Aufteilungspläne in Göttingen — Sondereigentum sauber abgegrenzt, auch im gewachsenen Fachwerkbestand
Ein Aufteilungsplan folgt überall in Deutschland derselben rechtlichen Grundlage nach § 7 Wohnungseigentumsgesetz: bemaßt, mit durchgehender Nummerierung der Einheiten und einer eindeutigen Trennung von Sonder- und Gemeinschaftseigentum. Was sich in Göttingen unterscheidet, ist die Ausgangslage vieler Gebäude, für die ein solcher Plan gebraucht wird. Weil die Stadt den Zweiten Weltkrieg mit nur geringen Zerstörungen überstand, blieben zahlreiche jahrhundertealte Häuser durchgehend bewohnt und wurden dabei über Generationen wiederholt innen umgebaut – oft ohne dass jede Veränderung amtlich dokumentiert wurde. Ein Aufteilungsplan lässt sich hier deshalb selten einfach aus einer alten Zeichnung übernehmen; meist steht am Anfang die Frage, ob der historische Plan überhaupt noch zum heutigen Zuschnitt passt.
Wofür ein Aufteilungsplan in Göttingen gebraucht wird
Der Plan selbst wird von keiner Behörde von sich aus verlangt, ist aber Voraussetzung für zwei andere Schritte:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung, ohne die kein Wohnungsgrundbuch angelegt werden kann.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die bei Göttinger Gebäuden aus der Zeit vor dem 24. September 2022 zusätzlich eine Umwandlungsgenehmigung nach § 250 BauGB voraussetzen kann.
- Für einen Neubau lässt sich der Plan häufig unmittelbar aus der Genehmigungsplanung entwickeln, ohne dass zusätzlich eine historische Akte gesichtet werden muss.
Weil Göttingen als Universitätsstadt ohne bedeutende Rüstungsindustrie kein vorrangiges Ziel der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs war und nur einen geringen Anteil seiner Bausubstanz verlor, dürften mehr historische Bauunterlagen erhalten geblieben sein als in stark zerstörten Städten. Das löst jedoch nicht das eigentliche Problem eines Aufteilungsplans: Ein Fachwerkhaus, das über Jahrhunderte hinweg mehrfach den Eigentümer wechselte, zeigt in seiner ältesten erhaltenen Zeichnung häufig einen Zustand, der mit dem heutigen Innenausbau kaum noch etwas gemeinsam hat. Deckt sich die vorhandene Unterlage nicht mit der Realität vor Ort, ist eine aktuelle Vermessung unumgänglich, bevor überhaupt an eine Nummerierung der Einheiten gedacht werden kann.
Drei Wege zum fertigen Plan
Woher die Maße für den Aufteilungsplan stammen, hängt vom jeweiligen Gebäude ab:
Übernahme aus einer stimmigen Bestandsakte
Zeigt eine vorhandene Zeichnung den heutigen Zuschnitt zuverlässig, muss sie nur noch um die Nummerierung der Einheiten ergänzt werden.
Direkte Ableitung aus einer Neubauplanung
Bei jüngeren Gebäuden im Umfeld der Universität liegen die Maße meist schon digital und aktuell vor.
Vollständige Neuaufnahme vor Ort
Weicht der Bestand erkennbar von jeder vorhandenen Zeichnung ab, wird das Gebäude direkt vermessen – bei mehrfach umgebauten Fachwerkhäusern häufig der einzig verlässliche Weg.
Was für Ihren Göttinger Aufteilungsplan hilfreich ist
Je nach Ausgangslage werden unterschiedliche Angaben gebraucht:
- Nachweis der Berechtigung zur Akteneinsicht
Eigentumsnachweis oder Vollmacht, verlangt für den Zugang zu historischen Bauunterlagen nach vorheriger Terminvereinbarung.
- Vorhandene, wenn auch unvollständige Pläne
Selbst eine veraltete Skizze hilft, die grundsätzliche Raumfolge zu verstehen, bevor am Objekt nachgemessen wird.
- Konkrete Vorstellung der künftigen Aufteilung
Welche Räume zu welcher Einheit zählen sollen, muss feststehen, bevor die Nummerierung beginnt – besonders bei räumlich abgesetzten Kellerabteilen.
- Baujahr und Bauepoche
Diese Angabe hilft einzuschätzen, ob eine historische Akte überhaupt realistischerweise existieren kann oder eine Neuaufnahme von vornherein wahrscheinlicher ist.
Aufteilungspläne in Göttingen – Beispiele aus der Praxis
Fachwerkhaus mit lückenloser, aber veralteter Zeichnung
Die Akte liegt vollständig vor, zeigt aber nur den Zustand zum Errichtungsjahr – der Plan entsteht anhand einer neuen Vermessung und wird anschließend mit der historischen Zeichnung abgeglichen.
Innenstadtgebäude mit über Jahrzehnte verschobenen Wänden
Weil keine Fortschreibung der Akte erfolgte, zählt für den Aufteilungsplan ausschließlich der heute tatsächlich vorgefundene Zustand.
Neubauprojekt nahe der Universität
Die digitale Genehmigungsplanung liefert die Maße direkt, ergänzt lediglich um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.
Zwei zusammengelegte Wohnungen in einem Bürgerhaus
Die historische Zeichnung zeigt einen Zuschnitt, den es in dieser Form nicht mehr gibt – maßgeblich bleibt allein der heutige Bestand.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Göttingen
Der fachliche Weg ist überall gleich; in Göttingen liegt das Schwergewicht auf dem Abgleich zwischen historischer Akte und heutigem Zustand:
- Bestandsunterlagen sichten
Wir prüfen, ob eine verwertbare, aktuelle Zeichnung existiert.
- Vermessung ansetzen, wo nötig
Reicht die Aktenlage nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Aufnahme als Ersatz oder Ergänzung.
- Einheiten abgrenzen und nummerieren
Jede Einheit erhält über alle Geschosse hinweg eine durchgehende Nummer, einschließlich zugehöriger Nebenräume.
- Gemeinschaftseigentum kennzeichnen
Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als solches markiert.
- Plan an Bauaufsicht und Notariat weitergeben
Grundlage für Abgeschlossenheitsbescheinigung und spätere Teilungserklärung.
Was den Aufwand für einen Aufteilungsplan in Göttingen bestimmt
Entscheidend ist meist nicht die Größe allein, sondern wie gut Akte und Wirklichkeit zusammenpassen:
- Übereinstimmung von Akte und Bestand
Selbst eine vollständige, aber veraltete Zeichnung erspart keine Vor-Ort-Prüfung.
- Bauepoche des Gebäudes
Ein unregelmäßig gewachsenes Fachwerkhaus verursacht spürbar mehr Erfassungsaufwand als ein regelmäßiger Neubau.
- Zahl der Einheiten
Mehr Einheiten bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsarbeit.
- Räumlich getrennte Nebenflächen
Kellerabteile unter Nachbargebäuden müssen eindeutig der richtigen Einheit zugewiesen werden.
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