Aufmaß & Vermessung in Duisburg — was Kataster und Hausakte über Ihr Gebäude nicht verraten
Über fast jedes Duisburger Gebäude werden zwei amtliche Nachweise geführt – und keiner von beiden beantwortet die Frage, wie groß die Räume darin sind. Das Liegenschaftskataster hält fest, wo die Gebäudeecken im Verhältnis zu den Grundstücksgrenzen liegen und wie lang die Gebäudeseiten sind; geführt wird es beim Amt für Bodenordnung, Geomanagement und Kataster im Informationssystem ALKIS. Die Hausakte wiederum zeigt den einmal genehmigten Stand, in den Werkssiedlungen häufig als Typenblatt für eine ganze Häuserzeile. Was in beiden fehlt, ist das Innere: Wandstärken, lichte Maße, Raumaufteilung, Höhen unter der Schräge. Genau dort setzt das Bauaufmaß an. Es nimmt den Zustand auf, der heute vorhanden ist, und übersetzt ihn in bemaßte Grundrisse, Schnitte, Ansichten und eine belegbare Flächenaufstellung – die Grundlage, die Bank, Käufer, Verwalter und Planer sehen wollen und die aus keinem Archiv nachgereicht werden kann.
Wann ein Aufmaß in Duisburg nötig wird
Ein Bauaufmaß schreibt keine Vorschrift vor. Gebraucht wird es dort, wo jemand belastbare Maße sehen will und die vorhandenen Nachweise sie nicht hergeben. In Duisburg sind das vor allem diese Fälle:
- In der Akte liegt ein Typenblatt für eine ganze Siedlung oder Zeile, aber nichts, was das einzelne Haus in seinem heutigen Zustand zeigt.
- Anbau, Aufstockung, Wintergarten oder ein späterer Ersatzbau haben den Zuschnitt verändert, ohne dass die Unterlagen jemals nachgeführt wurden.
- Für Finanzierung oder Wertermittlung wird eine Fläche verlangt, deren Herleitung sich prüfen lässt – ohne erhobene Maße gibt es nichts herzuleiten.
- Ein Haus soll in Wohnungseigentum aufgeteilt werden: Aus den Zeichnungen muss eindeutig hervorgehen, welche Räume zu welcher Einheit gehören, einschließlich Keller- und Bodenräumen. Die Zeichnung beizubringen ist Sache des Antragstellers.
- Das Gebäude steht in einer der geschützten Duisburger Siedlungen. Für sie gibt die Stadt eigene Gestaltungsfibeln heraus, etwa für die Siedlung Hüttenheim – wer dort etwas verändern will, braucht maßhaltige Ansichten und keine Skizze.
Die Einmessungspflicht nach § 16 Abs. 2 VermKatG NRW trifft Eigentümer und Erbbauberechtigte, sobald ein Gebäude errichtet oder sein Grundriss verändert wird; die Kosten trägt der Eigentümer, ausführen darf die Katasterbehörde oder ein Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur. Praktisch entscheidend ist der Ablauf danach, und der wird regelmäßig unterschätzt. Die Pflicht besteht kraft Gesetzes, ein Anschreiben ist dafür nicht nötig: Nach der Fertigstellung ist der Antrag von sich aus zu stellen, spätestens innerhalb von drei Monaten. Liegt der Katasterbehörde danach kein Nachweis über die Beauftragung vor, fordert sie schriftlich auf, binnen eines weiteren Monats eine Vermessungsstelle zu beauftragen. Bleibt auch das folgenlos, veranlasst sie die Einmessung selbst – auf Kosten der Eigentümer. Die beauftragte Vermessungsstelle wiederum hat ihr Ergebnis innerhalb von fünf Monaten nach Antragstellung bei der Katasterbehörde einzureichen. Was am Ende im Kataster steht, ist allerdings eng begrenzt: die Lage der Gebäudeecken zu den Grundstücksgrenzen, die Längen der Gebäudeseiten, die Fortführung in ALKIS. Wie die Wohnung geschnitten ist, wie dick die Wände sind und wie viel Wohnfläche daraus folgt, wird dabei nicht erhoben – dafür ist das Bauaufmaß da. Planprofi24 erbringt weder die Einmessung noch den amtlichen Lageplan; beides bleibt der Katasterbehörde und den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren vorbehalten.
