Grundrisse in Hamburg — vom Kontorhaus im Kontorhausviertel bis zur Neubauwohnung auf der HafenCity-Warft bemaßt erfasst

Hamburgs Vielfalt an Grundrissen beginnt schon bei der Frage, wofür ein Gebäude ursprünglich gebaut wurde. Im UNESCO-Welterbe aus Speicherstadt und Kontorhausviertel dominierten von Beginn an Lagerräume, Kontore und ein Stützenraster für Gewerbenutzung – Wohnungen entstehen dort fast ausschließlich durch spätere Umnutzung, ohne dass ein passender Wohn-Grundriss je existiert hätte. In den dicht bebauten Vierteln zwischen Eimsbüttel und Hoheluft prägt dagegen der schmale Schlitzbau das Bild, dessen enge Hofflügel oft nur lückenhaft dokumentiert sind. Und in der HafenCity entstehen komplett neue Wohnungen auf künstlich erhöhten Warften, deren Grundrisse zwei unterschiedliche Zugangsniveaus verbinden müssen. Welcher Weg zu Ihrem Grundriss führt, hängt entscheidend davon ab, zu welcher dieser drei Hamburger Kategorien Ihre Immobilie zählt.

Wann Sie in Hamburg einen neuen Grundriss brauchen

Ein Grundriss ist auch in Hamburg keine für sich genommen genehmigungspflichtige Leistung, wird aber in mehreren wiederkehrenden Situationen zwingend gebraucht:

  • Verkauf und Finanzierung: Bank und Notar setzen einen aktuellen, bemaßten Plan voraus – ein historischer Gewerbeplan reicht dafür bei umgenutzten Kontorhäusern in aller Regel nicht.
  • Umnutzung von Kontorhaus- oder Speicherflächen zu Wohnraum: Die ursprüngliche Stützenraster-Aufteilung für Lager- und Bürozwecke muss komplett neu als Wohnungsgrundriss gedacht werden.
  • Lückenhafte Akte bei Schlitzbauten: Für die schmalen Hofflügel zwischen Eimsbüttel und Hoheluft geben ältere Bauakten die tatsächliche Raumaufteilung oft nur unvollständig wieder.
  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan: Wer eine Immobilie in Wohnungs- und Teileigentum aufteilen will, braucht einen maßstäblichen Aufteilungsplan als Grundlage der Abgeschlossenheitsbescheinigung.
  • Neubau in der HafenCity: Für Wohnungen auf einer Warft muss der Grundriss die besondere Zugangssituation mit Sockelgeschoss statt klassischem Keller korrekt abbilden.
Vom Lagerraum zur Wohnung: Grundrisse im Kontorhausviertel

Speicherstadt und Kontorhausviertel entstanden zwischen 1885 und den 1950er-Jahren, unter anderem mit dem von Fritz Höger entworfenen Chilehaus, ausschließlich für Lager-, Kontor- und Bürozwecke – seit 2015 stehen sie als UNESCO-Welterbe unter besonderem Schutz. Die historischen Grundrisse folgen einem Stützenraster, das auf große, offene Nutzflächen statt auf einzelne Wohnräume ausgelegt ist. Wird eine Kontorhausetage zu Wohnraum umgenutzt, existiert deshalb kein passender Ausgangsplan, auf den sich aufbauen ließe: Der neue Wohnungsgrundriss entsteht praktisch immer über eine vollständige Neuerfassung des Bestands, bei der zugleich zu klären ist, welche Elemente des historischen Stützenrasters aus Denkmalschutzgründen erhalten bleiben müssen.

Woher Ihr Hamburger Grundriss stammt

Je nach Gebäude und Datenlage kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus dem bezirklichen Bauaktenarchiv

Ist eine verwertbare Bauakte vorhanden und deckt sie sich mit dem heutigen Bestand, lässt sich der Grundriss daraus ableiten. Zuständig ist stets das Bauaktenarchiv des Bezirksamts, in dessen Gebiet das Gebäude liegt – für eine Adresse in Ottensen etwa Altona, für eine in Barmbek Hamburg-Nord.

Per Aufmaß vor Ort

Fehlt die Akte oder weicht sie vom tatsächlichen Bestand ab – etwa bei einer Kontorhaus-Umnutzung oder einem lückenhaft dokumentierten Schlitzbau –, wird direkt vermessen. Für Wohnnutzungen in ursprünglich gewerblichen Gebäuden ist das praktisch immer der einzige Weg.

Aus vorhandenen digitalen Plänen

Für Neubauwohnungen in der HafenCity liegen die Bauunterlagen von Beginn an digital vor und lassen sich direkt für die Grundrisserstellung weiterverwenden – hier fällt der Erfassungsaufwand am geringsten aus.

Welche Unterlagen für Ihren Hamburger Grundriss hilfreich sind

Je nachdem, welcher Weg zum Ziel führt, sind unterschiedliche Unterlagen relevant:

  • Bauakteneinsicht mit berechtigtem Interesse und Vollmacht

    Für die Einsicht beim zuständigen Bezirksamt werden ein berechtigtes Interesse, üblicherweise ein Eigentumsnachweis, und, wenn ein Dritter die Anfrage stellt, eine Vollmacht verlangt.

