Bemaßte Ansichten in Freiburg im Breisgau — Fassaden zwischen Bächle-Gasse und Passivhaus-Siedlung

Eine Ansicht zeigt, wie ein Gebäude von außen wirkt – und in Freiburg entscheidet diese Außenwirkung an zwei sehr unterschiedlichen Stellen der Stadt über sehr unterschiedliche Fragen. In den engen Gassen der Altstadt, wo die historischen Bächle entlang der Häuserfronten fließen, prüft das Baurechtsamt als Denkmalschutzbehörde jede Fassadenveränderung gegen das über Jahrhunderte gewachsene Straßenbild. In Vauban und Rieselfeld dagegen ist die Fassade selbst Teil der Energiebilanz: Solarmodule, Holzverschalung und großzügige Südverglasung sind dort keine gestalterische Laune, sondern Bestandteil eines Gebäudekonzepts, das sich in der Ansicht ablesen lassen muss.

Was eine Ansicht in Freiburg zeigen muss

Die LBOVVO stellt an Ansichten dieselben Mindestanforderungen wie an andere Bauzeichnungen, mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf der äußeren Erscheinung:

  • Maßstab üblicherweise 1:100, mit numerischer Angabe, Maßstabsleiste und vollständiger Bemaßung von Höhen und Öffnungen auf jeder dargestellten Fassadenseite.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Ansichten heißt das in der Praxis Fassadenmaterial, Farbgebung, Fensterteilung sowie, sofern vorhanden, Solarmodule oder eine hinterlüftete Holzverschalung.
  • Bei Änderungen an bestehenden Fassaden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa ein neu ausgeschnittenes Fenster gegenüber dem bestehenden Sandsteinmauerwerk.
Zwei Prüfmaßstäbe für dieselbe Zeichnungsart

Innerhalb der Gesamtanlage Altstadt prüft das Baurechtsamt als Denkmalschutzbehörde, ob eine geplante Fassadenveränderung dem geschützten historischen Erscheinungsbild entspricht – gefragt sind hier erkennbare Materialität, Proportionen der Fensteröffnungen und die Dachform, nicht bloß Zahlen auf dem Blatt. In Vauban und Rieselfeld verpflichten dagegen städtebauliche Verträge zu einem Energiestandard oberhalb des Gebäudeenergiegesetzes; die Ansicht dient dort dazu, die energetisch wirksamen Fassadenelemente nachvollziehbar zu zeigen, etwa die Lage der Solarmodule oder den Anteil verglaster Flächen an der Südseite. Wer nicht weiß, in welcher der beiden Prüflogiken sich ein Vorhaben bewegt, klärt das am besten vorab beim BeratungsZentrum Bauen.

Altstadtfassade oder Neubau in der Ökosiedlung

Ob eine Ansicht eine Bestandsfassade dokumentiert oder aus einer Neubauplanung entsteht, verändert den Ausgangspunkt spürbar:

Bestandsfassade in der Altstadt

Weil die Bauakte vieler Altstadtgebäude wegen der schweren Zerstörung von 1944 erst mit dem Wiederaufbau nach 1945 beginnt, liefert sie selten eine verlässliche Grundlage für Fassadendetails aus älterer Zeit. Ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassadenseite bildet deshalb häufig den eigentlichen Ausgangspunkt, bevor sich zu beseitigende und geplante Bauteile in der Ansicht eindeutig unterscheiden lassen.

Neubau in Vauban, Rieselfeld oder Dietenbach

Hier entstehen alle Fassadenansichten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus einer digitalen Planung. Solarmodule, Holzverschalung und die Fensteranordnung sind von Beginn an auf den Energiestandard abgestimmt und lassen sich unmittelbar in die Ansicht übernehmen, ohne nachträglichen Abgleich mit einem unsicheren Bestand.

Was zu einer vollständigen Ansicht in Freiburg gehört

Eine einzelne Fassadenzeichnung reicht selten – gefragt ist ein auf Grundriss und Schnitt abgestimmter Satz:

  • Ansichten aller betroffenen Fassadenseiten

    Bemaßt im Maßstab üblicherweise 1:100, mit Höhen, Öffnungen und den für die jeweilige Lage relevanten Material- und Farbangaben.

  • Abgestimmter Grundriss und Schnitt

    Damit Maße, Geschosshöhen und Öffnungspositionen zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Hinweis auf Gesamtanlage oder Energiestandard-Baugebiet

    Je nach Lage wird die Ansicht um Denkmalschutz-relevante Details oder um energetisch relevante Fassadenelemente ergänzt.

Bemaßte Ansichten in Freiburg – Beispiele aus der Praxis

Fenstertausch an einem Bächle-Haus in der Altstadt

Die Ansicht zeigt Sprossenteilung und Rahmenmaterial im Vergleich zum Bestand – erst damit lässt sich beurteilen, ob sich die neuen Fenster in das geschützte Straßenbild einfügen.

Solarfassade an einem Reihenhaus im Rieselfeld

Die Anordnung der Module auf der Südseite ist Teil des Energiekonzepts und wird in der Ansicht mit Position und Neigung dargestellt, abgestimmt auf den zugehörigen Schnitt.

Holzverschalte Fassade eines Baugruppenhauses in Vauban

Material und Fugenbild der Verschalung werden in der Ansicht so gezeigt, dass sich der geplante Wandaufbau nachvollziehen lässt.

So entsteht Ihre Ansicht für Freiburg

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Betroffene Fassadenseiten und Lage klären

    Welche Seiten sind vom Vorhaben sichtbar betroffen, und liegt das Gebäude in der Gesamtanlage Altstadt oder in einem Energiestandard-Baugebiet.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Bestehende Bauakte des Baurechtsamts oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassade.

  3. Ansicht bemaßt erstellen

    Im Maßstab üblicherweise 1:100, mit allen Pflichtangaben der LBOVVO.

  4. Mit Grundriss und Schnitt abgleichen

    Damit Öffnungen, Höhen und Bauteile zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das Baurechtsamt zusammenstellen

    Digital über ViBa-BW aufbereitet, gegebenenfalls mit Blick auf Denkmalschutz oder Energiestandard-Nachweis.

Was den Preis für eine Ansicht in Freiburg beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Ansicht:

  • Zahl der betroffenen Fassadenseiten

    Eine einzelne Straßenansicht ist schneller erstellt als mehrere Seiten bei einem freistehenden Baugruppenhaus.

  • Lage in Gesamtanlage oder Energiestandard-Baugebiet

    Fassadendetails für die Denkmalschutzprüfung in der Altstadt oder Angaben zu Solarmodulen und Wandaufbau in Vauban und Rieselfeld erhöhen den Zeichenaufwand gegenüber einer einfachen Ansicht.

  • Neubau oder Bestandsfassade

    Eine Ansicht aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer unklaren Altstadtfassade ohne verwertbare Vorkriegsakte.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Ansicht entstehen kann.

Alle Leistungen in Freiburg im Breisgau

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