Aufteilungspläne in Krefeld — bemaßt und nummeriert, zwischen zerstörter Innenstadt und verschontem Uerdingen

Ein Aufteilungsplan stellt in Krefeld dieselbe fachliche Aufgabe wie überall: eine bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung, die jede Einheit eines Gebäudes eindeutig von den anderen abgrenzt. Ob dafür die vorhandene Bauakte reicht, hängt in Krefeld auffällig stark davon ab, in welchem Teil der Stadt das Gebäude steht. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1943 zerstörte ein britischer Luftangriff große Teile der Krefelder Innenstadt fast vollständig; 6.229 Gebäude wurden vollständig zerstört, 1.392 weitere schwer und 5.528 mittel bis leicht beschädigt. Wer für ein Innenstadtgebäude eine alte Bauakte findet, kann damit ebenso gut den Grundriss eines längst verschwundenen Vorgängerbaus in der Hand halten wie den des heutigen Hauses. Ganz anders liegt der Fall in den historischen Kernen von Linn und Uerdingen: Beide blieben von diesem Angriff weitgehend verschont und tragen bis heute überwiegend ihre ursprüngliche Bausubstanz. Für den Aufteilungsplan zählt am Ende trotzdem nur eines — ob eine gefundene Zeichnung tatsächlich zum heutigen Bestand passt.

Wann Sie in Krefeld einen Aufteilungsplan brauchen

Auch in Krefeld ist der Aufteilungsplan keine für sich genommen genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Fachbereichs 63, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung — in Nordrhein-Westfalen ohne die zusätzliche Umwandlungsgenehmigung, die einige andere Bundesländer bei größeren Bestandsgebäuden verlangen.
  • Bei einem Neubau, etwa in Fischeln, Traar oder Hüls, lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Zerstörte Innenstadt, verschontes Uerdingen — zwei Ausgangslagen

Für den Aufteilungsplan zählt nicht das Baujahr eines Gebäudes, sondern ob eine vorhandene Zeichnung tatsächlich zum heutigen Zustand passt — und diese Frage beantwortet sich in Krefeld je nach Stadtteil sehr unterschiedlich. In der Innenstadt vernichtete der Luftangriff vom Juni 1943 einen Großteil der Bausubstanz nahezu vollständig; viele der heutigen Gebäude dort sind Wiederaufbauten mit einem Zuschnitt, den keine erhaltene Vorkriegsakte mehr zeigt, während andere zwar die Bombennacht überstanden, seither aber mehrfach umgebaut wurden. Die historischen Kerne von Linn und dem historischen Stadtkern Uerdingen blieben von diesem Angriff dagegen weitgehend verschont — beide Denkmalbereiche zeigen bis heute überwiegend ihre ursprüngliche, historisch gewachsene Bausubstanz. Das erhöht zwar die Wahrscheinlichkeit, dass ein altes Aktenblatt überhaupt noch zu einem existierenden Gebäude gehört, löst aber nicht automatisch das andere, bereits an anderer Stelle beschriebene Problem der dortigen Weberhäuser: Weil sie über Generationen individuell erweitert wurden, bildet selbst ein erhaltener historischer Plan die heutige Raumaufteilung oft nur unvollständig ab. In beiden Fällen — zerstörter Innenstadtbereich wie verschonter Altstadtkern — bleibt die entscheidende Frage dieselbe: Zeigt die vorhandene Unterlage den tatsächlichen, heutigen Zuschnitt, oder braucht es eine Vermessung vor Ort.

Woher Ihr Krefelder Aufteilungsplan stammt

Je nachdem, wo das Gebäude steht und ob eine gefundene Akte zum Bestand passt, kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des Fachbereichs 63

Stimmt eine vorhandene Akte mit dem heutigen Bestand überein, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten und um die durchgehende Nummerierung der Einheiten ergänzen — der Regelfall bei Gebäuden ohne größere Nachkriegs- oder Umbaugeschichte.

Mit Abgleich bei möglichem Wiederaufbau-Zuschnitt

Für ein Innenstadtgebäude aus der Zeit vor 1943 prüfen wir zunächst, ob eine gefundene Akte den heutigen Zustand zeigt oder noch den zerstörten Vorgängerbau — erst danach entscheidet sich, ob sie als Grundlage taugt.

