Aufmaß & Vermessung in Düsseldorf — vom Jugendstilhaus bis zum umgebauten Büroturm maßhaltig erfasst

In Düsseldorf treffen zwei sehr unterschiedliche Aufgaben aufeinander. Auf der einen Seite ein Altbaubestand, dessen Zeichnungen über hundert Jahre alt sind: Jugendstilhäuser in Oberkassel, Gründerzeitblöcke in Unterbilk und Pempelfort, Kaufmannshäuser in der Carlstadt, dazu irgendwann ausgebaute Dachgeschosse. Auf der anderen Seite die Bürostandorte der siebziger Jahre am Kennedydamm und im Seestern, von denen inzwischen ganze Häuser zu Wohnungen umgebaut werden – ihre Pläne existieren, beschreiben aber ein Nutzungskonzept, das nicht mehr gilt. Beide Fälle enden bei derselben Frage: Wie sieht der heutige Zustand wirklich aus? Ein Bauaufmaß beantwortet sie messtechnisch und übersetzt das Ergebnis in bemaßte Grundrisse, Schnitte, Ansichten und eine Flächenberechnung mit offenem Rechenweg.

Wann ein Aufmaß in Düsseldorf gebraucht wird

Zu einem Bauaufmaß verpflichtet niemanden eine Vorschrift. Ausgelöst wird es immer von einem Vorhaben, für das jemand belastbare Maße sehen will, während die vorhandenen Unterlagen sie nicht hergeben. In Düsseldorf sind das vor allem diese Lagen:

  • Zu einer Altbauwohnung gibt es keine bemaßte Zeichnung mehr, oder die vorhandene endet beim Genehmigungsstand der Bauzeit und kennt weder Bad noch heutige Raumaufteilung.
  • Eine Bürofläche soll zu Wohnungen werden: Für Planung und Nutzungsänderung braucht es den Rohbau mit Stützenraster, lichten Höhen und Schachtlagen, nicht die Möblierungsplanung des letzten Mieters.
  • Ein Dachgeschoss wurde ausgebaut oder soll ausgebaut werden – ohne aufgenommene Höhen lässt sich weder planen noch die anrechenbare Fläche bestimmen.
  • Wohnungseigentum wird begründet oder neu zugeschnitten: Der Aufteilungsplan nach § 7 Abs. 4 WEG muss jede Einheit eindeutig abgrenzen – die Zeichnung dafür bringt der Antragsteller bei.
  • Die im Miet- oder Kaufvertrag genannte Fläche steht infrage. Liegt die tatsächliche Wohnfläche mehr als zehn Prozent unter der vereinbarten, ist das nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein Mangel der Mietsache.
Drei Monate nach Fertigstellung: die Einmessungspflicht in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen kennt eine echte Gebäudeeinmessungspflicht. § 16 Abs. 2 VermKatG NRW formuliert sie so: Wird auf einem Grundstück ein Gebäude errichtet oder in seinem Grundriss verändert, haben die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer oder Erbbauberechtigten auf eigene Kosten das Gebäude oder die Grundrissveränderung durch die Katasterbehörde oder durch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieurinnen und Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure einmessen zu lassen. Für Düsseldorf ist daran vor allem die Zeitschiene bemerkenswert: Der Antrag ist binnen drei Monaten nach Fertigstellung zu stellen, entweder bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur aus dem Land oder beim Vermessungs- und Katasteramt der Landeshauptstadt, dessen Abteilung Liegenschaftskataster das Ergebnis übernimmt. Bleibt der Eigentümer untätig, kann die Katasterbehörde die Vermessung nach § 16 Abs. 3 VermKatG NRW selbst veranlassen; kostenfrei wird das nicht. Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur handelt dabei als Träger eines öffentlichen Amtes – auch der amtliche Lageplan, den die Bauprüfverordnung des Landes als Bauvorlage verlangt, entsteht auf diesem Weg und gilt als hoheitliche Tätigkeit. Diesen Bereich deckt Planprofi24 nicht ab, und er zielt auf etwas anderes: den Gebäudeumriss im amtlichen Nachweis. Was innerhalb der Außenwände liegt, bleibt dort unbeschrieben – dafür ist das Bauaufmaß da.

