Grundrisse in Göttingen — vom jahrhundertealten Fachwerkhaus bis zur Neubauwohnung am Nordcampus

Weil Göttingen den Zweiten Weltkrieg mit nur rund 2,1 Prozent zerstörter Bausubstanz vergleichsweise unbeschadet überstand, ist die Ausgangslage für einen Grundriss hier eine andere als in den meisten deutschen Großstädten: Statt Nachkriegsneubauten aus fehlender Bausubstanz prägen jahrhundertealte Fachwerkhäuser weite Teile des Stadtbilds, viele davon über Generationen mehrfach umgebaut, ohne dass jede Veränderung im amtlichen Plan nachgezogen wurde. Gleichzeitig entstehen im Umfeld von Universität, Max-Planck-Instituten und Universitätsmedizin regelmäßig neue, deutlich regelmäßiger geschnittene Wohn- und Institutsgebäude. Wer für eines dieser sehr unterschiedlichen Objekte einen belastbaren Grundriss braucht, kommt selten mit einer einzigen pauschalen Vorgehensweise aus.

Wann Sie in Göttingen einen neuen Grundriss brauchen

Ein Grundriss ist in Göttingen keine genehmigungspflichtige Leistung, aber in mehreren wiederkehrenden Situationen unverzichtbar:

  • Verkauf und Finanzierung: Bank und Notar verlangen einen aktuellen, bemaßten Plan – eine alte Aktenkopie reicht selten, wenn seither umgebaut wurde.
  • Fehlende oder unvollständige Bauakte: Gerade bei mehrfach umgebauten Fachwerkhäusern sind Pläne trotz insgesamt guter Erhaltungslage der Stadt nicht immer lückenlos aktuell.
  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan: Wer eine Immobilie in Wohnungs- und Teileigentum aufteilen will, braucht einen maßstäblichen Aufteilungsplan als Grundlage der Abgeschlossenheitsbescheinigung.
  • Nachträglicher Dachgeschossausbau: Ist der Ausbau ohne zugehörige Fortschreibung der Bauakte erfolgt, existiert dafür oft kein aktueller Plan.
  • Vorhaben im Baukulturensemble Innenstadt-Ostteil: Für die Abstimmung mit dem Denkmalschutz-Teil des zuständigen Bereichs wird häufig zunächst ein verlässlicher, aktueller Grundriss benötigt.
Gute Erhaltungslage der Stadt, aber nicht jedes einzelne Gebäude gleich gut dokumentiert

Dass Göttingen als Universitätsstadt ohne bedeutende Kriegsindustrie kein vorrangiges Angriffsziel der acht alliierten Luftangriffe zwischen 1944 und 1945 war und nur rund 2,1 Prozent seiner Bausubstanz verlor, spricht insgesamt für eine bessere Erhaltungslage von Bauunterlagen als in stark zerstörten Städten. Das lässt sich aber nicht auf jedes einzelne Gebäude übertragen: Gerade in den zahlreichen jahrhundertealten Fachwerkhäusern der Stadt wurden Grundrisse über Generationen wiederholt verändert, Wände versetzt oder Wohnungen zusammengelegt und wieder getrennt, ohne dass jede dieser Änderungen in der amtlichen Akte nachgezogen wurde. Wo eine historische Akte den heutigen Bestand nicht mehr korrekt zeigt, tritt an ihre Stelle ein aktuelles Aufmaß vor Ort.

Woher Ihr Göttinger Grundriss stammt

Je nach Datenlage und Gebäudetyp kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus vorhandenen Bestandsunterlagen

Existiert eine verwertbare, mit dem heutigen Bestand übereinstimmende Bauakte, lässt sich der Grundriss daraus ableiten und bei Bedarf neu bemaßen.

Per Aufmaß vor Ort

Fehlt eine verwertbare Akte oder weicht sie vom tatsächlichen Zustand ab, wird das Gebäude vor Ort vermessen. Bei mehrfach umgebauten Fachwerkhäusern häufig der zuverlässigere Weg.

Aus vorhandenen digitalen Plänen

Bei jüngeren Neubauten im Umfeld der Universität und ihrer Institute liegen die Bauunterlagen meist von Beginn an digital vor und lassen sich direkt weiterverwenden.

