Bauzeichnung in Köln — der koordinierte Plansatz nach BauO NRW und BauPrüfVO

§ 69 BauO NRW listet auf, was ein Bauantrag an Bauvorlagen braucht – Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung und, je nach Vorhaben, weitere Nachweise. Die BauPrüfVO NRW konkretisiert das für die Zeichnungen selbst: Maßstab 1:100, und bei Eingriffen in bestehende Gebäude eine klare zeichnerische Trennung zwischen dem, was bleibt, was wegfällt und was neu entsteht. In der Praxis liefert kaum jemand für Köln ein isoliertes Blatt ab – verlangt wird ein zusammenhängender Satz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht, den das zentrale Bauaufsichtsamt gegeneinander abgleicht, seit Januar 2025 ausnahmslos über das digitale Bauportal.NRW.

Diese Angaben verlangt die BauPrüfVO NRW von Ihrer Bauzeichnung

Damit eine Bauzeichnung als vollständige Bauvorlage durchgeht, muss sie mehr zeigen als nur Wände und Maße:

  • Regelmaßstab 1:100 für Grundriss, Schnitt und Ansicht – ein größerer Maßstab kommt nur infrage, wenn die Darstellung ihn tatsächlich braucht.
  • Bei Umbauten: eine eindeutige zeichnerische Unterscheidung zwischen dem, was erhalten bleibt, was entfernt wird und was neu hinzukommt, etwa über verschiedene Linienarten oder Farben.
  • Bauordnungsrechtlich relevante Details im Grundriss, etwa Aufzugsschächte samt nutzbarer Kabinenfläche, Lüftungsleitungen, Installationsschächte sowie Feuermelde- und Löscheinrichtungen.
  • Wo Brandschutzanforderungen greifen, sind Brandverhalten der Baustoffe und Feuerwiderstandsdauer der Bauteile unmittelbar in der Zeichnung anzugeben.
  • Für die Ansicht gilt ein eigener Maßstab von 1:200, sobald sie das Vorhaben zusammen mit den unmittelbar benachbarten Gebäuden zeigt – anstelle einer gezeichneten Ansicht lässt die BauPrüfVO NRW hierfür auch ein farbiges Foto oder eine farbige Fotomontage zu.
Warum ein einzelnes Blatt selten reicht

Der erste Teil der BauPrüfVO NRW regelt, welche Bauvorlagen und bautechnischen Nachweise für jedes der vier Genehmigungsverfahren nötig sind – vom verfahrensfreien Vorhaben bis zum großen Sonderbau. Für die Zeichnungen folgt daraus ein praktischer Zwang zur Konsistenz: Was im Grundriss als Wand eingezeichnet ist, muss im zugehörigen Schnitt an exakt derselben Position wiederkehren, sonst hakt die Prüfung. Köln verlangt diesen kompletten Satz inzwischen ausschließlich digital – seit Januar 2025 ersetzt das Bauportal.NRW jede Form der Papiereinreichung, ältere Vorgaben zu einer festen Zahl an Ausfertigungen sind damit gegenstandslos.

Woher der Plansatz seine Grundlage nimmt

Ob Neubau oder Eingriff in Bestehendes bestimmt, worauf Grundriss, Schnitt und Ansicht aufbauen:

Neubau: alle Zeichnungen aus einem Guss

Weil Grundriss, Schnitt und Ansicht gemeinsam aus derselben Planung entstehen, passen Maße und Bauteile von Anfang an zueinander – ein nachträglicher Abgleich entfällt.

Umbau: Zeichnung gegen den vorhandenen Bestand geprüft

Hier braucht es zunächst eine verlässliche Bestandsgrundlage, gegen die sich beseitigte und neue Bauteile eindeutig abgrenzen lassen – je nach Baujahr liefert sie das zentrale Bauaufsichtsamt oder, bei älteren Gebäuden in ehemals selbstständigen Vororten, ein historischer Bestand im Archiv der Stadt Köln.

Was zu einem einreichfertigen Plansatz in Köln dazugehört

Eine einzelne Zeichnung reicht dem Bauaufsichtsamt nicht:

  • Grundrisse sämtlicher Geschosse

    Im Maßstab 1:100 bemaßt, ergänzt um die bauordnungsrechtlich verlangten Angaben etwa zu Aufzugs- oder Installationsschächten.