Wie in Duisburg aufgemessen wird
Welches Verfahren passt, ergibt sich aus der Bauweise und aus dem, was mit den Unterlagen später geschehen soll:
Raumweises Handaufmaß mit Laserdistanzmesser
Der Regelweg in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Übliche Geräte geben eine Messgenauigkeit um ± 1,5 Millimeter an, was im Raummaß weit unterhalb jeder rechtlich erheblichen Schwelle liegt. In Serienbeständen ist die Versuchung groß, von einer Einheit auf die nächste zu schließen – gerade das führt zu den Abweichungen, die später auffallen.
Durchgehender Maßbezug über Zeile und Treppenhaus
Bei Reihenhauszeilen und Wohnzeilen wird zusätzlich über die Einheiten hinweg gemessen. Nur so passen Trennwände, Geschosse und Außenkanten am Ende zusammen und die Summe der Einzelaufmaße bleibt anschlussfähig an das Gebäude als Ganzes.
3D-Laserscanning mit Punktwolke
Für verformte, mehrfach überbaute oder denkmalgeschützte Substanz. Die erreichbare Genauigkeit hängt weniger vom Datenblatt ab als von Standpunktwahl, Zielmarken und der Verknüpfung der Einzelscans. Aus der Punktwolke lassen sich Zeichnungen und ein Bestandsmodell ableiten.
Fassaden- und Ansichtsaufmaß
In den geschützten Siedlungen zählt nicht nur der Grundriss: Traufhöhen, Fenstergliederung und Öffnungsmaße müssen belegt sein, bevor über eine Veränderung gesprochen wird. Erfasst wird die Fassade dann eigenständig und nicht aus dem Grundriss abgeleitet.
Was aus dem Aufmaß entsteht
Das Messen ist der kleinere Teil. Brauchbar wird die Aufnahme durch das, was daraus gezeichnet und gerechnet wird:
- Grundrisse je Geschoss mit durchgehenden Maßketten
Vom Keller bis zum Dachraum, mit Einzelmaßen für Wände, Öffnungen, Nischen und Vorsprünge. Eine bloße Maßstabsangabe reicht nicht: Abgegriffene Maße streuen zu stark, um eine Fläche darauf zu stützen.
- Schnitt durch Treppenhaus und Dachraum
Er zeigt Geschosshöhen, Fußbodenaufbauten und den Verlauf der Schräge über dem Raum – die Angaben, aus denen sich die Höhenzonen unter dem Dach überhaupt erst ableiten lassen.
- Ansichten aller Gebäudeseiten
Sie werden gebraucht, sobald an der Außenhülle etwas geplant ist oder Gestaltungsvorgaben gelten. In Siedlungsbeständen ist die Ansicht zugleich der Nachweis, worin sich das Haus vom Nachbarhaus unterscheidet.
- Wohnflächenaufstellung nach der Wohnflächenverordnung
Je Raum stehen Maß, Anrechnungssatz und Teilfläche in einer Zeile, darunter die Summe. Auf diese Aufstellung greifen später Mietvertrag, Kaufvertrag und Wertermittlung zurück.
- Flächen und Rauminhalte nach DIN 277
Brutto-Grundfläche und Kubatur für Bauvorlagen, Kostenermittlung und Gutachten. Die Norm beschreibt das Bauwerk und nicht die Wohnung, weshalb beide Angaben nebeneinander sinnvoll sein können.
- Messdaten, Skizze und Fotos
Die Rohdaten bleiben Teil der Lieferung. Sie machen nachvollziehbar, an welcher Stelle welches Maß entstanden ist, und ersparen bei Rückfragen die zweite Anfahrt.
Aufmaße in Duisburg – Beispiele aus der Praxis
Doppelhaushälfte in der Siedlung Rheinpreußen
Die Homberger Bergarbeitersiedlung entstand ab 1903; rund 1200 Häuser wurden in den 1960er Jahren abgerissen, die verbliebenen etwa 550 nach Protesten in den 1970er Jahren erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz. Die Häuser wirken gleich, sind es innen aber längst nicht mehr. Aufgenommen wird die einzelne Hälfte samt Trennwandlage, weil die Grundstücks- und die Gebäudeteilung nicht deckungsgleich verlaufen müssen.
Wohnzeile in Hamborn vor der Aufteilung
Acht gleich geschnittene Wohnungen aus den Wiederaufbaujahren, aber unterschiedlich ausgebaut: verglaste Loggien, versetzte Bäder, ein nachträglich ausgebautes Dachgeschoss. Gemessen wird jede Einheit einzeln und zusätzlich über die Zeile hinweg, damit die Grundrisse übereinanderliegen und die Nebenräume eindeutig zugeordnet sind.
