Bemaßte Schnittzeichnungen in Halle (Saale) — Geschosshöhen und Dachausbau im Gründerzeitbestand nachgewiesen

Grundriss und Ansicht zeigen ein Gebäude in der Horizontalen und von außen. Der Schnitt liefert die dritte, fehlende Perspektive: wie hoch die Geschosse tatsächlich sind, wie die Decken aufgebaut sind und wie das Dach ansteigt. Für Halle (Saale) hat diese Zeichnung seit der Novelle der Bauordnung Sachsen-Anhalt vom 16. Dezember 2025, in Kraft seit dem 24. Januar 2026, zusätzliches Gewicht bekommen: Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Dachgeschossausbau zu Wohnzwecken im unbeplanten Innenbereich seither ohne förmliches Verfahren möglich. Ob diese Voraussetzungen bei einem konkreten Gebäude vorliegen, lässt sich aber nach wie vor nur mit einem bemaßten Schnitt beantworten – gerade im gründerzeitlichen Paulusviertel, dessen Häuser mit ihren hohen Geschossen oft mehr Ausbauspielraum bieten als ein moderner Neubau.

Was ein Schnitt für Halle (Saale) leisten muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der Bauvorlagenverordnung Sachsen-Anhalt wie für die übrigen Zeichnungen des Plansatzes, inhaltlich mit Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Mindestmaßstab 1:100 mit vollständiger Bemaßung von Geschosshöhen, Dachneigung und relevanten Aufbauten; lässt sich ein Detail so nicht mehr ablesen, wird großzügiger gezeichnet.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – im Schnitt betrifft das vor allem Deckenkonstruktion und Dachaufbau.
  • Bei Änderungen am Bestand müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar bleiben, etwa bei einer neuen Geschossdecke oder einem veränderten Dachtragwerk.
Verfahrensfrei heißt nicht anforderungsfrei

Die Novelle vom Dezember 2025 hat den Dachgeschossausbau zu Wohnzwecken im unbeplanten Innenbereich unter bestimmten Voraussetzungen aus dem Genehmigungsverfahren herausgenommen. Das materielle Baurecht gilt aber unverändert weiter, und ob die konkreten Voraussetzungen – insbesondere zur nutzbaren Raumhöhe unter der Dachschräge – tatsächlich erfüllt sind, lässt sich weiterhin nur mit einer bemaßten Schnittzeichnung nachweisen. Gerade das ist wichtig, damit im Streitfall belegt werden kann, dass ein Ausbau zu Recht ohne Genehmigung errichtet wurde. Für den umfangreichen, teils ungenutzten Dachgeschossbestand im Paulusviertel und der Altstadt bleibt der Schnitt damit die zentrale Zeichnung des Vorhabens.

Wie der Schnitt je nach Ausgangslage entsteht

Zwei grundverschiedene Wege führen zum fertigen Schnitt:

Neubau mit abgestimmter Gesamtplanung

Bei einem Neubau werden Geschosshöhen und Dachaufbau von Anfang an gemeinsam mit Grundriss und Ansicht geplant, sodass alle drei Zeichnungen von Beginn an zueinander passen.

Dachgeschossausbau im Bestand: erst aufmessen, dann zeichnen

Bei einem Ausbau im Paulusviertel oder in der Altstadt steht zunächst ein Aufmaß der vorhandenen Geschosshöhen und der Dachkonstruktion an, damit Bestand und geplante Änderung im Schnitt sauber getrennt bleiben – bei einem Baudenkmal zusätzlich mit der unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Halle (Saale) gehört

Der Schnitt bildet zusammen mit Grundriss und Ansicht einen zusammenhängenden Satz:

  • Schnittzeichnung durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Passender Grundriss und passende Ansicht

    Nur wenn Geschosshöhen sowie First- und Traufhöhe zwischen allen drei Zeichnungen übereinstimmen, gilt der Plansatz als widerspruchsfrei.

  • Nachweis der nutzbaren Raumhöhe im Dachraum

    Insbesondere beim Dachgeschossausbau entscheidet dieser Wert sowohl über die Nutzbarkeit einzelner Bereiche als auch über die Verfahrensfreiheit nach der Novelle 2025.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Halle (Saale) – Beispiele aus der Praxis

Verfahrensfreier Dachgeschossausbau im Paulusviertel

Der Schnitt weist Kniestock- und Firsthöhe sowie die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge eines gründerzeitlichen Mehrfamilienhauses nach – Grundlage dafür, dass das Vorhaben tatsächlich ohne förmliches Verfahren ausgeführt werden darf.

Neue Galerieebene in einem hohen Altbau-Geschoss

Die überdurchschnittliche Geschosshöhe eines Gründerzeitbaus erlaubt den Einzug einer zusätzlichen Ebene – der Schnitt weist die neuen Raumhöhen oberhalb und unterhalb nach.

Neue Gaube an einem Baudenkmal

Der Schnitt durch die Gaube zeigt, wie sich die neue Konstruktion in die vorhandene Dachneigung einfügt, abgestimmt auf die zugehörige Ansicht und die Denkmalschutzbehörde.

Aufstockung einer Plattenbauzeile in Halle-Neustadt

Erst der bemaßte Schnitt klärt, ob das oberste Geschoss die Raumhöhe für ein Vollgeschoss erreicht – entscheidend für die zulässige Zahl der Geschosse.

So entsteht Ihr Schnitt für Halle (Saale)

Vom vorhandenen Bestand bis zur fertigen Zeichnung:

  1. Schnittführung festlegen

    Es wird geklärt, durch welchen Gebäudebereich der Schnitt laufen muss, um Geschosshöhen und Dachaufbau vollständig nachvollziehbar zu machen.

  2. Grundlage beschaffen

    Vorhandene Bauakte aus der Bauaktenverwaltung oder – wo diese fehlt – ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse und des Dachs.

  3. Schnitt bemaßt zeichnen

    Im Mindestmaßstab 1:100, mit sämtlichen Pflichtangaben der BauVorlVO Sachsen-Anhalt.

  4. Mit Grundriss und Ansicht koordinieren

    Geschosshöhen und Dachmaße werden zwischen allen drei Zeichnungen des Plansatzes abgeglichen.

  5. Für Einreichung oder Verfahrensfreiheit dokumentieren

    Je nachdem, ob das Vorhaben unter die 2025 eingeführte Verfahrensfreiheit fällt oder ein förmliches Verfahren durchläuft, wird der Schnitt entsprechend aufbereitet.

Was den Aufwand für einen Schnitt in Halle (Saale) beeinflusst

Der Aufwand hängt vor allem an diesen Punkten:

  • Zahl der Schnittführungen

    Ein einzelner Gebäudeschnitt lässt sich schneller fertigstellen als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche.

  • Neuplanung oder historischer Bestand

    Ein Schnitt aus laufender Neubauplanung entsteht deutlich zügiger als die Dokumentation einer historisch gewachsenen, nicht mehr vollständig belegten Konstruktion.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, unterschiedliche Dachneigungen und Kniestöcke erhöhen den Darstellungsaufwand gegenüber einem schlichten Satteldach.

  • Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde

    Bei einem der über 500 Baudenkmale kommt die Rücksprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde als eigener Zeitblock hinzu.

Alle Leistungen in Halle (Saale)

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