße — sie verlangen eine Aussage darüber, wie sich Material, Farbe und Fensterproportion der Fassade in den geschützten baulichen Zusammenhang einfügen.

Was eine Ansicht für Krefeld zeigen muss

Die BauPrüfVO NRW stellt an Ansichten dieselben formalen Grundanforderungen wie an andere Bauzeichnungen, mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf der äußeren Erscheinung:

  • Maßstab grundsätzlich 1:100, mit vollständiger Bemaßung von Höhen und Öffnungen auf jeder dargestellten Fassadenseite.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein — bei Ansichten heißt das in der Praxis: Fassadenmaterial, Farbgebung und Fensterteilung, sobald sie für die Beurteilung relevant sind.
  • Bei Änderungen an bestehenden Fassaden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa ein neuer Fensterausschnitt gegenüber dem bestehenden Mauerwerk.
Drei Denkmalbereiche, drei unterschiedliche Fassadencharaktere

Außerhalb der drei Krefelder Denkmalbereiche entspricht eine Ansicht der üblichen Standardausstattung nach BauPrüfVO NRW. Liegt das Vorhaben dagegen in Linn, Am Steinacker oder dem historischen Stadtkern Uerdingen, verlangt der Fachbereich 63 zusätzliche Angaben zu Fassadenmaterial, Fensterteilung und Dacheindeckung — und die drei Gebiete unterscheiden sich in ihrem baulichen Charakter deutlich voneinander. Linns historischer Ortskern zeigt einen dörflich geprägten Bestand mit kleinteiligen Fassaden, die sich an der überlieferten Bebauung des ehemaligen Burgorts orientieren. Am Steinacker steht dagegen für ein zusammenhängendes Villenviertel mit gehobener, oft aufwendig gegliederter Fassadenarchitektur. Der historische Stadtkern Uerdingen schließlich verfügt seit 2023 über eine eigene Gestaltungssatzung sowie ein eigens erarbeitetes Baugestaltungshandbuch, das für Materialwahl und Proportion konkrete Referenzpunkte liefert. Eine Ansicht für Uerdingen muss deshalb nicht nur die Denkmalbereichssatzung selbst erfüllen, sondern auch nachvollziehbar zeigen, wie sich das Vorhaben in dieses zusätzliche Regelwerk einfügt. Für Linn und Am Steinacker fehlt ein solches Handbuch; dort bleibt die Abstimmung offener und stützt sich auf die in der jeweiligen Satzung selbst formulierten Kriterien.

Weberhaus, Villa oder Neubau — unterschiedliche Fassadentypen

Wie eine Ansicht entsteht, hängt stark vom baulichen Ausgangspunkt ab:

Neubau: alle Seiten aus der Planung

Bei einem Neubau, etwa in Fischeln, Traar oder Hüls, entstehen die Ansichten aller Fassadenseiten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus einer Planung — Öffnungen, Materialien und Höhen sind von vornherein aufeinander abgestimmt.

Bestand: Aufmaß der betroffenen Fassade

Bei einem Anbau, Fenstertausch oder einer Fassadensanierung an einem Weberhaus oder einer Gründerzeitvilla braucht es zunächst ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Seite, damit sich zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden lassen — gerade bei individuell über Generationen erweiterten Weberhäusern zeigt eine ältere Bauaktenzeichnung häufig nicht mehr den heutigen Zustand.

Was zu einer vollständigen Ansicht in Krefeld gehört

Eine einzelne Fassadenzeichnung reicht selten — gefragt ist ein auf Grundriss und Schnitt abgestimmter Satz:

  • Ansichten aller betroffenen Fassadenseiten

    Bemaßt im Maßstab 1:100, mit Höhen, Öffnungen und — in den drei Denkmalbereichen zwingend — Material- und Farbangaben.

  • Abgestimmter Grundriss und Schnitt

    Damit Maße, Geschosshöhen und Öffnungspositionen zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Hinweis auf Lage in Linn, Am Steinacker oder Uerdingen

    Für ein Vorhaben in einem der drei Denkmalbereiche wird die Ansicht von vornherein auf die dortigen zusätzlichen Anforderungen ausgerichtet, in Uerdingen zusätzlich auf die Gestaltungssatzung und das Baugestaltungshandbuch.

Bemaßte Ansichten in Krefeld – Beispiele aus der Praxis

Fenstertausch an einem Weberhaus in der Innenstadt

Neue Fensteröffnungen müssen in der Ansicht mit Rohbaumaßen und im Vergleich zum Bestand eindeutig dargestellt werden, auch wenn sich die äußeren Maße nicht ändern.

Fassadensanierung im historischen Stadtkern Uerdingen

Die Ansicht zeigt Fassadenmaterial und Fensterteilung und wird zusätzlich mit dem seit 2023 geltenden Baugestaltungshandbuch abgeglichen, bevor sie beim Fachbereich 63 eingereicht wird.

Balkonanbau an einer Villa Am Steinacker

In diesem Denkmalbereich zeigt die Ansicht, wie sich der neue Balkon in die aufwendig gegliederte Villenfassade einfügt — Grundlage für die denkmalfachliche Prüfung durch den Fachbereich 61.

So entsteht Ihre Ansicht für Krefeld

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Betroffene Fassadenseiten und Lage klären

    Welche Seiten sind vom Vorhaben sichtbar betroffen, und liegt das Grundstück in einem der drei Denkmalbereiche?

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Bestehende Bauakte oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassade als Ausgangspunkt.

  3. Ansicht bemaßt erstellen

    Im Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.

  4. Zusätzliche Angaben für Denkmalbereiche ergänzen

    In Linn, Am Steinacker oder Uerdingen kommen Material-, Farb- und Fensterangaben hinzu, in Uerdingen abgestimmt auf die dortige Gestaltungssatzung.

  5. Für den Fachbereich 63 zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung, zusammen mit Grundriss und Schnitt.

Was den Preis für eine Ansicht in Krefeld beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Ansicht:

  • Zahl der betroffenen Fassadenseiten

    Eine einzelne Straßenansicht ist schneller erstellt als mehrere Seiten bei einem freistehenden Gebäude oder einer Villa.

  • Lage in einem der drei Denkmalbereiche

    Zusätzliche Material- und Farbangaben sowie — in Uerdingen — die Abstimmung mit der Gestaltungssatzung erhöhen den Zeichenaufwand.

  • Neubau oder Bestandsfassade

    Eine Ansicht aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer individuell gewachsenen Weberhausfassade.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Ansicht entstehen kann.

Alle Leistungen in Krefeld

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Krefeld ansehen →

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