Kubaturberechnung in Kiel — Bruttorauminhalt als Bemessungsgrundlage der Baugebührenverordnung Schleswig-Holstein

Die Kubaturberechnung ermittelt Bruttorauminhalt (BRI) und Bruttogrundfläche (BGF) einer Immobilie nach DIN 277 – zwei Kennzahlen, die in Kiel über die reine Bewertung hinaus eine konkrete verwaltungstechnische Rolle spielen: Die Baugebührenverordnung Schleswig-Holstein (BauGebVO) vom 10. Juni 2022 legt für viele Bauvorhaben einen Richtwert je Kubikmeter umbauten Raums aus ihrer Anlage 2 zugrunde, um den gebührenpflichtigen Bauwert zu ermitteln – ein direkter Bezug auf den BRI, den das Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation für die Bauantragsgebühr heranzieht. Wer die Kubatur seines Kieler Vorhabens kennt, kennt damit auch einen wesentlichen Baustein der voraussichtlichen Gebühr.

Wofür der Bruttorauminhalt in Kiel gebraucht wird

Der BRI ist keine genehmigungspflichtige Leistung für sich, wird aber in mehreren Zusammenhängen zur zentralen Kennzahl:

  • Für die Bauantragsgebühr: Die Baugebührenverordnung Schleswig-Holstein zieht für zahlreiche Gebäudetypen einen Richtwert je Kubikmeter umbauten Raums aus ihrer Anlage 2 zur Ermittlung des gebührenpflichtigen Bauwerts heran, den das Amt für Bauordnung der Antragstellung zugrunde legt.
  • Für Wertermittlung und Finanzierung: Kreditgeber verlangen häufig eine nachvollziehbar dokumentierte Kubatur als Teil der Objektunterlagen, unabhängig vom konkreten Bauantragsverfahren.
  • Für energetische Nachweise: Auch Berechnungen zum Gebäudeenergiegesetz nehmen auf das umbaute beziehungsweise beheizte Volumen Bezug.
Die Baugebührenverordnung Schleswig-Holstein und ihre Richtwerttabelle

Nach der Baugebührenverordnung Schleswig-Holstein vom 10. Juni 2022, in Kraft seit dem 1. September 2022, wird der gebührenpflichtige Bauwert für die in ihrer Anlage 2 aufgeführten Gebäudetypen aus dem Produkt von umbautem Raum in Kubikmetern und dem dort für den jeweiligen Gebäudetyp hinterlegten Richtwert je Kubikmeter errechnet. Die Antragstellenden müssen dafür eine nachprüfbare Berechnung des umbauten Raums mit dem Bauantrag einreichen. Weil sich die Baukosten fortlaufend entwickeln, schreibt § 2 Abs. 1 BauGebVO eine jährliche Anpassung der Richtwerte anhand des vom Statistischen Bundesamt ermittelten Baupreisindexes vor; die neue Indexzahl und die daraus folgenden Richtwerte werden jeweils zum 1. September im Amtsblatt für Schleswig-Holstein bekanntgemacht. Anders als in Bundesländern, die den gebührenpflichtigen Bauwert über die Rohbausumme oder eine reine Herstellungskosten-Tabelle ermitteln, führt in Schleswig-Holstein damit ein sauber nach DIN 277 berechneter BRI unmittelbar zur richtigen Bemessungsgrundlage.

BRI und BGF – zwei unterschiedliche Kennzahlen

Beide Werte werden nach DIN 277 ermittelt, beschreiben aber unterschiedliche Größen:

Bruttorauminhalt (BRI)

Umfasst den gesamten umschlossenen Baukörper von der äußeren Bauteilkante bis zur Dachhaut, einschließlich Keller, Dachraum und Nebenräumen – gleich, ob ein Raum darunter später als Wohnfläche zählt. In Kiel ist dieser Wert die Größe, an der die Baugebührenverordnung unmittelbar ansetzt.

Bruttogrundfläche (BGF)

Addiert die Grundflächen sämtlicher Geschosse entlang der äußeren Bauteilkanten und dient als Ausgangspunkt für weitere Kennzahlen, etwa die Nutzfläche oder eine Kostenschätzung nach DIN 276.

