Bemaßte Schnittzeichnungen in Köln — Geschosshöhen zwischen Gründerzeit und Wiederaufbau

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht nicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. In Köln treffen dabei zwei sehr unterschiedliche Bestände aufeinander. Die Gründerzeitzeilen in Vierteln wie Ehrenfeld, Nippes, Sülz oder dem Agnesviertel wurden mit großzügigen, oft über drei Meter hohen Geschossen gebaut – gute Voraussetzungen für einen nachträglichen Dachgeschossausbau oder eine zusätzliche Galerieebene. Die unter Rudolf Schwarz von 1946 bis 1952 wiederaufgebauten Häuser in Altstadt und Deutz sind dagegen bewusst knapper geschnitten. Für beide Bestände ist der Schnitt oft die entscheidende Zeichnung im gesamten Plansatz: Er bemaßt Kniestockhöhe, Firstlinie und die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge – und davon hängt mit ab, ob ein ausgebautes Geschoss überhaupt als Vollgeschoss zählt.

Was ein Schnitt für Köln zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der BauPrüfVO NRW wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Regelmaßstab 1:100, mit vollständiger Bemaßung von Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.
  • Erkennbar sein müssen die wesentlichen Bauprodukte und Bauarten – im Schnitt betrifft das vor allem Deckenkonstruktion und Dachaufbau.
  • Wo brandschutzrelevant, sind Brandverhalten der Baustoffe und Feuerwiderstandsdauer der Bauteile unmittelbar in der Zeichnung anzugeben.
  • Bei einem Eingriff in ein bestehendes Gebäude müssen Bestand und geplante Änderung im Schnitt zweifelsfrei auseinanderzuhalten sein, etwa bei einer neu eingezogenen Geschossdecke oder einer umgebauten Dachkonstruktion.
Der Schnitt beim Dachgeschossausbau: Vollgeschoss oder nicht?

Ob ein ausgebautes Dachgeschoss bei der zulässigen Zahl der Geschosse mitzählt, entscheidet sich nach dem allgemeinen bauplanungsrechtlichen Grundsatz an der Raumhöhe, die der Schnitt nachweist – ein Mechanismus, der unabhängig vom konkreten Bundesland gilt, auch wenn die genaue Schwelle je nach Landesrecht unterschiedlich gefasst sein kann. Für Köln macht das den Schnitt zur eigentlich entscheidenden Zeichnung bei jedem Dachgeschossausbau: Erst die bemaßte Kniestock- und Firsthöhe zeigt, ob ein Vorhaben in der geplanten Form die Schwelle zum Vollgeschoss erreicht oder unterschreitet. Bei den hohen Gründerzeitgeschossen in Ehrenfeld oder Nippes liegt diese Schwelle oft komfortabel erreichbar; im knapper geschnittenen Wiederaufbau-Bestand von Altstadt und Deutz kann bereits ein wenige Zentimeter niedrigerer Dachaufbau über die Genehmigungsfähigkeit des gesamten Vorhabens entscheiden.

Neubau oder Bestand – unterschiedliche Ausgangslagen für den Schnitt

Ob ein Schnitt neu entsteht oder einen Bestand dokumentiert, wirkt sich auf die Herangehensweise aus:

Neubau: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur

Läuft ein Neubau in einem nachverdichteten Veedel bereits als vollständige Planung, entstehen Grundriss, Ansicht und Schnitt gemeinsam – Geschosshöhen und Dachaufbau passen dadurch von Anfang an zueinander, statt nachträglich abgeglichen werden zu müssen.

Dachgeschossausbau und Umbau: Aufmaß der bestehenden Konstruktion

Anders bei einem Eingriff in ein vorhandenes Gebäude: Hier steht am Anfang ein eigenes Aufmaß der tatsächlichen Geschosshöhen und der Dachkonstruktion. Gerade bei Wiederaufbau-Gebäuden ist das mehr als Routine, weil spätere Verstärkungen oder Umbauten in der Bauakte selten vollständig nachgetragen wurden.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Köln gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Geschosshöhen, Dachneigung und die wesentlichen Aufbauten, vollständig bemaßt im Regelmaßstab 1:100.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Erst der Abgleich zwischen den drei Zeichnungen stellt sicher, dass Geschosshöhen sowie First- und Traufhöhe überall übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dachräumen

    Entscheidend beim Dachgeschossausbau: Nur die im Schnitt bemaßte Höhe unter der Schräge zeigt, welche Bereiche nutzbar sind und ob das Geschoss als Vollgeschoss zählt.

