Kubaturberechnung in Ingelheim am Rhein — Rauminhalt oberhalb und unterhalb der Geländekante

Die Kubatur beschreibt, wie viel Raum ein Gebäude einnimmt. Anders als die Wohnfläche fragt sie nicht danach, was nutzbar ist, sondern was baulich vorhanden ist: umbauter Raum von der Gründungssohle bis zur Dachhaut, gerechnet nach den Regeln der DIN 277. Diese Größe wird gebraucht, wo es um das Gebäude als Ganzes geht — bei der Gebäudeversicherung, bei Kostenermittlungen nach Rauminhalt, bei Abbruch- und Entsorgungsmengen und bei Angaben, die eine Bauaufsicht zum Maß eines Vorhabens verlangt.

Im Ingelheimer Bestand ist diese Berechnung selten trivial. Die gewachsenen Anwesen in den alten Ortslagen bestehen häufig aus mehreren aneinandergebauten Baukörpern mit unterschiedlichen Traufhöhen, dazwischen Durchfahrten, Anbauten und Schleppdächer. Unter dem Ganzen liegen Keller, die weder in der Tiefe noch im Grundriss dem folgen, was darüber steht — bei Gewölbekellern kommt hinzu, dass die Decke gekrümmt verläuft und der Rauminhalt sich nicht als Grundfläche mal Höhe abkürzen lässt.

Genau in diesem unteren Teil liegt für Ingelheim eine zweite Bedeutung. Wo Volumen unter der Geländeoberkante entsteht, entsteht Aushub — und Aushub ist in einer Stadt mit archäologischem Untergrund eine Größe, die man besser kennt als schätzt.

Wofür die Kubatur in Ingelheim gebraucht wird

Diese Anlässe verlangen eine belastbare Rauminhaltsangabe:

  • Für die Gebäudeversicherung, wenn der Versicherungswert am umbauten Raum hängt.
  • Für eine Kostenermittlung, die auf Kennwerten je Kubikmeter aufbaut.
  • Für Abbruch- und Entsorgungsmengen bei einem Ersatzneubau.
  • Für Angaben zum Maß der baulichen Nutzung in einem Antragsverfahren.
  • Für die Beurteilung, wie viel Bodenmasse ein geplantes Vorhaben bewegt.
Aushubvolumen als Ingelheimer Planungsgröße

In den meisten Städten interessiert am Rauminhalt nur der Teil über der Erde. In Ingelheim lohnt der Blick auf beide Hälften. Unter der Stadt liegen Reste der karolingischen Kaiserpfalz und weiterer früher Siedlungsphasen. Das Denkmalschutzgesetz Rheinland-Pfalz erlaubt es, Flächen mit begründetem Verdacht auf verborgene Kulturdenkmäler als Grabungsschutzgebiet auszuweisen; Vorhaben, die dort verborgene Kulturdenkmäler gefährden können, brauchen eine denkmalrechtliche Genehmigung neben der bauaufsichtlichen Entscheidung. Zusätzlich gilt überall die Pflicht, einen Fund bei Erdarbeiten unverzüglich anzuzeigen und Fund wie Fundstelle für eine begrenzte Zeit unverändert zu lassen. Die Stadt begleitet Baumaßnahmen in historisch bedeutsamen Bereichen durch ihre Forschungsstelle für die Kaiserpfalz und arbeitet dafür seit 2012 mit einem Archäologischen Stadtkataster. Welche Rolle das für ein konkretes Vorhaben spielt, entscheidet sich an zwei Zahlen: wie tief und über welche Fläche in den anstehenden Boden eingegriffen wird. Beide lassen sich aus einer sauberen Kubaturbetrachtung ableiten, wenn die Höhenbezüge stimmen — Geländeoberkante, geplante Sohle, Fläche der Baugrube. Eine Vollunterkellerung, eine Bodenplatte mit Frostschürze und ein aufgeständerter Anbau unterscheiden sich darin um Größenordnungen, und dieser Unterschied ist verhandelbar, solange er noch auf dem Papier steht. Wir liefern die Berechnung und die Darstellung; die archäologische Bewertung und eine etwaige Grabung liegen bei den zuständigen Fachstellen.

