Bauzeichnung in Heidelberg — Plansatz nach LBOVVO, abgestimmt auf Gesamtanlage und Hanglage
Ein vollständiger Plansatz für das Amt für Baurecht und Denkmalschutz besteht in Heidelberg aus denselben Bestandteilen wie überall in Baden-Württemberg: Grundriss, Schnitt, Ansicht und Lageplan, ausgerichtet an der Verfahrensverordnung zur Landesbauordnung (LBOVVO), die der Landtag zusammen mit der übrigen Bauordnung zum 28. Juni 2025 reformiert hat. Zwei Heidelberger Besonderheiten verlangen dabei zusätzliche Sorgfalt: Liegt das Grundstück in der Gesamtanlage Altstadt oder Weststadt, muss der Plansatz so detailliert sein, dass er zugleich der denkmalschutzrechtlichen Prüfung standhält. Und liegt es an einem der Hänge von Königstuhl oder Heiligenberg, wie in Teilen von Handschuhsheim, Neuenheim oder Rohrbach üblich, braucht insbesondere der Lageplan eine über das übliche Maß hinausgehende Höhendarstellung, damit Abstandsflächen und Erschließung nachvollziehbar bleiben.
- Was die LBOVVO für Ihre Bauzeichnung verlangt
- Wie der Plansatz entsteht: Neubau oder Bestand
- Was zu einem vollständigen Plansatz in Heidelberg gehört
- Bauzeichnungen in Heidelberg – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Plansatz für Heidelberg
- Was den Preis für eine Bauzeichnung in Heidelberg beeinflusst
Was die LBOVVO für Ihre Bauzeichnung verlangt
Drei Anforderungen entscheiden in Baden-Württemberg darüber, ob eine Bauzeichnung als vollständige Bauvorlage durchgeht:
- Der Maßstab: für Grundrisse, Schnitte und Ansichten üblicherweise 1:100, für den zeichnerischen Teil des Lageplans nach § 4 LBOVVO 1:500.
- Abweichungen sind möglich: Braucht eine Eintragung mehr Platz, lässt das Amt einen größeren Maßstab zu; reicht ein kleinerer für die Beurteilung aus, genügt auch dieser.
- Erkennbare Verantwortung: Der Plansatz muss ausweisen, welche bauvorlageberechtigte Person ihn als Entwurfsverfasser vertritt.
In den meisten Städten muss ein Lageplan im Maßstab 1:500 vor allem die Grundstücksgrenzen und die geplante bauliche Anlage korrekt wiedergeben. In Heidelberg kommen regelmäßig zwei weitere Anforderungen hinzu, die selten gemeinsam auftreten: Innerhalb der seit 2018 beziehungsweise 2012 geschützten Gesamtanlagen Altstadt und Weststadt muss der Plansatz so detailliert sein, dass er zugleich der denkmalschutzrechtlichen Prüfung nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes standhält – etwa mit Blick auf die in der Altstadt-Satzung ausdrücklich geschützten Sichtbeziehungen zwischen den Neckar-Hangbereichen und der Stadt. Und an den Steilhängen von Königstuhl und Heiligenberg, wie sie Teile von Handschuhsheim, Neuenheim und Rohrbach prägen, muss der Lageplan den Geländeverlauf belastbar abbilden, weil Abstandsflächen an einem Hanggrundstück anders zu berechnen sind als auf ebenem Gelände. Für Grundstücke außerhalb dieser beiden Besonderheiten – etwa in der Bahnstadt oder auf Patrick-Henry-Village – entfällt der zusätzliche Aufwand weitgehend.
Wie der Plansatz entsteht: Neubau oder Bestand
Der Ausgangspunkt unterscheidet sich deutlich, je nachdem, ob neu gebaut oder umgebaut wird:
Neubau: alles entsteht aus einer Hand
Bei einem Neubau in der Bahnstadt oder auf Patrick-Henry-Village werden Grundriss, Schnitt und Ansicht direkt aus derselben Planung abgeleitet, Maße und Bauteile stimmen von vornherein überein – bei einem Hanggrundstück inklusive der Geländeschnitte, die den Höhenverlauf zeigen.
Bestand und Umbau: erst der Abgleich, dann die Zeichnung
Wer an einem bestehenden Gebäude etwas ändert, muss zu beseitigende und neu geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar darstellen. Weil Heidelbergs Baubestand den Krieg weitgehend unbeschadet überstand, lässt sich der heutige Zustand häufig direkt aus der digitalisierten Bauakte ableiten.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Heidelberg gehört
Ein einzelnes Blatt reicht für die digitale Einreichung nicht:
- Grundrisse aller Geschosse
Bemaßt, üblicherweise im Maßstab 1:100, mit sämtlichen von der LBOVVO verlangten Angaben je Geschoss.