Per Vor-Ort-Vermessung

Passt keine Akte zum tatsächlichen Bestand oder ist keine verwertbare Unterlage auffindbar, wird das Gebäude direkt aufgenommen — bei individuell gewachsenen Weberhäusern in Linn oder Uerdingen ohnehin oft der verlässlichere Weg.

Welche Unterlagen für Ihren Krefelder Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel sind unterschiedliche Unterlagen von Nutzen:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht

    Für die Akteneinsicht beim Fachbereich 63 werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und eine Vollmacht des Eigentümers verlangt.

  • Vorhandene Grundrisse oder Skizzen

    Selbst ein unvollständiger oder veralteter Plan ist als Ausgangspunkt hilfreich, um die grundsätzliche Raumaufteilung nachzuvollziehen, bevor vor Ort nachgemessen wird.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen — insbesondere bei Keller- oder Nebenräumen, die räumlich getrennt liegen.

Aufteilungspläne in Krefeld – Beispiele aus der Praxis

Innenstadtgebäude ohne passende Vorkriegsakte

Für ein Haus in der Nähe des Marktes findet sich beim Fachbereich 63 eine Akte, die noch den vor 1943 zerstörten Vorgängerbau zeigt. Weil der heutige Wiederaufbau einen anderen Zuschnitt hat, entsteht der Aufteilungsplan komplett neu per Vor-Ort-Vermessung.

Weberhaus im historischen Stadtkern Uerdingen mit erhaltener, aber unpräziser Altakte

Das Gebäude selbst überstand den Krieg weitgehend unbeschädigt, und eine ältere Bauakte ist auffindbar. Weil das Haus über Generationen individuell erweitert wurde, zeigt die Akte aber nur eine grobe Annäherung an den heutigen Zuschnitt — Aktenrecherche und ergänzendes Aufmaß werden kombiniert.

Neubauwohnung in Fischeln oder Traar

Für eine neu errichtete Wohnung in einer der jüngeren Krefelder Wohnlagen liegt der Aufteilungsplan meist von Beginn an als digitale Bauvorlage vor und lässt sich unmittelbar aus der Genehmigungsplanung ableiten.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Krefeld

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Krefeld liegt das Gewicht früh darauf, das Kriegsschicksal des jeweiligen Gebäudes einzuordnen:

  1. Bauakte und Lage prüfen

    Wir klären, ob beim Fachbereich 63 eine Akte vorliegt und ob das Gebäude in der stark kriegszerstörten Innenstadt oder in einem der verschonten historischen Kerne steht.

  2. Übereinstimmung mit dem Bestand bewerten

    Selbst eine vollständige Akte hilft nicht, wenn sie einen durch Krieg oder spätere Umbauten überholten Zustand zeigt — deshalb prüfen wir vor der Übernahme, ob Plan und Bestand tatsächlich zusammenpassen.

  3. Fehlende Grundlage vor Ort aufnehmen

    Passt keine Akte oder ist keine auffindbar, wird das Gebäude direkt vermessen — als vollwertiger Ersatz, nicht nur als Ergänzung.

  4. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.

  5. Plan für Bauaufsicht und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Krefeld beeinflusst

In Krefeld entscheidet vor allem, ob eine gefundene Quelle zum heutigen Bestand passt — nicht allein die Gebäudegröße:

  • Übereinstimmung von Akte und Bestand

    Passt eine vorhandene Akte tatsächlich zum heutigen Gebäude, ist das der günstigste Fall. Zeigt sie einen durch Kriegszerstörung oder Wiederaufbau überholten Zustand, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.

  • Lage in der Innenstadt oder in einem der historischen Kerne

    Für Gebäude in der stark kriegszerstörten Innenstadt ist ein zusätzlicher Abgleich mit dem tatsächlichen Wiederaufbau-Zuschnitt häufiger nötig als in den weitgehend verschonten Bereichen von Linn oder Uerdingen.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten und unregelmäßig gewachsene Altbaugrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.

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