Welches Messverfahren wozu passt

Über das Verfahren entscheidet nicht der Gerätepark, sondern die Geometrie des Gebäudes und der spätere Verwendungszweck der Unterlagen:

Raumaufmaß mit Laserdistanzmessgerät

Der Regelfall in Wohnungen. Marktübliche Geräte nennen eine Messgenauigkeit um ± 1,5 Millimeter und liegen im üblichen Raummaß weit unter jeder rechtlich erheblichen Schwelle. Die Fehlerquelle sitzt hinter dem Gerät: Wer Werte abliest und abschreibt, verliert mehr Genauigkeit, als die Messung je erzeugt.

Durchgehender Maßbezug über gestapelte Geschosse

In mehrgeschossigen Gebäuden – erst recht bei einem Büroumbau mit tragendem Kern und Stützenraster – reicht raumweises Messen nicht. Kontrollmaße an Treppenhaus, Schächten und Außenkanten binden die Ebenen aneinander, damit die Grundrisse übereinanderliegen und Schächte nicht von Geschoss zu Geschoss wandern.

3D-Laserscanning mit Punktwolke

Sinnvoll bei verformter, schiefwinkliger oder stark gegliederter Substanz und bei großen Flächen am Stück. Datenblätter nennen Punktgenauigkeiten im Millimeterbereich; die im Projekt erreichte Genauigkeit entsteht aber erst aus Standpunktwahl, Zielmarken und der Registrierung der Einzelscans.

Vorhandene Zeichnung prüfen statt neu erfassen

Die Wohnflächenverordnung erlaubt in § 3 Abs. 4 die Ermittlung auf Grund einer Bauzeichnung – vorausgesetzt, es wurde gebaut wie gezeichnet. Das klären Stichproben an Außenmaßen, Raumtiefen und Höhen; erst bei bestätigter Abweichung wird der betroffene Bereich neu aufgenommen.

Was Sie aus dem Aufmaß erhalten

Gemessen wird nicht um der Zahlen willen. Nutzbar wird ein Aufmaß erst durch die Zeichnungen und Berechnungen, die daraus entstehen:

  • Grundrisse mit durchgehenden Maßketten

    Für jedes Geschoss vom Keller bis zum Spitzboden, mit Einzelmaßen für Wände, Öffnungen, Nischen und Vorsprünge. Erst das macht eine Zeichnung überprüfbar statt nur maßstäblich.

  • Schnitte, Ansichten und Höhenwerte

    Sie zeigen, was der Grundriss nicht zeigen kann: Geschosshöhen, Fußbodenaufbauten, den Verlauf der Dachschräge über dem Raum und die Höhe des Drempels an der Traufe.

  • Flächenaufstellung nach Wohnflächenverordnung

    Je Raum stehen Maß, Anrechnungsfaktor und Teilfläche in einer Zeile, darunter die Summe. Darauf greifen Mietvertrag, Kaufvertrag und Wertermittlung später zurück – das ist die Auswertung, nicht die Messung.

  • Brutto-Grundfläche und Kubatur nach DIN 277

    Für Bauvorlagen, Kalkulation und Bewertung, bei Umnutzungen als Grundlage der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Die Norm beschreibt das Bauwerk und kennt den Begriff Wohnfläche nicht; beide Angaben stehen ohne Widerspruch nebeneinander.

  • Messprotokoll, Skizze, Fotos und Punktwolke

    Die Rohdaten bleiben Teil der Lieferung. Sie belegen, wo welcher Wert erhoben wurde, und ersparen bei Rückfragen eine zweite Anfahrt.

Aufmaße in Düsseldorf – Beispiele aus der Praxis

Jugendstiletage in Oberkassel vor dem Verkauf

Hohe Räume, tiefe Laibungen, kräftige Innenwände, stellenweise eine nachträgliche Innendämmung. Aufgenommen wird im lichten Maß am fertigen Raum; die abgeleitete Fläche ersetzt die Angabe, die seit Jahrzehnten weitergereicht wurde.

Bürogebäude am Kennedydamm auf dem Weg zur Wohnnutzung

Für die Umnutzung zählen Stützenraster, lichte Höhen, Lage der Steigeschächte und Grundrisstiefe – daraus ergibt sich, welche Wohnungszuschnitte möglich sind. Erfasst wird deshalb der Rohbau, nicht der Ausbaustand des letzten Mietvertrags.

Gründerzeithaus in Unterbilk vor der Aufteilung

Sollen aus einem Mietshaus Eigentumswohnungen werden, müssen alle Einheiten samt Kellerabteilen, Speicherräumen und Stellplätzen eindeutig abgegrenzt sein. Das Aufmaß liefert die Zeichnungsgrundlage; gesiegelt wird sie von der Bauaufsicht.

