Aufteilungspläne in Halle (Saale) — wenn das Gebäude älter ist als jede Bauakte
Ein Aufteilungsplan folgt in Halle (Saale) denselben bundesweiten Anforderungen nach § 7 WEG wie überall sonst. Was die Quellensuche hier von vielen anderen Städten dieser Reihe unterscheidet, ist nicht Kriegsverlust, sondern schiere Bausubstanzalter: Rund um den weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundriss stehen mehr als 500 Baudenkmale, von denen etliche aus einer Zeit stammen, in der es noch gar keine behördliche Bauaktenführung gab. Systematische Bauaktenpflicht entstand in deutschen Städten überwiegend erst im Zuge der Baupolizeiverordnungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – für ein Gebäude, dessen Kern deutlich älter ist, existiert deshalb oft nicht einmal eine lückenhafte Akte, sondern schlicht keine.
- Wann Sie in Halle einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Hallenser Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Hallenser Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Halle (Saale) – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Halle (Saale)
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Halle (Saale) beeinflusst
Wann Sie in Halle einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist keine eigenständig genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung der Abteilung Baugenehmigung, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch beim Amtsgericht Halle (Saale) möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die in Halle mangels einer sachsen-anhaltischen Umwandlungsverordnung ohne zusätzliche behördliche Umwandlungsgenehmigung auskommt.
- Bei Neubauten außerhalb der Altstadt entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Für die meisten Gebäude im Paulusviertel oder in jüngeren Stadtteilen ist die Aktenlage bei der Bauaktenverwaltung vergleichsweise gut, weil ihre Errichtung in die Zeit systematischer Bauaktenführung fällt. Anders bei einem Teil der über 500 Baudenkmale rund um Marktplatz, Marktkirche und Roten Turm: Ihr baulicher Kern reicht häufig ins Mittelalter oder in die frühe Neuzeit zurück – lange bevor Baupolizeibehörden ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen, Bauvorhaben systematisch aktenkundig zu machen. Für solche Gebäude findet sich in der Regel keine lückenhafte, sondern gar keine ursprüngliche Bauakte; was an Unterlagen existiert, dokumentiert bestenfalls spätere Umbauphasen. Das Stadtarchiv Halle, dessen Gesamtbestände bis ins frühe 14. Jahrhundert zurückreichen, kann für solche Umbauphasen zusätzliche Anhaltspunkte liefern, ersetzt aber keine Bestandsaufnahme des heutigen Zustands.
Woher Ihr Hallenser Aufteilungsplan stammt
Je nach Gebäudealter und Quellenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der Bauaktenverwaltung im Fachbereich Bauordnung
Für Gebäude ab dem späten 19. Jahrhundert liegt hier häufig ein verwertbarer Plan vor. Die Einsichtnahme in der Neustädter Passage 18 erfolgt nach Terminvereinbarung bei berechtigtem Interesse.
Aus dem Stadtarchiv Halle
Für ältere Umbauphasen oder ergänzende historische Unterlagen führt das Stadtarchiv einen eigenen, deutlich größeren Bestand – ein Weg, der sich vor allem bei Gebäuden im Sanierungsgebiet Altstadt lohnt, deren Bauaktenverwaltungs-Akte nicht bis zur Ersterrichtung zurückreicht.
Per Vor-Ort-Aufmaß
Ist keine verwertbare Quelle auffindbar – bei genuin mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Gebäuden oft von vornherein absehbar –, wird das Gebäude direkt aufgenommen. Bei Jahrhunderte alter Bausubstanz mit mehreren Umbauphasen ist das ohnehin regelmäßig der zuverlässigere Weg.
Welche Unterlagen für Ihren Hallenser Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel:
- Anfrage bei Bauaktenverwaltung und gegebenenfalls Stadtarchiv
Für die Einsichtnahme werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und eine Vollmacht verlangt; beim Stadtarchiv zusätzlich eine kurze Beschreibung des Rechercheinteresses.
- Vorhandene alte Pläne oder Skizzen
Auch Teilunterlagen aus einer späteren Umbauphase helfen, den historischen Bestand einzuordnen, bevor vor Ort nachgemessen wird.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – bei Altstadtgebäuden mit unregelmäßigem, historisch gewachsenem Zuschnitt ein eigener Abstimmungsschritt.
Aufteilungspläne in Halle (Saale) – Beispiele aus der Praxis
Altstadthaus mit frühneuzeitlichem Kern ohne je angelegte Bauakte
Für ein Gebäude nahe dem Marktplatz, dessen Grundmauern deutlich älter sind als jede geregelte Bauaktenführung, findet sich weder bei der Bauaktenverwaltung noch im Stadtarchiv eine Unterlage zur Ersterrichtung. Der Aufteilungsplan entsteht vollständig aus einem Vor-Ort-Aufmaß, abgestimmt mit der unteren Denkmalschutzbehörde.
Gründerzeithaus im Paulusviertel mit auswertbarer Bauakte
Für ein um 1900 errichtetes Mehrfamilienhaus liegt bei der Bauaktenverwaltung ein vollständiger, aktueller Plan vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.
Sanierungsgebiet Altstadt: Bauaktenverwaltung reicht nicht bis zur Ersterrichtung zurück
Die vorhandene Akte dokumentiert nur eine Sanierung aus den 1990er-Jahren, nicht den ursprünglichen Bauzustand. Eine ergänzende Anfrage beim Stadtarchiv liefert zusätzliche historische Anhaltspunkte, der heutige Zuschnitt wird trotzdem per Aufmaß bestätigt.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Halle (Saale)
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Halle liegt das Gewicht früh auf der Frage, ob überhaupt je eine Bauakte für das Gebäude angelegt wurde:
- Baualter grob einordnen
Schon die überschlägige Einordnung – Altstadtkern, Gründerzeit oder jüngerer Bau – zeigt, wie wahrscheinlich eine verwertbare Bauakte überhaupt existiert.
- Bauaktenverwaltung und, bei Bedarf, Stadtarchiv prüfen
Wir klären, ob bei der Bauaktenverwaltung im Fachbereich Bauordnung oder ergänzend im Stadtarchiv Halle eine vollständige, aktuelle Unterlage vorliegt.
- Fehlende Grundlagen aufmessen
Reicht keine Quelle aus – bei genuin mittelalterlichem oder frühneuzeitlichem Baubestand oft von vornherein absehbar –, planen wir ein Vor-Ort-Aufmaß.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.
- Plan für Abgeschlossenheitsbescheinigung und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abteilung Baugenehmigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Halle (Saale) beeinflusst
In Halle entscheidet vor allem das Gebäudealter über den Aufwand, nicht nur die Größe:
- Existiert überhaupt eine Bauakte
Für Gebäude aus der Zeit vor systematischer Bauaktenführung ist von vornherein keine Ausgangsakte zu erwarten – das ändert den Aufwand grundlegend gegenüber einem Gebäude mit lediglich lückenhafter Akte.
- Zusätzliche Recherche im Stadtarchiv
Bei sehr alten Gebäuden kann sich der zusätzliche Weg über das Stadtarchiv Halle lohnen – das kostet Zeit, liefert aber oft wertvolle Anhaltspunkte zu späteren Umbauphasen.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Altstadtgrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Denkmalschutz in der Altstadt
Bei einem der über 500 Baudenkmale wird das Aufmaß mit den Vorgaben der unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt, sobald daraus bauliche Änderungen folgen.
Alle Leistungen in Halle (Saale)
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