Bauzeichnung in Erlangen — koordinierter Plansatz nach der Bayerischen Bauvorlagenverordnung

Eine isolierte Einzelzeichnung reicht dem Erlanger Bauaufsichtsamt praktisch nie. Verlangt wird ein zusammenhängender Plansatz, in dem Grundriss, Schnitt und Ansicht dieselben Maße und Bauteile widerspruchsfrei zeigen – Widersprüche zwischen den Zeichnungen fallen der Prüfstelle sofort auf und führen zu Rückfragen, die den gesamten Vorgang verzögern. Bevor die inhaltliche Prüfung überhaupt beginnt, durchläuft jede eingereichte Bauvorlage die Zentrale Planannahme des Amts – eine formale Kontrollstufe, die anhand einer eigenen Checkliste feststellt, ob überhaupt alle nötigen Angaben vorhanden sind. Wer diese Liste kennt und seinen Plansatz von vornherein danach ausrichtet, spart sich genau die Nachforderungsschleife, an der viele Anträge unnötig hängen bleiben, bevor sie überhaupt zur eigentlichen fachlichen Prüfung gelangen. Für Neubau und Bestand gelten dabei dieselben formalen Regeln – der Unterschied liegt allein darin, wie viel Vorarbeit nötig ist, bevor der eigentliche Plansatz gezeichnet werden kann.

Anforderungen der Bayerischen Bauvorlagenverordnung an Ihre Zeichnung

Damit eine Bauzeichnung als vollständige Bauvorlage gilt, muss sie bestimmte Mindestangaben tragen:

  • Maßstab: nicht kleiner als 1:100; größer, sobald eine geforderte Eintragung sonst nicht sauber lesbar wäre.
  • Kennzeichnung jeder einzelnen Zeichnung durch numerischen Maßstab, Maßstabsleiste, durchgehende Bemaßung und die nach Anlage 1 vorgesehenen Bauprodukte und Bauarten.
  • Erkennbare Bauvorlageberechtigung: Aus der Zeichnung muss hervorgehen, welche Person sie fachlich verantwortet.
  • Konsistenz zwischen den Einzelzeichnungen: Fensteröffnungen, Wandstärken und Geschosshöhen müssen in Grundriss, Schnitt und Ansicht übereinstimmend dargestellt sein.
Erst die Checkliste, dann die eigentliche Prüfung

Bevor das Bauaufsichtsamt inhaltlich in die Prüfung einsteigt, sichtet die Zentrale Planannahme jeden eingehenden Antrag anhand einer eigenen, festen Checkliste. Diese Liste steht Antragstellenden zur eigenen Vorabkontrolle offen. Genau hier entstehen in der Praxis die meisten Verzögerungen: eine fehlende Maßangabe, eine nicht gekennzeichnete Legende, eine vergessene Bauvorlageberechtigung. Wer den Plansatz konsequent gegen diese Checkliste gegenprüft, bevor er eingereicht wird, überspringt die erste und häufigste Hürde des Verfahrens – und verkürzt damit oft die gesamte Bearbeitungszeit deutlicher als jede Beschleunigung der eigentlichen fachlichen Prüfung.

Wie der Plansatz je nach Ausgangslage entsteht

Neubau und Bestand verlangen unterschiedliche Herangehensweisen, auch wenn das Ergebnis am Ende denselben formalen Anforderungen genügen muss:

Neubau: alle drei Zeichnungen aus einer Hand

Grundriss, Schnitt und Ansicht werden parallel zur laufenden Planung entwickelt, etwa für ein Vorhaben am Siemens Campus oder im Röthelheimpark – Maße und Bauteile stimmen von Beginn an überein.

Bestand: erst Aufmaß, dann Zeichnung

Bei einem Umbau muss zunächst ein verlässlicher Bestand vorliegen, damit sich zu beseitigende und neu geplante Bauteile in der Zeichnung klar trennen lassen – besonders wichtig bei mehrfach veränderten Gebäuden in Neustadt und Altstadt.