Wie die Berechnung aufgebaut ist

Die DIN 277 unterscheidet nach der Umschließung des Raums:

Vollständig umschlossene Bereiche

Beheizte und unbeheizte Räume mit Wänden und Decke — der Hauptteil des Rauminhalts eines Wohngebäudes.

Teilweise umschlossene Bereiche

Überdachte, aber offene Bauteile wie Durchfahrten, Loggien oder Schleppdächer werden getrennt ausgewiesen.

Bereiche unter der Geländeoberkante

Keller und Kriechkeller zählen zum umbauten Raum. Bei Gewölben wird die gekrümmte Deckenfläche abschnittsweise erfasst, nicht mit einer Ersatzhöhe überschlagen.

Dachräume

Der Rauminhalt folgt der tatsächlichen Dachform. Bei Krüppelwalm, Schleppgauben und angesetzten Pultdächern lohnt die abschnittsweise Ermittlung.

Was wir dafür brauchen und was Sie erhalten

  • Aufgemessene Grundrisse aller Geschosse

    Einschließlich Keller und Dachraum, mit Außenmaßen und Wandstärken.

  • Höhenbezüge am Gebäude

    Geländeoberkante, Fußbodenhöhen, Kellersohle und Traufe — ohne sie bleibt jede Volumenangabe eine Näherung.

  • Nachvollziehbare Berechnungsaufstellung

    Nach Bauteilen und Bereichen gegliedert, sodass sich jede Teilmenge nachrechnen lässt.

  • Schnitt als Prüfgrundlage

    Ein maßstäblicher Schnitt macht sichtbar, welche Höhen in welchen Abschnitt eingegangen sind.

Kubaturfälle aus Ingelheim

Winzerhof mit Hofdurchfahrt

Wohnhaus, Kelterhaus und Scheune haben verschiedene Höhen; die überdachte Durchfahrt zählt als teilweise umschlossener Bereich getrennt.

Haus mit Gewölbekeller

Die gekrümmte Decke lässt sich nicht mit einer mittleren Höhe abrechnen, ohne dass der Fehler spürbar wird.

Ersatzneubau nach Abbruch

Der Rauminhalt des Bestands bestimmt die Abbruch- und Entsorgungsmenge und damit einen großen Teil der Vorkosten.

Anbau mit geplanter Unterkellerung

Hier steht die Frage im Vordergrund, wie viel Boden bewegt wird — und welche Alternative dieselbe Nutzfläche mit weniger Aushub schafft.

Von der Aufnahme zur Berechnung

  1. Bestand aufnehmen

    Außenmaße, Höhen und Dachgeometrie werden am Gebäude erfasst, inklusive Keller und Nebenbauteilen.

  2. Baukörper gliedern

    Zusammengebaute Gebäudeteile werden in Abschnitte zerlegt, die sich sauber getrennt rechnen lassen.

  3. Rauminhalte ermitteln

    Je Abschnitt und Bereichstyp nach DIN 277, mit gesonderter Ausweisung der Teile unter der Geländeoberkante.

  4. Ergebnis dokumentieren

    Berechnungsaufstellung und Schnitt gehen zusammen, damit die Zahlen prüfbar bleiben.

  5. Ergebnis auf den Verwendungszweck zuschneiden

    Für die Versicherung zählt eine andere Zusammenstellung als für eine Abbruchkalkulation oder eine Massenermittlung des Aushubs. Wir weisen die Teilmengen so aus, dass der jeweilige Empfänger sie direkt übernehmen kann.

Was den Aufwand einer Kubaturberechnung bestimmt

Der Aufwand richtet sich nach der Geometrie, nicht nach der Größe allein:

  • Zahl der Baukörper

    Jeder angebaute Teil mit eigener Höhe wird gesondert erfasst und anschließend zusammengeführt.

  • Komplexität der Dachform

    Ein einfaches Satteldach ist schnell gerechnet; Walme, Gauben und Versprünge erzeugen viele Teilvolumina.

  • Kellersituation

    Teilunterkellerung, springende Sohlen und Gewölbe verlangen eine abschnittsweise Ermittlung.

  • Vorhandene Grundlagen

    Liegt ein aktuelles Aufmaß vor, ist der Weg kurz. Andernfalls steht die Aufnahme am Anfang.

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