Bemaßte Ansichten in Falkensee — die Zeichnung, an der das Einfügen gemessen wird

Ansichten zeigen ein Gebäude von außen, Seite für Seite, maßstäblich und mit allen Höhenbezügen. Sie gelten als der dekorative Teil eines Antrags und sind in Wahrheit der Teil, an dem eine Behörde beurteilt, ob ein Vorhaben in seine Umgebung passt.

In Falkensee hat das besonderes Gewicht, weil weite Teile der Stadt nicht überplant sind. Wo kein Bebauungsplan gilt, entscheidet § 34 BauGB, also die Frage, ob sich ein Vorhaben nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Das Maß liest die Bauaufsicht des Landkreises Havelland nicht aus einer Tabelle ab, sondern aus Höhen, Dachformen und Baukörperproportionen — genau dem, was in den Ansichten steht.

Erschwerend kommt hinzu, dass diese Umgebung in Falkensee selten einheitlich ist. In derselben Straße stehen ein Siedlungshaus aus den dreißiger Jahren, ein aufgestocktes Wochenendhaus und ein Neubau aus der Wachstumsphase nach 1990. Was sich in eine solche Nachbarschaft einfügt, lässt sich nur zeigen, nicht behaupten.

Wann Ansichten verlangt werden

Sie gehören zu fast jeder Bauvorlage, die die äußere Erscheinung berührt:

  • Bei Neubau und Ersatzneubau, für alle betroffenen Seiten.
  • Bei Anbauten, weil sich die Kubatur nach außen verändert.
  • Bei Aufstockungen und Dachumbauten, einschließlich Gauben und Dachflächenfenstern.
  • Bei neuen oder vergrößerten Öffnungen in Außenwänden.
  • Bei Bauvoranfragen zum Maß der baulichen Nutzung.
  • Bei Bestandsdokumentationen, wenn eine Sanierung der Hülle folgen soll.
Warum der Geländeanschluss auch in flachem Gelände zählt

Falkensee liegt nicht am Hang, und daraus wird gern der Schluss gezogen, dass Höhenangaben eine Formalie seien. Das ist ein Irrtum, der Verfahren kostet. Trauf- und Firsthöhe werden nicht in der Luft gemessen, sondern gegen einen Bezugspunkt, und der liegt am gewachsenen Gelände. In den Falkenseer Siedlungslagen ist dieses Gelände über Jahrzehnte verändert worden: aufgeschüttete Zufahrten, abgesenkte Kellerzugänge, angeschüttete Terrassen, Erdreich, das sich um alte Kiefernstämme herum aufgebaut hat. Zwischen Vorder- und Rückseite eines Hauses liegen dadurch nicht selten mehrere Dezimeter Unterschied. Wird die Ansicht auf einer angenommenen waagerechten Linie aufgebaut, stimmen die eingetragenen Höhen an mindestens einer Seite nicht — und mit ihnen die Aussage über das Einfügen und über die Abstandsflächen. Dazu kommt ein zweiter Punkt, der speziell zum hiesigen Bestand gehört: Viele Häuser sind in Etappen gewachsen, und Anbauten wurden auf eigenem Fundament mit eigener Höhenlage errichtet. Die Ansicht muss zeigen, wo Alt- und Anbau in der Höhe voneinander abweichen, sonst passt die Zeichnung nicht zum Schnitt und der Schnitt nicht zum Grundriss. Wir nehmen den Geländeverlauf deshalb beim Ortstermin auf, an allen Seiten, und tragen ihn als Linie in die Ansicht ein. Das ist mehr Aufwand als eine gerade Kante — und es ist der Unterschied zwischen einer Zeichnung, die geprüft werden kann, und einer, die zurückkommt.

Welche Ansichten entstehen

Der Umfang richtet sich nach dem Vorhaben, nicht nach der Gewohnheit:

Alle vier Seiten

Der Regelfall bei Neubau, Ersatzneubau und größeren Umbauten. Auch die Seite zur Nachbargrenze, die niemand sieht, wird gezeichnet — sie ist für die Abstandsflächen die wichtigste.

Betroffene Seiten bei Teilmaßnahmen

Bei einem Anbau oder einer Gaube kann sich der Umfang reduzieren. Welche Seiten verlangt werden, klären wir vorab, statt es zu unterstellen.