  • Angaben zu tragenden und nachträglich veränderten Bauteilen

    Bei Wiederaufbau-Gebäuden hilfreich, um Bestand und geplante Änderung im Schnitt sauber zu trennen, statt mit unsicheren Annahmen zu arbeiten.

  • Abstimmung mit dem Standsicherheitsnachweis

    Der Schnitt liefert die geometrischen Maße, auf denen der Tragwerksplaner aufbaut – er ersetzt aber nicht den eigenständigen Nachweis, dass die dargestellte Konstruktion auch tatsächlich trägt.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Köln – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau über einem Gründerzeithaus in Nippes

Die hohe Geschossigkeit des Altbaus erlaubt einen komfortablen Kniestock – der Schnitt weist die nutzbare Raumhöhe unter der Schräge nach und zeigt, dass die Schwelle zum Vollgeschoss sicher erreicht wird.

Dachgeschossausbau in einem Wiederaufbauhaus in der Altstadt

Die knapper bemessene Firsthöhe der Nachkriegskonstruktion macht eine genaue Schnittdarstellung besonders wichtig – hier kann bereits eine geringe Änderung am Dachaufbau über die Genehmigungsfähigkeit entscheiden.

Einzug einer Galerieebene in ein hohes Altbau-Geschoss in Sülz

Weil das Gründerzeitgeschoss reichlich Raum nach oben bietet, lässt sich eine zusätzliche Ebene einziehen – im Schnitt werden die neu entstehenden Raumhöhen unter und über der Galerie einzeln nachgewiesen.

Nachträgliche Dachgaube in einem Veedel

Damit sich die neue Gaube nachvollziehbar in die vorhandene Dachfläche einfügt, zeigt ein eigener Schnitt ihre Höhe, Breite und Anschlüsse – abgestimmt auf die zugehörige Ansicht.

Maisonette-Wohnung durch Zusammenlegung zweier Geschosse in einem Gründerzeithaus

Der Schnitt weist die neue innere Treppe, die veränderte Deckenöffnung und die Raumhöhen beider ehemals getrennter Geschosse nach – erst damit lässt sich beurteilen, ob die neue Erschließung den Anforderungen entspricht.

So entsteht Ihr Schnitt für Köln

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Zuerst steht fest, an welcher Stelle des Gebäudes geschnitten werden muss, damit Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar erkennbar werden.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Je nach Datenlage liefert entweder die Bauakte des zentralen Bauaufsichtsamts oder ein eigenes Aufmaß die Maße der betroffenen Geschosse und des Dachs.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Gezeichnet wird im Regelmaßstab 1:100, vollständig mit den nach der BauPrüfVO NRW vorgeschriebenen Angaben.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Alle drei Zeichnungen werden gegeneinander geprüft, bis Geschosshöhen und Dachmaße überall widerspruchsfrei zueinander passen.

  5. Für das Bauaufsichtsamt Köln zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung über das Bauportal.NRW, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachgeschossausbauten.

Was den Preis für einen Schnitt in Köln beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein Gebäude mit einheitlichem Aufbau kommt oft mit einem einzigen Schnitt aus, ein verwinkeltes Haus braucht dagegen mehrere Schnittführungen durch unterschiedliche Bereiche.

  • Neubau oder Bestandskonstruktion

    Was ohnehin aus einer laufenden Neubauplanung stammt, ist rascher übertragen als eine unklare, historisch gewachsene Wiederaufbau-Konstruktion.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Ein schlichtes Satteldach ist zügig erfasst; Gauben, Kniestöcke und mehrere Dachschrägen verlangen dagegen einen deutlich feineren Detaillierungsgrad.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Liegt keine belastbare Bestandszeichnung vor, muss zunächst ein Aufmaß-Termin stattfinden, bevor der eigentliche Schnitt entstehen kann.

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