Aufteilungspläne in Erlangen — bemaßt, nummeriert und auf ungewöhnlich vollständige Bauakten gestützt

Ein Aufteilungsplan ist überall in Deutschland dieselbe Bauzeichnung mit denselben Anforderungen nach § 7 WEG. Was ihn in Erlangen von vielen anderen Städten unterscheidet, ist die Quellenlage: Weil die Stadt am 16. April 1945 kampflos übergeben wurde und dadurch nahezu keine Kriegszerstörung erlebte, dürften die vom Stadtarchiv verwalteten Bauakten im Vergleich zu stark zerstörten Städten ungewöhnlich vollständig erhalten sein. Das erleichtert die Recherche, ersetzt aber nicht die Prüfung, ob eine historische Akte nach Jahrzehnten wechselnder Nutzung noch zum heutigen Bestand passt. Gerade weil viele Erlanger Gebäude über Generationen im selben Zuschnitt genutzt wurden, lohnt sich vor einer aufwendigen Neuvermessung zunächst immer der Blick in die vorhandene Akte.

Wann Sie in Erlangen einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Bauaufsichtsamts, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die bei größeren Erlanger Bestandsgebäuden zusätzlich eine Umwandlungsgenehmigung nach § 250 BauGB voraussetzen kann.
  • Bei Neubauten, etwa am Siemens Campus, entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Vollständige Akte, aber nicht zwangsläufig aktueller Bestand

Anders als in Städten mit erheblichen Kriegsverlusten im Bauaktenbestand spricht in Erlangen vieles dafür, dass historische Bauakten beim Stadtarchiv in ungewöhnlich hoher Vollständigkeit erhalten sind – die Stadt selbst blieb 1945 durch die kampflose Übergabe nahezu unversehrt. Das löst aber nicht das eigentliche Problem eines Aufteilungsplans: Eine über Jahrhunderte mehrfach umgebaute Wohnung im barocken Neustadt-Raster oder in der gewachsenen Altstadt zeigt sich in der historischen Akte oft nur im ursprünglichen, längst überholten Zustand. Wo die Akte den heutigen Bestand nicht mehr korrekt abbildet, tritt an ihre Stelle eine Vor-Ort-Vermessung.

Woher Ihr Erlanger Aufteilungsplan stammt

Je nach Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des Stadtarchivs

Ist die Akte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – die Maße müssen dann nur noch um die Einheiten-Nummerierung ergänzt werden.

Aus vorhandener Genehmigungsplanung bei Neubauten

Bei jüngeren Gebäuden, etwa am Siemens Campus oder im Röthelheimpark, liegen die Bauunterlagen meist bereits digital und aktuell vor.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – gerade bei mehrfach umgebauten Neustadt- oder Altstadthäusern häufig der zuverlässigste Weg.

Welche Unterlagen für Ihren Erlanger Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht

    Für die Akteneinsicht beim Stadtarchiv werden ein aktueller Eigentumsnachweis sowie, bei Beauftragung Dritter, eine Vollmacht verlangt; die Einsicht erfolgt nach vorheriger Terminvereinbarung.

  • Vorhandene Grundrisse oder Schnitte

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Kellerräumen, die räumlich von der Wohnung getrennt liegen.

  • Angaben zum Baujahr und zur Bauepoche

    Ob es sich um ein Gebäude aus der Zeit der Neustadt-Gründung, ein Altstadthaus oder einen modernen Neubau handelt, hilft bei der Einschätzung, welcher Weg zum Aufteilungsplan realistisch ist.

Aufteilungspläne in Erlangen – Beispiele aus der Praxis

Barockes Mietshaus in der Neustadt mit vollständiger Bauakte

Die Akte im Stadtarchiv ist lückenlos vorhanden, zeigt aber nur den Zustand zum Errichtungsjahr. Der Aufteilungsplan wird anhand einer aktuellen Vor-Ort-Vermessung neu erstellt und mit der historischen Akte abgeglichen.

Altstadthaus mit mehrfach veränderter Raumaufteilung

Wände wurden über Jahrzehnte versetzt, ohne dass die Akte fortgeschrieben wurde. Maßgeblich für den Aufteilungsplan ist ausschließlich der heutige, tatsächliche Bestand.

Neubauprojekt am Siemens Campus

Die Bauakte ist vollständig digital und aktuell. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.

Zusammengelegte Wohnungen in einem Neustadt-Bürgerhaus

Wurden zwei benachbarte Einheiten zusammengeführt, zeigt die historische Akte einen Zuschnitt, den es so nicht mehr gibt – maßgeblich für den Aufteilungsplan ist ausschließlich der heutige, tatsächliche Bestand.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Erlangen

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Erlangen liegt das Gewicht auf dem Abgleich zwischen einer meist gut erhaltenen historischen Akte und dem tatsächlichen heutigen Zustand:

  1. Bauakte prüfen

    Wir klären, ob beim Stadtarchiv eine vollständige, aktuelle Akte vorliegt und ob sie den heutigen Bestand noch zeigt.

  2. Datengrundlage festlegen

    Reicht die Akte nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.

  3. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Kellerflächen.

  4. Sonder- und Gemeinschaftseigentum abgrenzen

    Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als Gemeinschaftseigentum gekennzeichnet.

  5. Plan für Bauaufsichtsamt und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Erlangen beeinflusst

In Erlangen entscheidet vor allem der Abgleich zwischen Akte und heutigem Bestand über den Aufwand, nicht allein die Gebäudegröße:

  • Übereinstimmung von Akte und heutigem Bestand

    Eine vollständige, aber veraltete Akte erspart keine Vor-Ort-Prüfung – erst der Abgleich mit dem tatsächlichen Zustand entscheidet über den weiteren Aufwand.

  • Neustadt-Raster oder gewachsene Altstadt

    Das regelmäßige barocke Straßenraster ist meist unkomplizierter zu erfassen als eine verwinkelte Altstadtparzelle.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Kellerflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.

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