Bauzeichnung in Hannover — der koordinierte Plansatz nach der Niedersächsischen Bauvorlagenverordnung

Wie eine Bauzeichnung für Hannover auszusehen hat, regelt die Niedersächsische Bauvorlagenverordnung (NBauVorlVO) – seit ihrem Inkrafttreten zum 1. Januar 2022 im Kern unverändert und, soweit ersichtlich, auch von der NBauO-Novelle zum 1. Juli 2025 nicht berührt. Wer für Hannover eine Bauzeichnung braucht, benötigt aber ohnehin selten ein einzelnes Blatt: Gefragt ist ein vollständiger, in sich stimmiger Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht, den der Fachbereich Planen und Stadtentwicklung als Ganzes gegeneinander prüft, bevor er digital über das virtuelle Bauamt zur Genehmigung eingereicht wird. Taucht eine Wand im Grundriss an einer anderen Stelle auf als im zugehörigen Schnitt, fällt das bei dieser Prüfung zuverlässig auf – mit entsprechender Rückfrage und entsprechendem Zeitverlust, den ein von Anfang an sauber koordinierter Plansatz vermeidet.

Was die NBauVorlVO für Ihre Bauzeichnung verlangt

Die Bauvorlagenverordnung legt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage gilt:

  • Maßstab: mindestens 1:100 für Bauzeichnungen; größer, wenn er zur Darstellung der erforderlichen Eintragungen notwendig ist, kleiner nur, wenn er dafür ausreicht.
  • Kennzeichnung: numerische Maßstabsangabe und grafische Maßstabsleiste auf jeder Zeichnung, an derselben Stelle in der Nähe des Schriftfelds.
  • Bauvorlageberechtigung: aus der Zeichnung muss hervorgehen, wer sie verantwortet – Voraussetzung für die Prüfung durch den Fachbereich Planen und Stadtentwicklung, unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder einen Umbau handelt.
Seit 2022 stabil, auch nach der Novelle 2025

Die NBauVorlVO wurde am 23. November 2021 verkündet und trat zum 1. Januar 2022 in Kraft. Anders als der Bauantrag selbst, für den die NBauO-Novelle zum 1. Juli 2025 spürbare Erleichterungen brachte – etwa beim Katalog verfahrensfreier Vorhaben und bei der Vollgeschossdefinition –, blieb die Bauvorlagenverordnung von dieser Reform nach den verfügbaren Quellen unberührt. Für die Bauzeichnung selbst gilt deshalb weiterhin dieselbe Systematik wie seit 2022: Maßstab, Kennzeichnung und die Pflicht zur eindeutigen Unterscheidung von Bestand und Neuplanung bei Umbauten. Was sich durch die Novelle ändert, ist nicht die Form der Zeichnung, sondern mitunter ihr Inhalt – etwa wenn ein Dachgeschoss nach der neuen Vollgeschossdefinition anders einzuordnen ist als zuvor und die Zeichnung das entsprechend eindeutig darstellen muss. Wer die Zeichnung selbst auf dem Stand von vor 2025 belässt, aber die neue Rechtslage im Text der Baubeschreibung voraussetzt, riskiert einen Widerspruch zwischen Zeichnung und Beschreibung, den der Fachbereich bei der Prüfung aufgreift.

Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen

Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz entsteht:

Neubau: vollständiger Plansatz von Grund auf

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt – Maße, Öffnungen und Bauteile stimmen zwischen den Zeichnungen überein.

Bestand und Umbau: Abgleich mit dem zentralen Bauaktenarchiv

Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen die neuen Zeichnungen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden – das setzt eine verlässliche Bestandsgrundlage voraus, die je nach Baualter aus dem laufend geführten Bauaktenarchiv oder aus einem aktuellen Aufmaß stammt.

Was zu einem vollständigen Plansatz in Hannover gehört

Für die Einreichung braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:

  • Grundrisse aller Geschosse

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit numerischer Maßstabsangabe und Maßstabsleiste auf jedem Blatt – vom Keller bis zum Dachgeschoss, damit der Fachbereich das Vorhaben geschossweise nachvollziehen kann.

  • Schnitte und Ansichten

    Auf die Grundrisse abgestimmt, im selben Maßstab, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile – gerade bei Aufstockungen oder Dachgeschossausbauten entscheidet der Schnitt darüber, ob sich die tatsächliche Raumhöhe nachvollziehen lässt.

  • Lageplan

    Aktueller Auszug aus dem Liegenschaftskataster mit Darstellung des Flurstücks und des geplanten Vorhabens, als räumliche Grundlage für die Prüfung durch den Fachbereich Planen und Stadtentwicklung.

Bauzeichnungen in Hannover – Beispiele aus der Praxis

Neubau eines Mehrfamilienhauses

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab, und gehen digital über das virtuelle Bauamt an den Fachbereich Planen und Stadtentwicklung.

Sanierung eines Gründerzeithauses in der Südstadt

Die neuen Zeichnungen müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden; Grundlage ist ein aktuelles Aufmaß, weil die historische Bauakte den heutigen Zustand solcher Gebäude oft nicht mehr vollständig abbildet. Erst danach lässt sich zeichnerisch sauber trennen, was von der ursprünglichen Bausubstanz erhalten bleibt und was neu hinzukommt.

Neubauwohnung in Kronsrode

Für Vorhaben im entstehenden Stadtteil auf dem Expo-Gelände liegen Planungsdaten von Beginn an digital vor – der Plansatz für die Bauantragseinreichung lässt sich direkt daraus ableiten, ohne Umweg über eine ältere Bauakte.

So entsteht Ihr Plansatz für Hannover

Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.

  1. Bestand klären

    Zentrales Bauaktenarchiv oder aktuelles Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.

  2. Grundrisse erstellen

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der NBauVorlVO.

  3. Schnitte und Ansichten abstimmen

    Auf die Grundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile durchgängig übereinstimmen.

  4. Zu beseitigende und geplante Bauteile kennzeichnen

    Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden zwingend vorgeschrieben.

  5. Plansatz digital für den Fachbereich zusammenstellen

    Aufbereitet für die Einreichung über das virtuelle Bauamt, zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Hannover beeinflusst

Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:

  • Neubau oder Bestand

    Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an ein Bestandsgebäude mit unklarer Vorgeschichte.

  • Zustand der Bestandsunterlagen

    Fehlt eine verwertbare Bauakte, etwa bei älteren Gebäuden mit kriegsbedingten Lücken, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.

  • Umfang des Vorhabens

    Zahl der Geschosse und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelzeichnungen der Plansatz umfasst und wie aufwendig deren Abstimmung untereinander ausfällt.

  • Gewünschte Bearbeitungsgeschwindigkeit

    Wirkt sich auf die eigene Vorlaufzeit aus, nicht auf die gesetzlichen Prüffristen des Fachbereichs Planen und Stadtentwicklung.

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