Grundriss als .dwg-Datei in Fürth — bearbeitbar, wo PDF-Bauantrag und Papierregistratur an ihre Grenzen stoßen

Zwischen zwei Systemen klafft in Fürth eine Lücke, die viele erst bemerken, wenn sie tatsächlich weiterplanen wollen: Auf der einen Seite läuft die Bauantragstellung seit dem 1. Juni 2023 digital über das BayernPortal, mit BayernID oder BundID als Zugang – das Ergebnis bleibt aber ein starres PDF, keine bearbeitbare Zeichnung. Auf der anderen Seite verwahrt die Bauregistratur im Tiefbauamt historische Bauakten, deren Einsichtnahme weiterhin einen persönlichen Termin voraussetzt – ein deutliches Indiz dafür, dass gerade die zahlreichen über hundert Jahre alten Gründerzeitakten nicht durchgehend digital vorliegen. Wer also mit einem Fürther Grundriss tatsächlich arbeiten will – umplanen, nachrechnen, ausschreiben –, braucht eine dritte Fassung neben PDF-Bauvorlage und Papierakte: die editierbare .dwg-Datei. Besonders spürbar wird die Lücke bei einem der über 2.000 Fürther Baudenkmäler: Weil die städtische Bauaufsicht hier zugleich als untere Denkmalschutzbehörde amtiert, dient dieselbe editierbare Zeichnung oft sowohl der laufenden Umbauplanung als auch der Abstimmung von Material- und Bestandsfragen mit der Denkmalpflege – zwei Verwendungszwecke, für die weder das feste PDF noch eine unbearbeitete Papierakte ausreicht.

Typische Einsatzfälle für die editierbare Datei

Drei wiederkehrende Situationen aus der Fürther Praxis:

Weiterplanung nach einem abgeschlossenen Bauantrag

Eine Umplanung, Tragwerksberechnung oder Entwurfsvertiefung setzt eine bearbeitbare Zeichnung voraus – das PDF der Bauaufsicht liefert diese Grundlage nicht.

Mehrere Gewerke bei derselben Sanierung

Bei einem mehrfach veränderten Gründerzeit-Grundriss arbeiten alle beteiligten Handwerksbetriebe verlässlicher mit einer gemeinsamen, maßgenauen Datei als mit jeweils eigenen Aufmaßen.

Erste Digitalisierung einer papierenen Registratur-Akte

Liegt die Bauakte eines über hundert Jahre alten Gebäudes ausschließlich auf Papier vor, entsteht mit der .dwg-Datei überhaupt erst eine elektronisch bearbeitbare Fassung.

Abstimmung mit der Denkmalpflege an einem Baudenkmal

Bei einem Umbau an einem geschützten Gebäude nutzt dieselbe Bauaufsicht die editierbare Datei sowohl zur bauordnungsrechtlichen Prüfung als auch zur Klärung von Material- und Bestandsfragen als untere Denkmalschutzbehörde.

Bestandteile der Lieferung

Die editierbare Datei ergänzt, ersetzt aber nicht die üblichen Bauvorlagen:

  • Editierbare Grundrissdatei

    Folgt denselben Maßen wie die eingereichte Bauvorlage, bleibt aber in gängiger CAD-Software vollständig veränderbar.

  • Unveränderte PDF-Fassung für die Bauaufsicht

    Für den digitalen Assistenten des BayernPortals bleibt die feste PDF-Vorlage weiterhin maßgeblich.

  • Klar getrennte Ebenen

    Wände, Bemaßung, Beschriftung und Möblierung liegen auf eigenen Layern, damit sich einzelne Bestandteile gezielt ein- und ausblenden lassen.

  • Herkunftsangabe der Zeichnung

    Ob Neubauplanung, aktuelles Aufmaß oder digitalisierte Registratur-Akte – diese Angabe hilft der weiterverarbeitenden Stelle, die Zuverlässigkeit der Maße einzuschätzen.

  • Hinweis auf Denkmal- oder Ensemblestatus

    Bei einem Baudenkmal oder im Ensemble Altstadt vermerkt die Datei, welche Bauteile im Original zu erhalten sind.

.dwg-Datei in Fürth – aus der Praxis

Sanierungsplanung auf Basis einer frisch digitalisierten Gründerzeit-Akte

Das beauftragte Büro übernimmt die .dwg-Datei direkt, statt die historische Papierzeichnung erneut abzuzeichnen.

Tragwerksberechnung für einen Dachgeschossausbau

Der Tragwerksplaner ergänzt Lastannahmen unmittelbar in der vorhandenen Datei, ohne zunächst selbst die Deckenkonstruktion neu erfassen zu müssen.

Ausschreibung einer Kernsanierung

Alle angefragten Handwerksbetriebe kalkulieren anhand derselben maßgenauen Datei, wodurch Abweichungen durch unterschiedliche Aufmaße entfallen.

Erstdigitalisierung eines Gründerzeithauses ohne digitale Akte

Weil die Bauregistratur ausschließlich eine Papierakte führt, entsteht mit der .dwg-Datei die erste editierbare Fassung überhaupt.

Sanierungsplanung an einem Baudenkmal im Ensemble Altstadt

Dieselbe .dwg-Datei dient sowohl der laufenden Umbauplanung als auch der Abstimmung von Material- und Farbfragen mit der Denkmalpflege, weil beide Prüfungen bei derselben Bauaufsicht zusammenlaufen.

Von der Bestandsaufnahme zur editierbaren Datei

So kommen Sie zu Ihrer Fürther .dwg-Datei:

  1. Grundriss aus Bestand oder Planung ableiten

    Grundlage sind eine Registratur-Akte oder ein aktuelles Aufmaß.

  2. Zusätzlich als .dwg exportieren

    Mit sauber angelegten Ebenen, ergänzend zur PDF-Fassung für die Bauaufsicht.

  3. Format an den Empfänger anpassen

    Abhängig von der CAD-Software des jeweiligen Architekturbüros, Statikers oder Handwerksbetriebs.

  4. Datei übergeben

    Direkt einsatzbereit, ohne dass eine Papierakte erneut digitalisiert werden muss.

Kostenfaktoren für eine .dwg-Datei in Fürth

Diese Punkte spielen eine Rolle:

  • Herkunft der Ausgangszeichnung

    Eine Datei aus laufender Neubauplanung liegt häufig schon digital vor; eine papierene Registratur-Akte braucht zusätzlichen Digitalisierungsaufwand.

  • Unregelmäßigkeit des Grundrisses

    Ein mehrfach verändertes Gründerzeithaus verlangt mehr Sorgfalt als ein regelmäßiger Neubauzuschnitt.

  • Zahl der Geschosse

    Jedes zusätzliche Stockwerk als eigene editierbare Ebene erhöht den Aufwand.

  • Formatwünsche des Empfängers

    Vorgaben zu Version oder Ebenenaufbau können den Aufwand zusätzlich beeinflussen.

  • Denkmalschutzrechtlicher Abstimmungsbedarf

    Bei einem Baudenkmal oder im Ensemble Altstadt fließen zusätzliche Bestandsangaben in die Datei ein.

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