Kubaturberechnung in Koblenz — Bruttorauminhalt und Bruttogrundfläche nach DIN 277

Zwei Zahlen, ein Zweck: Bruttorauminhalt (BRI) und Bruttogrundfläche (BGF) beschreiben nach DIN 277, wie viel Volumen und wie viel Fläche ein Gebäude tatsächlich einnimmt. In Rheinland-Pfalz steckt darin mehr als eine bloße Kennziffer für Architekt oder Bank: Aus dem BRI leitet sich der sogenannte Rohbauwert ab, der wiederum in eine eigene, landesrechtlich festgelegte Gebührenordnung einfließt und damit unmittelbar die Höhe der Baugenehmigungsgebühr mitbestimmt. Solange ein Gebäude die übliche Form eines Wohnhauses hat, wachsen BRI und BGF ungefähr im Gleichschritt. Ungewöhnlich wird die Rechnung erst, wenn ein Baukörper von dieser Proportion abweicht – ein Fall, für den sich in Koblenz mit den historischen Wehr- und Wachtürmen entlang der ehemaligen Festungsanlagen ein anschauliches, wenn auch rein theoretisches Beispiel findet.

Wann Sie in Koblenz eine Kubaturberechnung brauchen

Der Bruttorauminhalt taucht in mehreren, ganz unterschiedlichen Zusammenhängen auf:

  • Bei der Berechnung der Baugenehmigungsgebühr, für die der Rohbauwert eine der maßgeblichen Bezugsgrößen bildet.
  • Bei der Wertermittlung, wenn Bank oder Gutachter das umbaute Volumen als Vergleichsmaßstab heranziehen.
  • Beim Vergleich mehrerer Planungsvarianten, etwa um abzuschätzen, wie stark ein zusätzliches Geschoss den Rohbauwert und damit die Gebühr erhöht.
  • Beim Nachweis gegenüber einer Versicherung, die den Neuwert eines Gebäudes häufig aus dem umbauten Raum statt aus der Wohnfläche ableitet.
Ein schmaler Schaft mit großer Höhe – ein Sonderfall der Kubatur

Bei einem gewöhnlichen Mehrfamilienhaus bleibt die Grundfläche über sämtliche Geschosse hinweg ungefähr gleich, sodass BGF und BRI in einem stabilen Verhältnis zueinander wachsen. Ein historischer Wehrturm durchbricht diese Regel: Sein Grundriss ist meist rund oder polygonal und über die gesamte Höhe kaum größer als in einem einzelnen Wohngeschoss, während sich der Bruttorauminhalt über mehrere Dutzend Meter aufsummiert. Für ein tatsächliches Bauvorhaben spielt diese Konstellation an solchen Bauwerken heute keine Rolle mehr, da sie museal oder anderweitig kulturell genutzt werden und keine neuen Baugenehmigungen mehr durchlaufen. Als Rechenbeispiel zeigt der Kontrast aber sehr klar, wie wenig die Bruttogrundfläche allein über das tatsächliche Bauvolumen aussagt – ein Umstand, der auch bei modernen, schlanken Neubauten mit ungewöhnlichem Zuschnitt im Kleinen wiederkehren kann.

Zwei Berechnungsgrößen im Detail

DIN 277 unterscheidet zwischen zwei zentralen Kennzahlen:

Bruttorauminhalt (BRI)

Umfasst das komplette umbaute Volumen von der äußeren Bauteilkante bis zur Dachhaut – bei einem hohen, schmalen Baukörper macht die Höhe den entscheidenden Unterschied, nicht die Grundfläche.

Bruttogrundfläche (BGF)

Addiert die Grundflächen sämtlicher Geschosse. Ein gewöhnliches Wohnhaus gewinnt mit jedem zusätzlichen Stockwerk spürbar an BGF, ein schmaler Turmbau dagegen kaum.

Rohbauwert als abgeleitete Größe

Aus dem Bruttorauminhalt errechnet sich nach der landesrechtlichen Gebührenverordnung ein Rohbauwert, der wiederum die Grundlage für die Baugenehmigungsgebühr bildet – eine dritte Zahl, die erst aus BRI und BGF gemeinsam entsteht.

