Bemaßte Schnittzeichnungen in Frankfurt am Main — vom Kniestock im Nordend-Altbau bis zum Regelgeschoss im Hochhaus

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht nicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. Seit dem Baupaket I profitiert der Dachgeschossausbau in Frankfurt von erleichterten Brandschutzanforderungen und, im unbeplanten Innenbereich, von einer bis Ende 2030 befristeten Genehmigungsfreistellung nach § 64a HBO für die Wohnnutzung von Dachgeschossen – ein Anreiz, der den ohnehin großen Bestand an Gründerzeit-Dachräumen im Nordend und Westend zusätzlich attraktiv macht. Für all das ist der Schnitt die zentrale Zeichnung: Er weist Kniestockhöhe, Dachneigung und die tatsächlich nutzbare Raumhöhe unter der Schräge nach. Bei einem Hochhaus im Bankenviertel steht dieselbe Zeichnungsart dagegen vor einer ganz anderen Aufgabe: Statt einer einzelnen, individuellen Dachkonstruktion dokumentiert sie dutzende nahezu identische Regelgeschosse übereinander.

Was ein Schnitt für Frankfurt zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen des Bauvorlagenerlasses wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Maßstab in der Regel 1:100, mit vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, der Dachneigung und relevanter Aufbauten; mit Begründung sind auch andere Maßstäbe möglich.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion, Dachaufbau und, bei Hochhäusern, die tragende Struktur der Regelgeschosse.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa eine neue Zwischendecke oder eine veränderte Dachkonstruktion.
Erleichtertes Verfahren, unveränderte Geometrie

Das Baupaket I hat den Weg zum Dachgeschossausbau in Frankfurt verfahrensrechtlich verkürzt: erleichterte Brandschutzanforderungen und, im unbeplanten Innenbereich, die zeitlich befristete Genehmigungsfreistellung nach § 64a HBO. Was sich dadurch nicht ändert, ist die reine Geometrie des Dachraums: Kniestockhöhe, Dachneigung und die nutzbare Raumhöhe unter der Schräge müssen nach wie vor im Schnitt bemaßt nachgewiesen werden, bevor sich beurteilen lässt, ob der geplante Ausbau in der gewünschten Form überhaupt funktioniert – und ob das Geschoss dadurch als Vollgeschoss zählt, mit entsprechenden Folgen für die zulässige Geschosszahl. Wer die verfahrensrechtliche Erleichterung nutzen will, kommt an dieser geometrischen Hausaufgabe also nicht vorbei.

Drei Ausgangslagen für einen Frankfurter Schnitt

Ob ein Schnitt aus einer durchgeplanten Neubaustruktur, einem Dachgeschossausbau oder einem Hochhausprojekt hervorgeht, prägt die Herangehensweise erheblich:

Neubau: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus einer Planung, etwa für ein Vorhaben auf dem Riedberg, und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.

Dachgeschossausbau im Gründerzeit-Altbau

Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der bestehenden Dachkonstruktion – gerade weil für Vorkriegsgebäude im Nordend oder Westend häufig keine verwertbare Bauakte mehr existiert. Erst danach lässt sich Kniestock- und Firsthöhe verlässlich bemaßen.

Hochhaus: Schnitt durch viele Regelgeschosse

Statt einer einzelnen Dachkonstruktion muss der Schnitt hier eine lange, im Wesentlichen identische Abfolge von Regelgeschossen zeigen – mit besonderem Augenmerk auf Geschosshöhe, Deckenaufbau und, sofern vorhanden, technischen Zwischengeschossen.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Frankfurt gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab in der Regel 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen, First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen, den die Bauaufsicht Frankfurt als Ganzes prüft.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dachräumen

    Insbesondere beim Dachgeschossausbau, wo die nutzbare Höhe unter der Schräge über die Nutzbarkeit einzelner Bereiche entscheidet – auch nach den erleichterten Brandschutzanforderungen des Baupaket I.

  • Übersicht der Regelgeschosse bei Hochhäusern

    Statt jedes Geschoss einzeln durchzuzeichnen, wird die für viele Etagen identische Struktur einmal exemplarisch bemaßt und auf die abweichenden Sonder- und Technikgeschosse verwiesen.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Frankfurt am Main – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau im Nordend nach dem Baupaket I

Die erleichterten Brandschutzanforderungen und die neue Genehmigungsfreistellung machen den Ausbau attraktiver – der Schnitt weist trotzdem unverändert nach, ob Kniestock- und Firsthöhe für die geplante Wohnnutzung ausreichen.

Galerieebene in einem hohen Westend-Altbau-Geschoss

Die für Gründerzeitbauten typisch großzügige Geschosshöhe macht eine zusätzliche Ebene möglich – der Schnitt weist die neuen Raumhöhen oberhalb und unterhalb der Galerie nach.

Hochhaus-Neubau im Bankenviertel

Statt eines individuellen Dachaufbaus zeigt der Schnitt eine lange Kette gleichartiger Regelgeschosse mit einheitlicher Geschosshöhe, ergänzt um technische Zwischenebenen und den Abschluss zur Attika.

Umbau eines Büroturms in Niederrad zu Apartments

Die für Büronutzung ausgelegten Geschosshöhen des Bestandsgebäudes müssen im Schnitt mit den Anforderungen an Wohnräume abgeglichen werden – abgehängte Decken und Doppelböden verändern die tatsächlich nutzbare Höhe gegenüber dem reinen Rohbaumaß.

So entsteht Ihr Schnitt für Frankfurt am Main

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau oder Regelgeschosse nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Für Nachkriegsgebäude meist die Bauakte der Bauaufsicht Frankfurt, für Vorkriegsgebäude im Nordend oder Westend häufig ein direktes Aufmaß der Geschosse und des Dachs.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab in der Regel 1:100, mit allen Pflichtangaben des Bauvorlagenerlasses.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für die Bauaufsicht Frankfurt zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung über das Bauportal Hessen, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachgeschossausbauten.

Was den Aufwand eines Schnitts in Frankfurt beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Erfassungs- und Zeichenaufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist rascher erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche oder Regelgeschosstypen.

  • Neubau, Dachgeschossausbau oder Hochhaus

    Ein Schnitt aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation eines unklaren Dachbestands oder die Koordination vieler Regelgeschosse.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und Kniestöcke beim Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, wie es bei Vorkriegsgebäuden im Nordend häufig vorkommt, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

Alle Leistungen in Frankfurt am Main

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