Bestand und Planung im Vergleich

Zwei Fassungen derselben Ansicht machen die Veränderung sofort ablesbar — die Darstellung, die Rückfragen am zuverlässigsten vermeidet.

Ansicht mit Nachbarbebauung

Wo es um das Einfügen geht, hilft die Darstellung der angrenzenden Gebäude in denselben Höhenbezügen. Sie zeigt den Rahmen, in den sich das Vorhaben stellt.

Was eingetragen wird

Eine prüffähige Ansicht enthält mehr als die Umrisslinie:

  • Trauf- und Firsthöhe

    Mit Bezugspunkt am gewachsenen Gelände. Diese beiden Werte sind im nicht überplanten Bereich die zentrale Größe für das Einfügen.

  • Geländeverlauf

    Vorhandenes und, wo geplant, künftiges Gelände als eigene Linien. Anschüttungen und Abgrabungen werden kenntlich gemacht.

  • Öffnungen mit Maßen

    Fenster, Türen, Gauben und Dachflächenfenster in Lage und Größe. Sie bestimmen Belichtung, Rettungswege und die Wirkung zur Nachbargrenze.

  • Dachform und Neigung

    Neigungswinkel, Überstände und Ortgangausbildung — Angaben, aus denen sich die Höhenentwicklung nachrechnen lässt.

  • Materialien und Farbigkeit

    Soweit sie für die äußere Gestaltung relevant sind, insbesondere bei Ersatzneubauten in gewachsener Umgebung.

  • Anschluss an Nachbargebäude

    Bei Grenzbebauung oder engen Abständen gehört das Nachbargebäude in die Zeichnung, damit die Situation beurteilbar wird.

Wofür Ansichten in Falkensee gebraucht werden

Aufstockung eines eingeschossigen Hauses

Die neue Firsthöhe muss sich in eine Straße einfügen, in der die Nachbargebäude aus verschiedenen Jahrzehnten stammen. Die Ansicht zeigt, ob sie das tut.

Gaube im Siedlungshausdach

Größe, Lage und Abstand zum Ortgang entscheiden über die Zulässigkeit — Angaben, die es ohne bemaßte Ansicht nicht gibt.

Anbau mit abweichender Höhenlage

Der spätere Anbau liegt tiefer als der Ursprungsbau. Erst die Ansicht mit Geländelinie macht das nachvollziehbar.

Ersatzneubau auf einer Waldparzelle

Zwischen hohen Kiefern wirkt ein Baukörper anders als frei stehend. Für die Beurteilung zählt trotzdem das Maß, nicht der Eindruck.

Wie die Ansichten entstehen

Vier Schritte aus einer einzigen Aufnahme:

  1. Umfang festlegen

    Welche Seiten werden gebraucht, in welchem Maßstab, mit oder ohne Nachbarbebauung — das hängt am Vorhaben und am Verfahrensweg.

  2. Außenaufnahme

    Baukörpermaße, Höhen, Öffnungen, Dachneigung und der Geländeverlauf an allen Seiten werden vor Ort erfasst.

  3. Zeichnen und abgleichen

    Die Ansichten werden gegen Grundriss und Schnitt geprüft. Öffnungen, Geschosshöhen und Dachkanten müssen in allen drei Darstellungen übereinstimmen.

  4. Planungsstand ergänzen

    Wo ein Vorhaben folgt, entsteht die zweite Fassung mit der geplanten Veränderung, sauber vom Bestand unterschieden.

Was den Aufwand treibt

Vier Punkte, die den Umfang der Zeichenarbeit bestimmen:

  • Zahl der darzustellenden Seiten

    Vier Ansichten sind vier Zeichnungen, die untereinander und mit dem Grundriss in Deckung gebracht werden müssen.

  • Gliederung der Fassade

    Erker, Versprünge, unterschiedliche Traufhöhen und angesetzte Bauteile erhöhen den Aufwand deutlich gegenüber einer glatten Wand.

  • Geländesituation

    Auch in flachem Gelände sind Anschüttungen und abgesenkte Zugänge aufzunehmen — je unruhiger der Anschluss, desto mehr Messpunkte.

  • Bestand plus Planung

    Zwei Fassungen derselben Seite verdoppeln nicht den Aufwand, erhöhen ihn aber spürbar gegenüber einer reinen Bestandsdarstellung.

Alle Leistungen in Falkensee

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