Was für eine Kubaturberechnung in Kiel gebraucht wird

Grundlage der Berechnung sind belastbare Maße des gesamten Baukörpers:

  • Bemaßte Grundrisse und Schnitte aus Aufmaß oder Bestandsplan

    Mit Außenmaßen und Geschosshöhen jeder Ebene – Keller und Dachraum eingeschlossen, damit kein Teilvolumen des Baukörpers fehlt.

  • Dachform und Neigungswinkel

    Ohne sie lässt sich das Volumen bis zur äußeren Dachhaut nicht korrekt schließen – gerade Gauben und Schrägen im Wiederaufbau-Bestand verlangen genaue Angaben.

  • Gebäudetyp nach Anlage 2 der Baugebührenverordnung

    Für eine Berechnung im Zusammenhang mit dem Bauantrag wird zusätzlich die korrekte Zuordnung zum Gebäudetyp der Richtwerttabelle benötigt.

Kubaturberechnung in Kiel – Beispiele aus der Praxis

Bauantragsgebühr für ein Mehrfamilienhaus in Gaarden

Der nach DIN 277 ermittelte umbaute Raum wird mit dem für den Gebäudetyp hinterlegten Richtwert aus Anlage 2 der Baugebührenverordnung multipliziert – Grundlage für den gebührenpflichtigen Bauwert des Bauantrags.

Wertermittlung eines Wiederaufbau-Zeilenbaus

Ein sauber ermitteltes BRI schafft die Vergleichsbasis für ein Gutachten, unabhängig davon, dass die Wohnflächenberechnung nach WoFlV zu einem anderen Ergebnis kommt.

Erweiterung um einen ausgebauten Dachraum

Nur der tatsächlich umbaute Rauminhalt bis zur Dachhaut zählt zum BRI, auch wenn ein Teil davon wegen niedriger Raumhöhe nach § 47 LBO nicht als Aufenthaltsraum zulässig oder nicht als Wohnfläche anrechenbar ist.

Finanzierungsanfrage für ein Objekt an der Kiellinie

Kreditgeber verlangen häufig eine nachvollziehbar dokumentierte BGF oder BRI als Teil der Objektunterlagen, unabhängig vom aktuellen Nutzungszustand.

So entsteht Ihre Kubaturberechnung für Kiel

Von der Bestandsaufnahme bis zum nachvollziehbaren Ergebnis:

  1. Vorhandene Bauakte sichten

    Im Bauaktenarchiv am Fleethörn prüfen, ob eine Zeichnung der tatsächlichen Einheit oder nur ein Typenplan der ganzen Baureihe vorliegt.

  2. Lücken vor Ort schließen

    Bei unvollständigen oder fehlenden Maßen – häufig bei älteren Wiederaufbau-Gebäuden – wird nachgemessen, statt mit Annahmen zu rechnen.

  3. BRI und BGF geschossweise nach DIN 277 ermitteln

    Einschließlich Dachraum mit Schrägen, sofern vorhanden.

  4. Gebäudetyp der Baugebührenverordnung zuordnen

    Für den Bauantrag wird der passende Eintrag aus Anlage 2 der BauGebVO bestimmt und der dortige Richtwert je Kubikmeter angesetzt.

  5. Ergebnis für den jeweiligen Zweck aufbereiten

    Ob Bewertung, Finanzierung oder Angabe gegenüber dem Amt für Bauordnung – die Dokumentation richtet sich nach dem Verwendungszweck.

Was den Preis für eine Kubaturberechnung in Kiel beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:

  • Belastbarkeit der Bauakte

    Eine verwertbare Zeichnung der tatsächlichen Einheit aus dem Bauaktenarchiv am Fleethörn spart Zeit; liegt nur ein Typenplan der ganzen Zeile vor, wird zunächst vor Ort gemessen.

  • Geschosszahl des Gebäudes

    Jede zusätzliche Ebene – Keller, Zwischengeschoss, Dachraum – vergrößert den Erfassungsaufwand gegenüber einem einfachen, kompakten Baukörper.

  • Form des Dachs

    Ein einfaches Satteldach lässt sich schneller erfassen als eine Kombination aus Schrägen, Gauben und Erkern.

  • Wofür das Ergebnis gebraucht wird

    Ein Bezug zur Baugebührenverordnung für den Bauantrag verlangt eine andere Dokumentationstiefe als eine Berechnung für Wertermittlung oder Finanzierung.

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