Bestandteile eines vollständigen Erlanger Plansatzes

Für die Einreichung braucht es mehr als ein einzelnes Blatt:

  • Grundrisse jedes Geschosses

    Durchgehend bemaßt im vorgeschriebenen Mindestmaßstab, mit Angabe der wesentlichen Bauprodukte.

  • Zugehörige Schnitte und Ansichten

    Im selben Maßstab und mit übereinstimmender Darstellung der Bauteile wie die Grundrisse.

  • Amtlicher Lageplan

    Zeigt das Vorhaben im Zusammenhang mit dem Flurstück.

  • Nachweis der Bauvorlageberechtigung

    Angabe, welche Person die eingereichten Zeichnungen fachlich verantwortet – ohne diesen Nachweis gilt die Bauvorlage als unvollständig.

  • Baubeschreibung

    Textliche Ergänzung zu den Zeichnungen, die Nutzung, Konstruktion und verwendete Materialien erläutert, soweit sie nicht bereits aus dem Plansatz hervorgehen.

Bauzeichnungen in Erlangen – Beispiele aus der Praxis

Wohngebäude im Röthelheimpark

Der komplette Plansatz entsteht direkt aus der laufenden Neubauplanung, konsequent im geforderten Maßstab.

Ausbau eines Dachgeschosses in der Neustadt

Vor der Zeichnung steht ein aktuelles Aufmaß des betroffenen Geschosses, damit Bestand und Neuplanung eindeutig getrennt dargestellt werden können.

Kleiner Anbau außerhalb des Ensembles

Auch ein überschaubares Vorhaben braucht den vollständigen, in sich stimmigen Plansatz – ein einzelnes Blatt genügt nicht.

Umnutzung eines Ladenlokals in der Altstadt

Auch ohne bauliche Veränderung an der Fassade verlangt eine Nutzungsänderung häufig aktualisierte Grundrisse, damit die neue Raumnutzung eindeutig dokumentiert ist.

Bürogebäude am Siemens Campus mit mehreren Modulen

Bei einem größeren Vorhaben mit mehreren Gebäudeteilen müssen die Zeichnungen jedes Moduls untereinander ebenso konsistent sein wie innerhalb eines einzelnen Gebäudes.

Fassadenveränderung an einem Einzeldenkmal

Zusätzlich zur bauordnungsrechtlichen Prüfung durch die Zentrale Planannahme braucht der Plansatz hier eine Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, bevor er endgültig eingereicht wird.

Wie Ihr Erlanger Plansatz entsteht

Vom Bestand bis zur vorlagefähigen Zeichnung:

  1. Ausgangslage klären

    Vorhandene Bauakte des Stadtarchivs oder ein Aufmaß bilden die Grundlage bei Bestandsobjekten.

  2. Grundrisse zeichnen

    Bemaßt im Mindestmaßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben nach der Bauvorlagenverordnung.

  3. Schnitte und Ansichten abgleichen

    Maße, Öffnungen und Bauteile werden mit den Grundrissen zur Deckung gebracht.

  4. Änderungen eindeutig kennzeichnen

    Bei Umbauten sind zu beseitigende und geplante Bauteile zwingend zu unterscheiden, üblicherweise über unterschiedliche Linienarten oder Farbgebung.

  5. Gegen die Checkliste der Zentralen Planannahme prüfen

    Bevor der Plansatz digital oder schriftlich eingereicht wird.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Erlangen bestimmt

Diese Punkte beeinflussen den Aufwand:

  • Neubau oder Bestandsanpassung

    Eine Planung von Grund auf entsteht meist schneller als die zeichnerische Aufarbeitung eines unklaren Bestands.

  • Qualität vorhandener Unterlagen

    Fehlt eine verwertbare Bauakte, wird zunächst ein Aufmaß-Termin nötig.

  • Umfang des Vorhabens

    Mehr Geschosse und komplexere Bauteile bedeuten einen umfangreicheren Plansatz.

  • Lage im Ensemble Altstadt/Neustadt

    Hier kommt gegebenenfalls die Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde hinzu.

  • Zahl der eingereichten Module oder Gebäudeteile

    Ein Vorhaben mit mehreren zusammenhängenden Gebäuden verlangt entsprechend mehr Einzelzeichnungen, die untereinander konsistent bleiben müssen.

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