Bemaßte Schnittzeichnungen in Duisburg — vom Dachgeschoss bis zum Speichervolumen am Innenhafen

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht offenlassen: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. In Duisburg treffen dabei zwei sehr unterschiedliche Maßstäbe aufeinander. In den Werkssiedlungen Rheinpreußen und Hüttenheim sowie in den einfachen Wiederaufbau-Wohnzeilen der 1950er-Jahre in Hamborn oder Untermeiderich bemisst der Schnitt Kniestockhöhe, Dachneigung und die Raumhöhe unter der Schräge – die übliche Frage eines Dachgeschossausbaus. Am Innenhafen dagegen stehen frühere Speicher- und Mühlengebäude mit Raumhöhen, die für Schüttgut oder Antriebstechnik ausgelegt waren, nicht für Wohn- oder Büronutzung: Beim heutigen Landesarchiv NRW musste der frühere Silobereich im Kopfbau des Getreidespeichers vollständig entkernt und mit Stahlstützen sowie Stahlbetondecken neu aufgebaut werden, und in der weit über 200 Jahre alten Plange Mühle in Homberg entstehen derzeit rund 30 Wohnungen in einem Gebäude, dessen Decken einst eine zentrale Transmission für mehrere Etagen Mühlentechnik trugen. In beiden Fällen liefert erst der bemaßte Schnitt die Antwort, wie viele nutzbare Ebenen sich in das vorhandene Volumen einziehen lassen.

Was ein Schnitt für Duisburg zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der BauPrüfVO NRW wie für andere Bauzeichnungen des Plansatzes, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Geschosshöhen, Dachneigung und sämtliche Aufbauten sind im Regelmaßstab 1:100 vollständig zu bemaßen, nicht nur überschlägig einzuzeichnen.
  • Aus der Zeichnung müssen die maßgeblichen Bauprodukte und Bauarten hervorgehen – im Schnitt betrifft das vor allem Deckenkonstruktion und Dachaufbau, bei einem Speicher- oder Mühlengebäude zusätzlich die Art der neu eingebrachten Tragstruktur.
  • Bei einem Eingriff in ein bestehendes Gebäude müssen Bestand und geplante Änderung im Schnitt zweifelsfrei auseinanderzuhalten sein, etwa bei einer neu eingezogenen Geschossdecke.
Zwei Fragen an denselben Schnitt: Vollgeschoss oder Tragstruktur

Beim Dachgeschossausbau in einer Duisburger Werkssiedlung oder einem Wiederaufbauhaus dreht sich die entscheidende Frage meist um die Vollgeschossigkeit: Erst der im Schnitt bemaßte Kniestock und die Raumhöhe unter der Dachschräge zeigen, ob das ausgebaute Geschoss nach dem allgemeinen bauplanungsrechtlichen Grundsatz zur Raumhöhe überhaupt mitzählt – ein Mechanismus, der unabhängig vom Bundesland gilt, auch wenn die genaue Schwelle je nach Landesrecht unterschiedlich gefasst sein kann. Bei einem Speicher- oder Mühlenumbau am Innenhafen oder in Homberg stellt sich dagegen eine andere Frage: Die ursprüngliche Raumhöhe liegt dort oft weit über der eines gewöhnlichen Wohngeschosses, wie es die beim Umbau zum Landesarchiv NRW nötige vollständige Neukonstruktion des Silobereichs mit Stahlstützen und Stahlbetondecken zeigt. Hier geht es weniger um eine Mindesthöhe als darum, wie viele neue Ebenen sich in das vorhandene Volumen einziehen lassen, ohne die verbliebene historische Tragstruktur zu gefährden – eine Frage, die letztlich der Tragwerksplaner auf Grundlage des bemaßten Schnitts beantwortet.

Werkssiedlung, Speicherumbau oder Neubau — drei Schnitt-Situationen in Duisburg

Je nachdem, worauf der Schnitt trifft, unterscheidet sich die Herangehensweise erheblich:

Neubau auf einer Logport-Fläche: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur

Läuft ein Neubauvorhaben auf einer der konvertierten Industrie- und Hafenflächen bereits als vollständige Planung, entstehen Grundriss, Ansicht und Schnitt gemeinsam – Geschosshöhen und Dachaufbau passen von Anfang an zueinander.

Dachgeschossausbau in Werkssiedlung oder Wiederaufbauhaus: Aufmaß der bestehenden Konstruktion

In Rheinpreußen, Hüttenheim oder einer Wiederaufbau-Wohnzeile in Hamborn braucht es zunächst ein eigenes Aufmaß der vorhandenen Kniestockhöhe und Dachneigung – die vorhandene Bauaktenzeichnung zeigt selten den heutigen, individuell veränderten Zustand.