Anbau und Garage an einem Haus in Walsum
Wintergarten und Garage haben den Umriss des Gebäudes verändert, ohne dass das je nachgeführt wurde. Zwei Themen laufen hier nebeneinander: Der veränderte Gebäudegrundriss berührt die Einmessungspflicht gegenüber der Katasterbehörde, während das Bauaufmaß den heutigen Innenzustand dokumentiert. Das eine ersetzt das andere nicht.
Gründerzeithaus in Ruhrort mit Ladenlokal
Im Erdgeschoss ein Geschäft, darüber Wohnungen, dazwischen über die Jahrzehnte verschobene Grenzen. Vor der Finanzierung wird beides getrennt erfasst: die gewerbliche Einheit nach DIN 277, die Wohnungen nach der Wohnflächenverordnung – mit einer Zeichnung, aus der hervorgeht, wo die Trennung verläuft.
So läuft Ihr Aufmaß in Duisburg ab
Der Ablauf ist überall gleich aufgebaut. Was ihn verkürzt, ist die Vorarbeit: was an Unterlagen auffindbar ist und wie viel vom Gebäude am Termin tatsächlich offen steht.
- Ziel und Erfassungstiefe festlegen
Ein Nachweis für die Bank, eine Planungsgrundlage für den Umbau und eine Aufteilungszeichnung verlangen unterschiedliche Detailtiefe. Daraus ergibt sich, welches Verfahren gewählt wird und welche Gebäudeteile hineingehören.
- Vorhandene Nachweise zusammentragen
Die Hausakte führt das Amt für Baurecht und betrieblichen Umweltschutz; die Einsicht erfolgt digital und ist gebührenpflichtig. Parallel lohnt der Blick auf den Katasterauszug – schon der Vergleich beider Quellen zeigt oft, welcher Bauteil nirgends dokumentiert ist.
- Termin abstimmen und Zugang sichern
Die Termindauer richtet sich danach, was offen ist. Keller, Speicher, Nebengebäude und vermietete Wohnungen müssen zugänglich sein; bei mehreren Parteien oder einer Verwaltung im Haus braucht die Abstimmung Vorlauf.
- Aufnahme am Objekt
Erfasst werden Längen, Breiten, Kontrollmaße zur Prüfung der Rechtwinkligkeit, Höhen an mehreren Stellen je Raum sowie Öffnungen, Nischen und Vorsprünge. Skizze und Fotos entstehen mit, damit jede Zahl später einer Stelle im Gebäude zuzuordnen ist.
- Auswerten und übergeben
Aus den Messdaten entstehen Zeichnungen und Flächenaufstellung mit offen gelegtem Rechenweg. Fällt dabei auf, dass ein Anbau nie in das Kataster gelangt ist, gehört dieser Punkt an eine Vermessungsstelle – das Bauaufmaß hält ihn fest, erledigt ihn aber nicht.
Was den Preis für ein Aufmaß in Duisburg beeinflusst
Nicht die Quadratmeterzahl bestimmt den Aufwand, sondern die Form des Gebäudes und die Zahl der Stellen, an denen gemessen werden muss:
- Zahl der Räume und Einheiten
Jeder zusätzliche Raum bringt Längen, Höhen und Öffnungen mit. Bei mehreren Parteien im Haus entsteht je Wohnung ein eigener Zeichnungssatz mit eigener Flächenaufstellung.
- Wie stark das Haus vom Typ abweicht
In Serienbeständen entscheidet der Umfang der späteren Eingriffe: durchbrochene Wände, geschlossene Öffnungen, angebaute Bäder und ausgebaute Dächer verlangen Stelle für Stelle eine eigene Aufnahme.
- Gewähltes Messverfahren
Ein Handaufmaß bindet vor allem Zeit am Objekt, ein Laserscan zusätzlich Technik und Auswertung im Büro. Der Scan lohnt dort, wo Verformungen belegt oder ein Modell weiterverwendet werden soll.
- Erreichbarkeit am Termin
Verschlossene Kellerverschläge, verstellte Speicher oder eine nur teilweise zugängliche Wohnung führen zu Nacharbeit. Was in einem Durchgang aufgenommen werden kann, ist immer der günstigere Fall.
- Umfang der abgeleiteten Unterlagen
Ein Satz Grundrisse ist schneller fertig als ein Paket aus Schnitten, Ansichten, Kubatur und Flächenaufstellung. Der Büroanteil wächst mit dem, was anschließend damit belegt werden soll.
Alle Leistungen in Duisburg
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Duisburg ansehen →
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