Welche Unterlagen für Ihren Göttinger Grundriss hilfreich sind

Je nachdem, welcher Weg zum Ziel führt, sind unterschiedliche Unterlagen relevant:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis

    Für die Akteneinsicht wird ein Nachweis der Berechtigung – Eigentum oder Vollmacht – verlangt; die Einsicht erfolgt nach vorheriger Terminvereinbarung.

  • Vorhandene alte Pläne oder Skizzen

    Selbst unvollständige oder veraltete Pläne sind hilfreich, um die grundsätzliche Raumaufteilung nachzuvollziehen, bevor vor Ort nachgemessen wird.

  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan

    Bei Eigentumswohnungen zeigt der bestehende Aufteilungsplan, welche Räume zum Sondereigentum gehören.

  • Angaben zur aktuellen Nutzung

    Bei gemischt genutzten Gebäuden oder Wohngemeinschaften mit mehreren Untermietverhältnissen wird zusätzlich erfasst, welche Räume wie genutzt werden.

Grundrisse in Göttingen – Beispiele aus der Praxis

Fachwerkhaus im Baukulturensemble Innenstadt-Ostteil

Trotz insgesamt guter Erhaltungslage der Stadt weicht der heutige Innenausbau nach Jahrhunderten wechselnder Nutzung oft vom historischen Grundriss ab – ein Aufmaß vor Ort erfasst den tatsächlichen Zuschnitt.

Neubauwohnung im Umfeld der Universität

Für Wohnungen in neu errichteten Gebäuden liegen die Pläne meist bereits digital vor und lassen sich unmittelbar für die Grundrisserstellung weiterverwenden.

Nachträglicher Dachgeschossausbau in einem Altbau

Wurde ein Dachgeschoss ausgebaut, ohne dass die Bauakte entsprechend fortgeschrieben wurde, existiert dafür oft kein aktueller Plan – der Grundriss wird anhand des heutigen Bestands neu erstellt.

Aufteilung eines Altbaus in mehrere Wohngemeinschaftszimmer

Wird ein größeres Einfamilienhaus in einzeln vermietbare Zimmer für Studierende umgebaut, braucht die neue Raumaufteilung einen aktuellen, nachvollziehbaren Grundriss.

So läuft Ihr Grundriss in Göttingen ab

Fachlich ist der Ablauf bundesweit derselbe. In Göttingen liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, ob eine vorhandene Bauakte überhaupt zum heutigen Bestand des oft jahrhundertealten Gebäudes passt:

  1. Zweck und Anlass klären

    Ob der Grundriss für Verkauf, Finanzierung, eine Teilungserklärung oder einen Umbau gebraucht wird, bestimmt Maßstab und Detailtiefe.

  2. Vorhandene Unterlagen prüfen

    Bauakte oder alte Pläne werden auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem heutigen Bestand geprüft.

  3. Fehlende Grundlagen beschaffen oder aufmessen

    Reichen die vorhandenen Unterlagen nicht aus, wird direkt vor Ort aufgemessen.

  4. Grundriss zeichnen und bemaßen

    Aus den erfassten Maßen entsteht der bemaßte Grundriss – auf Wunsch inklusive Möblierung für die Vermarktung.

  5. Ergebnis übergeben

    Sie erhalten den fertigen Grundriss als Plandatei, auf Wunsch mit Architektenstempel – bereit für Bank, Bauaufsicht oder Exposé.

Was den Aufwand eines Grundrisses in Göttingen beeinflusst

Der Erfassungsaufwand unterscheidet sich zwischen den Göttinger Gebäudetypen deutlich:

  • Zustand der vorhandenen Unterlagen

    Eine aktuelle, verwertbare Bauakte ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom Bestand ab, kommt ein Vor-Ort-Termin hinzu.

  • Gebäudetyp: Fachwerkhaus, Altbau oder Neubau

    Unregelmäßig gewachsene Fachwerkbauten sind meist aufwendiger zu erfassen als ein regelmäßig geschnittener Neubau im Universitätsumfeld.

  • Zahl der Ebenen und Räume

    Eine einzelne Etagenwohnung ist rasch erfasst. Ein Haus mit mehreren Geschossen und Nebengebäuden verlangt für jede Einheit einen eigenen Erfassungsdurchgang.

  • Anlass und Detailtiefe

    Ein reiner Nachweis für die Bauakte unterscheidet sich im Aufwand von einem vermarktungsfertigen, möblierten Grundriss für ein Exposé.

Alle Leistungen in Göttingen

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