  • Schnitte und Ansichten im Gleichlauf mit den Grundrissen

    Gleicher Maßstab, gleiche Darstellungsweise der Bauteile – jede Abweichung zwischen den Blättern wirft im Bauaufsichtsamt Rückfragen auf.

  • Amtlicher Lageplan

    Zeigt das Vorhaben im Zusammenhang mit dem Flurstück und bildet die räumliche Grundlage für die Prüfung.

  • Ansicht mit Nachbarbebauung, im Maßstab 1:200

    Wird das Vorhaben zusammen mit den angrenzenden Gebäuden dargestellt, gilt ein eigener, kleinerer Maßstab – in geschlossener Veedel-Bebauung oft aussagekräftiger als eine isolierte Ansicht des einzelnen Hauses. Statt einer klassischen Zeichnung akzeptiert das Bauaufsichtsamt hierfür auch ein farbiges Foto oder eine farbige Fotomontage.

Bauzeichnungen in Köln – Beispiele aus der Praxis

Neubau eines Mehrfamilienhauses in einem nachverdichteten Veedel

Der komplette Plansatz entsteht parallel zur übrigen Planung, durchgängig im Maßstab 1:100, und geht digital über das Bauportal.NRW an das Amt.

Dachgeschossausbau in einem Gründerzeithaus

Weil die vorhandene Bauakte den heutigen Zustand nicht zuverlässig zeigt, entsteht die Bestandsgrundlage per Aufmaß – erst danach lässt sich zeichnerisch sauber zwischen Bestand und Neuplanung trennen.

Vorhaben in Sichtweite des Doms

Zusätzlich zum üblichen Plansatz verlangt das Bauaufsichtsamt hier ergänzende Angaben zur Höhenentwicklung, um die Verträglichkeit mit den geschützten Sichtachsen auf den Kölner Dom beurteilen zu können.

Anbau in geschlossener Reihenbebauung in einem Veedel

Weil das Vorhaben zusammen mit mehreren direkt angrenzenden Häusern dargestellt werden muss, wählen wir für die Ansicht den Maßstab 1:200 und ergänzen sie um eine farbige Fotomontage, die den Straßenzug realistischer zeigt als eine reine Strichzeichnung.

So entsteht Ihr Plansatz für Köln

Von der ersten Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere Schritte, die aufeinander aufbauen.

  1. Grundlage klären

    Bauakte beim zentralen Bauaufsichtsamt prüfen oder, wo nötig, den Bestand vor Ort aufnehmen.

  2. Grundrisse zeichnen

    Bemaßt im Maßstab 1:100, versehen mit allen von der BauPrüfVO NRW verlangten Detailangaben.

  3. Schnitte und Ansichten anpassen

    Konsequent an die Grundrisse angeglichen, damit Maße und Bauteile in jedem Blatt übereinstimmen.

  4. Bestand und Neuplanung kenntlich machen

    Bei Eingriffen in ein bestehendes Gebäude zwingend – üblicherweise über unterschiedliche Linienarten oder Farben gelöst.

  5. Einreichung vorbereiten

    Der fertige Plansatz geht zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung digital über das Bauportal.NRW an das Bauaufsichtsamt Köln.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Köln beeinflusst

Wie aufwendig ein Plansatz wird, hängt weniger vom Papier als vom Ausgangspunkt ab. Vier Punkte fallen dabei besonders ins Gewicht:

  • Neubau oder Eingriff in den Bestand

    Ein Plansatz aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist schneller als die Anpassung an ein Gebäude mit unklarer oder archivalisch schwer greifbarer Vorgeschichte.

  • Verfügbarkeit einer verwertbaren Bauakte

    Fehlt eine brauchbare Akte, wird zunächst ein Aufmaß-Termin nötig, bevor überhaupt gezeichnet werden kann.

  • Größe und Struktur des Vorhabens

    Geschosszahl und Zahl der beteiligten Bauteile bestimmen, wie umfangreich der fertige Plansatz ausfällt.

  • Besondere Lage im Stadtgebiet

    In der Nähe der Dom-Sichtachsen oder innerhalb eines Erhaltungssatzungsgebiets kommen zusätzliche Angaben und Abstimmungsschritte hinzu.

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