- Schnitte und Ansichten
Im selben Maßstab wie die Grundrisse und mit ihnen abgestimmt; an einem Hanggrundstück zusätzlich mit einem Geländeschnitt, der den Höhenverlauf zeigt.
- Lageplan im Maßstab 1:500
Zeichnerisch nach § 4 LBOVVO, mit korrekter Höhendarstellung bei Hanglage und, innerhalb einer Gesamtanlage, mit Blick auf geschützte Sichtbeziehungen.
Bauzeichnungen in Heidelberg – Beispiele aus der Praxis
Neubau an einem Steilhang in Handschuhsheim
Der Plansatz muss den Geländeverlauf über mehrere Höhenmeter hinweg korrekt abbilden, damit sich Abstandsflächen und Erschließung nachvollziehen lassen – ein Standard-Lageplan aus dem ebenen Umland passt hier nicht ohne Anpassung.
Fassadenänderung in der Gesamtanlage Altstadt
Die neuen Zeichnungen müssen so detailliert sein, dass das Amt für Baurecht und Denkmalschutz sowohl die bauordnungsrechtliche als auch die denkmalschutzrechtliche Seite im selben Vorgang beurteilen kann.
Neubauquartier in der Bahnstadt
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, auf ebenem, regelmäßig geschnittenem Gelände ohne die Besonderheiten von Hanglage oder Gesamtanlage.
Dachgeschossausbau in der Weststadt
Der Plansatz muss zu beseitigende und neu geplante Bauteile eindeutig unterscheiden – häufig lässt sich der Bestand dafür direkt aus der digitalisierten Bauakte übernehmen, weil das Gebäude selbst weitgehend original erhalten ist.
Erschließungsplanung auf dem Konversionsareal Patrick-Henry-Village
Für neue Baufelder wird der Lageplan mit den städtebaulichen Vorgaben des Masterplans der Internationalen Bauausstellung Heidelberg abgeglichen, bevor die eigentlichen Bauzeichnungen entstehen.
So entsteht Ihr Plansatz für Heidelberg
Bis der Plansatz einreichfertig ist, durchläuft er mehrere ineinandergreifende Arbeitsschritte:
- Bestand und Grundstückslage klären
Digitalisierte Bauakte oder eigenes Aufmaß liefern die Grundlage; bei einem Hanggrundstück kommt die genaue Vermessung des Geländeverlaufs hinzu.
- Grundrisse zeichnen
Bemaßt im Maßstab 1:100, mit sämtlichen von der LBOVVO geforderten Pflichtangaben.
- Schnitte und Ansichten abstimmen
Bezogen auf die Grundrisse, an Hanggrundstücken ergänzt um einen Geländeschnitt.
- Lageplan zeichnen
Im Maßstab 1:500 nach § 4 LBOVVO, mit exakter Wiedergabe von Grundstücksform und Geländehöhe.
- Plansatz zusammenstellen und einreichen
Digital über ViBa-BW, ergänzt um Baubeschreibung und die je nach Vorhaben zusätzlich nötigen Nachweise.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Heidelberg beeinflusst
Ein pauschaler Preis für einen Plansatz lässt sich seriös nicht nennen – diese Punkte bestimmen den tatsächlichen Aufwand:
- Neubau oder Bestand
Aus einer laufenden Planung heraus entsteht ein abgestimmter Plansatz meist schneller als aus der nachträglichen Anpassung an einen älteren Baubestand.
- Hanglage des Grundstücks
Ein Grundstück an den Hängen von Königstuhl oder Heiligenberg verlangt bei Lageplan und Geländeschnitt spürbar mehr Sorgfalt als ein ebenes Baugrundstück.
- Lage in einer Gesamtanlage
Innerhalb der Gesamtanlagen Altstadt oder Weststadt kommt die zusätzliche denkmalschutzrechtliche Prüfbarkeit des Plansatzes hinzu.
- Größe und Komplexität des Vorhabens
Mit der Zahl der Geschosse und der Vielfalt der Bauteile wächst auch die Zahl der Einzelzeichnungen im fertigen Plansatz.
- Vorgaben auf Entwicklungsflächen
Auf Patrick-Henry-Village oder in der Bahnstadt kommen zusätzliche Abstimmungen mit dem jeweiligen städtebaulichen Rahmenplan hinzu.
Alle Leistungen in Heidelberg
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Heidelberg ansehen →
Haben Sie noch Fragen?
Lassen Sie uns anfangen!
Stellen Sie Ihren Plansatz hier zusammen – Grundrisse, Ansichten und Schnitte.