Welche Unterlagen für eine Koblenzer Kubaturberechnung nötig sind

Grundlage ist in jedem Fall eine vollständige, bemaßte Zeichnung:

  • Bemaßte Grundrisse aller Geschosse

    Ohne sie lässt sich die Grundfläche je Etage nicht seriös ermitteln.

  • Bemaßte Schnitte

    Erst die dort eingetragenen Geschosshöhen erlauben es, aus der Grundfläche das tatsächliche Volumen zu errechnen.

  • Angaben zur Dachform

    Geneigte, gewölbte oder mehrfach geknickte Dachflächen müssen gesondert erfasst werden, damit das zusätzliche Volumen darunter nicht verloren geht.

  • Angaben zu Kellergeschossen und Tiefgaragen

    Unterirdische Bauteile zählen ebenfalls zum Bruttorauminhalt, sofern sie allseitig umschlossen sind – ihre Höhe und Grundfläche werden deshalb genauso erfasst wie die oberirdischer Geschosse.

Kubaturberechnungen in Koblenz – Beispiele aus der Praxis

Reihenhaus in einem jüngeren Stadtteil

BGF und BRI stehen hier in einem gewöhnlichen, unauffälligen Verhältnis zueinander.

Mehrgeschossiger Neubau am Rheinufer

Jedes zusätzliche Geschoss erhöht den Rohbauwert und damit spürbar die zu erwartende Baugenehmigungsgebühr.

Dachgeschossausbau in einem Altstadtgebäude

Das unter der Schräge gewonnene Volumen zählt zum BRI, auch wenn nicht die komplette Fläche als Vollgeschoss oder Wohnfläche anrechenbar ist.

Theoretischer Vergleich mit einem historischen Wehrturm

Ohne aktuellen baulichen Anlass, aber lehrreich: Ein schlanker, hoher Turm summiert über seine Höhe ein beachtliches Volumen auf, obwohl seine Grundfläche gering bleibt.

Einfamilienhaus mit ausgebautem Keller in Metternich

Weil der Keller allseitig umschlossen ist und zu Wohnzwecken genutzt wird, zählt sein Volumen vollständig zum Bruttorauminhalt, obwohl er nicht zur Wohnfläche im engeren Sinne zählt.

So entsteht Ihre Kubaturberechnung für Koblenz

Von den Zeichnungen bis zum fertigen Ergebnis:

  1. Zeichnungen zusammenstellen

    Grundrisse und Schnitte aus vorhandener Bauakte, Entwurfsplanung oder einem aktuellen Aufmaß bilden die Ausgangsbasis.

  2. Grundfläche je Geschoss bestimmen

    Nach DIN 277, jedes Geschoss für sich betrachtet.

  3. Volumen berechnen

    Aus Grundfläche und Höhe jedes Geschosses sowie dem zusätzlichen Raum unter dem Dach ergibt sich der Bruttorauminhalt.

  4. Rohbauwert ableiten

    Als eine der Bezugsgrößen für die Baugenehmigungsgebühr in Rheinland-Pfalz.

  5. Ergebnis übergeben

    Mit nachvollziehbarem Rechenweg für das Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung, Bank oder weitere Planungsschritte.

Was den Aufwand einer Kubaturberechnung in Koblenz beeinflusst

Diese Punkte spielen eine Rolle:

  • Geschosszahl

    Jedes weitere Geschoss braucht eine eigene Ermittlung von Grundfläche und Höhe.

  • Dachgeometrie

    Ein einfaches Flachdach ist rascher erfasst als ein geneigtes oder mehrfach geknicktes Dach.

  • Vorliegende Zeichnungen

    Sind bemaßte Grundrisse und Schnitte bereits vorhanden, sinkt der Berechnungsaufwand deutlich.

  • Form des Baukörpers

    Ein schlichter, rechteckiger Grundriss lässt sich schneller berechnen als eine verwinkelte oder historisch gewachsene Gebäudeform.

  • Unterirdische Bauteile

    Kellergeschosse und Tiefgaragen erhöhen den Erfassungsaufwand zusätzlich, sobald sie allseitig umschlossen sind und damit vollständig zum Bruttorauminhalt zählen.

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