  • Vorhandene alte Pläne oder Skizzen

    Auch ein historischer Gewerbeplan aus dem Kontorhausviertel oder eine unvollständige Schlitzbau-Skizze ist als Ausgangspunkt hilfreich, um die grundsätzliche Raumaufteilung nachzuvollziehen.

  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan

    Bei Eigentumswohnungen zeigt der bestehende Aufteilungsplan, welche Räume zum Sondereigentum gehören – wichtig, wenn ein neuer Grundriss mit der ursprünglichen Aufteilung abgeglichen werden muss.

  • Angaben zur früheren gewerblichen Nutzung

    Bei einer Umnutzung im Kontorhausviertel hilft eine Beschreibung der ursprünglichen Nutzung und des vorhandenen Stützenrasters, damit der neue Grundriss von Anfang an denkmalverträglich geplant werden kann.

Grundrisse in Hamburg – Beispiele aus der Praxis

Schlitzbau-Etagenwohnung zwischen Eimsbüttel und Hoheluft

Der schmale Hofflügel des historischen Schlitzbaus ist in der Bauakte oft nur grob skizziert. Ein Aufmaß vor Ort erfasst die tatsächliche, häufig unregelmäßige Raumaufteilung an den engen Stellen des Gebäudes.

Kontorhaus-Etage vor Umnutzung zu Wohnzwecken

Die vorhandene Bauakte zeigt ein offenes Stützenraster für Büronutzung, keine Wohnungsaufteilung. Der neue Grundriss entsteht über eine vollständige Neuerfassung, abgestimmt mit den Vorgaben des Welterbe-Denkmalschutzes.

Neubauwohnung auf einer HafenCity-Warft

Die Wohnung liegt auf einer künstlich erhöhten Warft mit einem wasserdicht ausgebauten Sockelgeschoss anstelle eines klassischen Kellers. Der Grundriss muss beide Zugangsniveaus – Straßenebene und Warft – eindeutig abbilden.

Gründerzeitwohnung in Barmbek nach nachträglicher Teilung

Wurde eine größere Genossenschaftswohnung im Lauf der Jahrzehnte in zwei kleinere Einheiten geteilt, weicht der heutige Zuschnitt von der historischen Akte ab. Maßgeblich ist ausschließlich der tatsächliche, aktuelle Bestand.

So läuft Ihr Grundriss in Hamburg ab

Fachlich unterscheidet sich der Ablauf nicht von anderen Städten. In Hamburg kommt es besonders darauf an, früh zu klären, welches Bezirksamt zuständig ist und ob die ursprüngliche Gebäudenutzung überhaupt zur heutigen passt:

  1. Zweck und Gebäudenutzung klären

    Ob der Grundriss für Verkauf, Finanzierung, eine Teilungserklärung oder eine Umnutzung gebraucht wird, bestimmt Maßstab und Detailtiefe – bei ehemaligen Gewerbeflächen kommt die Frage nach der ursprünglichen Nutzung hinzu.

  2. Zuständiges Bezirksamt und Aktenlage prüfen

    Je nach Lage des Gebäudes wird das zuständige Bezirksamt ermittelt und die dortige Bauakte auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem heutigen Bestand geprüft.

  3. Fehlende Grundlagen beschaffen oder aufmessen

    Reichen die vorhandenen Unterlagen nicht aus, wird die Bauakte beim zuständigen Bezirksamt angefragt oder das Gebäude direkt vor Ort vermessen.

  4. Grundriss zeichnen und bemaßen

    Aus den erfassten Maßen entsteht der bemaßte Grundriss – auf Wunsch inklusive Möblierung und weiteren Detailgraden für die Vermarktung.

  5. Ergebnis übergeben

    Sie erhalten den fertigen Grundriss als Plandatei, auf Wunsch mit Architektenstempel – bereit für Bank, Notar oder das zuständige Fachamt.

Was den Aufwand eines Grundrisses in Hamburg beeinflusst

Der Erfassungsaufwand unterscheidet sich zwischen den Hamburger Gebäudetypen deutlich:

  • Ursprüngliche Nutzung des Gebäudes

    Ein Gebäude mit durchgehender Wohnnutzung ist meist rasch erfasst. Eine Umnutzung aus dem Kontorhausviertel verlangt dagegen eine vollständige Neuplanung des Grundrisses statt einer bloßen Anpassung.

  • Zustand der vorhandenen Bauakte

    Eine aktuelle, verwertbare Akte beim zuständigen Bezirksamt ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder ist sie lückenhaft, wie bei vielen Schlitzbauten, kommen Aktenrecherche oder ein Vor-Ort-Termin hinzu.

  • Bauliche Besonderheiten wie Warft oder Stützenraster

    HafenCity-Wohnungen mit zwei Zugangsniveaus oder Kontorhausetagen mit historischem Stützenraster verlangen mehr Sorgfalt bei der Erfassung als ein Gebäude mit klassischem Grundriss.

  • Zahl der Ebenen und Einheiten

    Eine einzelne Etagenwohnung ist rasch erfasst. Ein Haus mit mehreren Geschossen und Einheiten verlangt für jede Wohnung einen eigenen Erfassungsdurchgang.

Alle Leistungen in Hamburg

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