Speicher- oder Mühlenumbau am Innenhafen und in Homberg: Bestandsaufnahme vor der Berechnung

Bevor der Schnitt entsteht, wird die tatsächlich vorhandene Tragkonstruktion aufgenommen – bei einem Gebäude, das einst für Schüttgut oder Maschinenlast gebaut wurde, taugt eine historische Werkszeichnung dafür kaum.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Duisburg gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Im Regelmaßstab 1:100 gezeichnet, mit vollständig bemaßten Geschosshöhen, Dachneigung und den maßgeblichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Erst der Abgleich zwischen allen drei Zeichnungen stellt sicher, dass Geschosshöhen sowie First- und Traufhöhe überall übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dachräumen

    Entscheidend beim Dachgeschossausbau in Werkssiedlung oder Wiederaufbauhaus: Nur die im Schnitt bemaßte Höhe unter der Schräge zeigt, welche Bereiche nutzbar sind und ob das Geschoss als Vollgeschoss zählt.

  • Angaben zur tragenden Struktur bei Speicher- und Mühlenumbauten

    Bei einem Umbau wie am Landesarchiv NRW oder in der Plange Mühle hilft die Lage der neu eingebrachten Stützen und Decken, den Schnitt so zu führen, dass er die tatsächliche Tragstruktur zeigt – der eigenständige Standsicherheitsnachweis bleibt davon unberührt.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Duisburg – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau in einem Werkssiedlungshaus in Rheinpreußen

Weil die einzelnen Doppelhaushälften über Generationen unterschiedlich verändert wurden, zeigt erst ein eigener Schnitt je Haus, wie viel Fläche nach der Zonierung tatsächlich nutzbar wird.

Dachgeschossausbau in einer Wiederaufbau-Wohnzeile in Hamborn

Die knapp bemessene Firsthöhe der einfachen Nachkriegskonstruktion macht eine genaue Schnittdarstellung besonders wichtig – schon eine geringe Änderung am Dachaufbau kann über die Genehmigungsfähigkeit entscheiden.

Umbau des Silobereichs zum heutigen Landesarchiv NRW am Innenhafen

Der frühere Getreidespeicher wich im Kopfbau einer komplett neuen Innenkonstruktion aus Stahlstützen und Stahlbetondecken – der Schnitt musste die neuen Raumhöhen für ein Archivgebäude nachweisen, nicht mehr die einer Getreidelagerung.

Umnutzung der Plange Mühle in Homberg zu Wohnraum

Für die laufende Umwandlung in rund 30 Wohnungen zeigt der Schnitt, welche der ursprünglich auf Maschinenlast ausgelegten Decken und Stützen die künftige, ganz anders verteilte Wohnlast überhaupt tragen.

So entsteht Ihr Schnitt für Duisburg

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Schnittführung festlegen

    Zuerst steht fest, an welcher Stelle des Gebäudes geschnitten werden muss, damit Geschosshöhen und Dach- oder Speicherstruktur nachvollziehbar erkennbar werden.

  2. Datengrundlage beschaffen

    Eine verwertbare Bauakte des Amts für Baurecht und betrieblichen Umweltschutz liefert die Ausgangsmaße; fehlt sie oder passt sie nicht mehr zum Bestand, wird das betroffene Geschoss direkt aufgemessen.

  3. Schnitt bemaßt zeichnen

    Aus den erfassten Maßen entsteht die Zeichnung im Regelmaßstab 1:100, versehen mit sämtlichen nach der BauPrüfVO NRW geforderten Angaben.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Alle drei Zeichnungen werden gegeneinander kontrolliert, bis Geschoss- und Dachmaße an keiner Stelle mehr voneinander abweichen.

  5. Für Bauaufsicht Nord oder Süd zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachgeschossausbauten oder Speicherumbauten.

Was den Preis für einen Schnitt in Duisburg beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einheitlich aufgebautes Werkssiedlungshaus kommt meist mit einer einzigen Schnittführung aus; ein unregelmäßig gegliedertes Speichergebäude verlangt dagegen mehrere Schnitte an unterschiedlichen Stellen.

  • Neubau oder Bestandskonstruktion

    Für ein Neubauvorhaben auf einer Logport-Fläche liegen die Maße meist schon digital vor; eine historisch gewachsene Werkssiedlungs- oder Speicherkonstruktion muss dagegen erst erschlossen werden.

  • Komplexität von Dachaufbau oder Tragstruktur

    Ein einfaches Satteldach lässt sich rasch zeichnen. Mehrere Kniestöcke oder eine neu eingebrachte Stützen- und Deckenkonstruktion wie am Landesarchiv NRW erhöhen den Detaillierungsaufwand spürbar.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine belastbare Bestandszeichnung, muss vor dem eigentlichen Schnitt erst ein Aufmaß-Termin eingeplant werden.

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