Bauzeichnung in Ingolstadt — ein Plansatz für das Bauordnungsamt, ein zweiter Blick vom Stadtplanungsamt
Anforderungen an Bauzeichnungen regelt in Bayern seit 2007 die Bauvorlagenverordnung (BauVorlV) – ein Regelwerk, das an der Ingolstädter Stadtgrenze keinen Unterschied macht. Was für Vorhaben im Festungsring dennoch anders läuft: Der vollständige Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht geht zwar zunächst an das Bauordnungsamt, wird bei einem Gebäude in der Ensemble-Altstadt oder einem der Sanierungsgebiete aber zusätzlich vom eigenständigen Stadtplanungsamt – Denkmalschutz und Stadtsanierung gelesen. Zwei Ämter statt eines – wer das von Anfang an einplant, reicht seinen Plansatz beim ersten Anlauf vollständig ein.
- Was die Bauvorlagenverordnung für Ihre Bauzeichnung verlangt
- Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
- Was zu einem vollständigen Plansatz in Ingolstadt gehört
- Bauzeichnungen in Ingolstadt – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Plansatz für Ingolstadt
- Was den Preis für eine Bauzeichnung in Ingolstadt beeinflusst
Was die Bauvorlagenverordnung für Ihre Bauzeichnung verlangt
Die Bayerische Bauvorlagenverordnung legt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage gilt:
- Maßstab: mindestens 1:100 für Bauzeichnungen; der Lageplan darf nicht kleiner als 1:1000 sein.
- Kennzeichnung: Zeichen und Farben nach Anlage 1 der Bauvorlagenverordnung sind einheitlich zu verwenden, damit sich Bauteile und Nutzungen zweifelsfrei zuordnen lassen.
- Bauvorlageberechtigung: Aus der Zeichnung muss hervorgehen, wer sie im Sinne von Art. 61 BayBO als bauvorlageberechtigte Person verantwortet.
Weil Ingolstadt Bauordnung und Denkmalschutz organisatorisch getrennt hat, durchläuft ein Plansatz für ein Vorhaben im Festungsring zwei Prüfungen bei zwei verschiedenen Stellen: Zunächst prüft das Bauordnungsamt die formale Vollständigkeit nach der Bauvorlagenverordnung – Maßstab, Kennzeichnung, Bauvorlageberechtigung. Betrifft das Vorhaben zusätzlich die Ensemble-Altstadt, die Bayerische Landesfestung oder eines der mit Buchstaben gekennzeichneten Sanierungsgebiete, geht derselbe Plansatz zusätzlich an das eigenständige Stadtplanungsamt – Denkmalschutz und Stadtsanierung, das über Material, Erscheinungsbild und die Vereinbarkeit mit den Sanierungszielen entscheidet. Anders als in Städten, in denen eine einzige Behörde beide Fragen beantwortet, lohnt es sich in Ingolstadt deshalb besonders, die für die Denkmalprüfung nötigen Angaben von vornherein in den Plansatz einzuarbeiten, statt sie erst nach einer Rückmeldung des Stadtplanungsamts nachzureichen.
Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz für Ingolstadt entsteht:
Neubau ohne besonderen Schutzstatus
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt – der Plansatz geht digital an das Bauordnungsamt, eine zusätzliche Prüfung durch das Stadtplanungsamt entfällt.
Bestand und Umbau im Festungsring
Bei Änderungen an einem Gebäude in der Ensemble-Altstadt oder der Bayerischen Landesfestung braucht es eine verlässliche Bestandsgrundlage, aus dem Stadtarchiv oder einem aktuellen Aufmaß, bevor neue und zu beseitigende Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden können.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Ingolstadt gehört
Für die Einreichung braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:
- Grundrisse aller Geschosse
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit einheitlicher Zeichen- und Farbverwendung nach Anlage 1 der Bauvorlagenverordnung.
- Schnitte und Ansichten
Sie greifen Maße und Bauteile der Grundrisse konsequent auf, damit sich die Zeichnungen des Plansatzes gegenseitig nicht widersprechen.
- Lageplan
Amtlicher Auszug aus dem Liegenschaftskataster, nicht kleiner als im Maßstab 1:1000, mit Darstellung des Vorhabens auf dem Flurstück.
- Denkmalschutzrechtliche Angaben im Festungsring
Für Vorhaben in der Ensemble-Altstadt oder einem Sanierungsgebiet ergänzt das Stadtplanungsamt seine Prüfung um Angaben zu Material und Erscheinungsbild.
Bauzeichnungen in Ingolstadt – Beispiele aus der Praxis
Neubau eines Einfamilienhauses außerhalb der Altstadt
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung und gehen ohne zusätzliche Prüfschleife an das Bauordnungsamt.
Dachgeschossausbau an einem Haus im Festungsring
Weil das Gebäude in der Ensemble-Altstadt liegt, wird der Plansatz zusätzlich vom Stadtplanungsamt – Denkmalschutz und Stadtsanierung gelesen, bevor die Baugenehmigung erteilt werden kann.
Umbau in einem Altstadt-Sanierungsgebiet
Neben den Anforderungen der Bauvorlagenverordnung prüft das Stadtplanungsamt hier zusätzlich, ob der geplante Umbau mit den Sanierungszielen des Gebiets vereinbar ist.
Wintergarten-Anbau in einem jüngeren Stadtbezirk
Auch ein kleines Vorhaben verlangt den vollständigen, aufeinander abgestimmten Plansatz – eine einzelne, isoliert eingereichte Zeichnung genügt dem Bauordnungsamt nicht.
So entsteht Ihr Plansatz für Ingolstadt
Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.
- Bestand klären
Stadtarchiv-Akte, Bauakte des Bauordnungsamts oder Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.
- Grundrisse erstellen
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der Bauvorlagenverordnung.
- Schnitte und Ansichten abstimmen
Auf die Grundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile durchgängig übereinstimmen.
- Denkmalschutzrechtliche Angaben ergänzen, falls nötig
Bei Vorhaben im Festungsring oder einem Sanierungsgebiet fließen Material- und Erscheinungsbildangaben direkt in denselben Satz ein.
- Plansatz digital einreichen
Zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung geht der vollständige Satz über das BayernPortal an das Bauordnungsamt, das ihn bei Bedarf an das Stadtplanungsamt weiterreicht.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Ingolstadt beeinflusst
Wie aufwendig ein Plansatz für Ingolstadt wird, richtet sich nach mehreren Faktoren gleichzeitig:
- Neubau oder Bestand
Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen unklaren Bestand.
- Beteiligung des Stadtplanungsamts
Material- und Erscheinungsbildangaben für Festungsring oder Sanierungsgebiet kosten Zeichenzeit, ersparen dafür aber eine spätere Nachforderung.
- Zustand der Bestandsakte
Fehlt eine verwertbare Akte oder ist sie schwer lesbar, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.
- Umfang des Vorhabens
Je mehr Geschosse und je verschachtelter die Bauteile, desto umfangreicher fällt der gesamte Plansatz aus.
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