Ausgebautes Dachgeschoss in Pempelfort ohne Bestandsplan

Unter der Schräge entscheidet die lichte Höhe über die Anrechnung, und sie ändert sich mit jedem Zentimeter Bodenaufbau. Gemessen wird vom fertigen Belag bis zur Deckenbekleidung; die Ein- und Zwei-Meter-Linien kommen danach in den Grundriss.

So läuft Ihr Aufmaß in Düsseldorf ab

Der Ablauf ist überall gleich gegliedert. Was ihn in Düsseldorf verkürzt oder streckt, ist die Vorbereitung: welche Altunterlagen sich beschaffen lassen und wie viel des Gebäudes am Termin tatsächlich offen steht.

  1. Ziel und Erfassungstiefe abstimmen

    Eine Flächenaufstellung für die Bank, eine Bauvorlage und ein Aufteilungsplan verlangen unterschiedliche Detailtiefen. Aus dem Ziel ergibt sich, welches Verfahren zum Einsatz kommt und welche Gebäudeteile hineingehören.

  2. Altunterlagen im Bauaktenarchiv anfragen

    Bestandszeichnungen verwaltet das Bauaufsichtsamt in seinem Bauaktenarchiv. Angefragt wird per E-Mail mit Straße, Hausnummer und den benötigten Unterlagen; beizulegen sind Eigentumsnachweis oder Vollmacht, Kostenübernahmeerklärung und Ausweiskopie. Für die persönliche Einsicht gibt es Termine.

  3. Zugang klären und Termin planen

    Die Dauer vor Ort hängt daran, was aufgeschlossen ist: Kellerabteile, Speicher, Technikräume und bei vermieteten Häusern die einzelnen Wohnungen. In Verwalterbetreuung braucht das Vorlauf, bei Bürogebäuden zusätzlich eine Zutrittsregelung.

  4. Aufnahme am Objekt

    Erfasst werden Längen, Breiten und Kontrolldiagonalen, dazu Höhen an mehreren Punkten je Raum sowie Nischen, Vorsprünge und Öffnungen. Skizze und Fotos entstehen parallel, damit jeder Wert einer Stelle im Gebäude zuzuordnen bleibt.

  5. Auswerten, zeichnen, übergeben

    Aus den Messdaten entstehen Grundrisse, Schnitte und die Flächenaufstellung mit offengelegtem Rechenweg. Bei Umnutzungsvorhaben ist derselbe Datensatz zugleich die Grundlage, auf der Architekt und Fachplaner ihre Entwürfe aufsetzen.

Was den Preis für ein Aufmaß in Düsseldorf beeinflusst

Der Aufwand hängt weniger an der Quadratmeterzahl als an Zuschnitt, Erreichbarkeit und Auswertungstiefe. Diese fünf Punkte bestimmen ihn:

  • Anzahl der Räume und Einheiten

    Jeder weitere Raum bringt Maße, Höhen und Öffnungen mit sich. Ein Haus mit mehreren Wohnungen erzeugt je Einheit einen eigenen Zeichnungssatz und eine eigene Flächenaufstellung.

  • Geschosszahl und gemeinsamer Maßbezug

    Sobald mehrere Ebenen zueinander passen müssen, kommt zur Raumaufnahme die Verknüpfung über Treppenhaus und Schächte hinzu. In hohen Gebäuden wiegt dieser Anteil schwerer als das Messen der Räume.

  • Gewähltes Verfahren

    Ein Handaufmaß bindet vor allem Zeit am Objekt, ein Laserscan zusätzlich Technik und Rechenzeit in der Nachbearbeitung. Der Scan lohnt bei großen zusammenhängenden Flächen und dort, wo Verformungen belegt werden sollen.

  • Erreichbarkeit am Termin

    Verschlossene Kellerabteile, verstellte Speicher oder nur teilweise zugängliche Einheiten erzwingen einen zweiten Durchgang. Was in einem Termin erfasst werden kann, ist immer der günstigere Weg.

  • Umfang der Auswertung

    Ein Satz Grundrisse ist schneller fertig als ein Paket aus Schnitten, Ansichten, Kubatur, Flächenaufstellung und Bestandsmodell. Der Büroanteil richtet sich danach, was mit den Unterlagen anschließend belegt oder geplant werden soll.

Alle Leistungen in Düsseldorf

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