Grundriss als .dwg-Datei in Dortmund — editierbar für CAD, Ausschreibung und weitere Planung

Digitale Bauvorlagen nimmt das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt seit Dezember 2023 produktiv entgegen – Dortmund zählte bereits ab 2018 zu den sechs nordrhein-westfälischen Modellkommunen für dieses Verfahren. Verpflichtend ist der digitale Weg in Dortmund bislang aber nicht: Er steht wahlweise neben der klassischen Einreichung auf dem Postweg, erst der BauCode NRW macht die elektronische Antragstellung zum 1. September 2026 landesweit zur Regel. Ob digital oder auf Papier eingereicht – die eigentliche Bauvorlage bleibt in beiden Fällen eine feste, nicht mehr veränderbare PDF-Datei. Ihren praktischen Wert entfaltet eine .dwg-Datei deshalb woanders: bei Architekturbüros, Statikern und Handwerksbetrieben, die den Grundriss unmittelbar in ihrer eigenen Planungssoftware weiterverwenden möchten, statt ihn erst neu zu digitalisieren. Für zahlreiche Dortmunder Gebäude fehlt dafür allerdings jede digitale Ausgangsbasis: Solange ein Gebäude steht, verwahrt das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt seine Akte im aktiven Bauaktenarchiv am Freistuhl – der gesonderte Bestand des Stadtarchivs Dortmund dagegen, rund 15.000 Akten auf etwa 165 laufenden Metern, enthält fast ausnahmslos Pläne von Gebäuden, die längst abgerissen sind. Fehlt eine verwertbare Akte, entsteht die .dwg-Datei deshalb oft vollständig neu aus einem aktuellen Aufmaß.

In welchen Situationen die .dwg-Datei tatsächlich gebraucht wird

Drei Situationen kommen in Dortmund besonders häufig vor:

Weiterplanung im Architektur- oder Ingenieurbüro

Für eine Entwurfsplanung, einen Umbau oder eine Statikprüfung wird meist eine editierbare Grundlage vorausgesetzt. Da Maßketten und Layer-Struktur der .dwg-Datei erhalten bleiben, lässt sich unmittelbar weiterzeichnen, ohne die Genauigkeit des ursprünglichen Aufmaßes einzubüßen.

Gemeinsame Grundlage für Ausschreibung und Gewerke

Bei einer Sanierung in einem bestehenden Dortmunder Gebäude greifen mehrere Handwerksbetriebe auf dieselbe .dwg-Datei zurück – ein einheitlicher, maßgenauer Bezugspunkt statt mehrerer separater Aufmaße je Betrieb.

Neuerstellung ganz ohne brauchbare Vorlage

Weder eine aktuelle Bauakte noch eine Nachtragszeichnung passt immer zum heutigen Bestand – etwa nach einer Bergschadens-Instandsetzung oder wenn im Stadtarchiv Dortmund nur der Plan eines abgerissenen Vorgängerbaus liegt. Aus einem frischen Aufmaß entsteht dann eine .dwg-Datei als erste verlässliche digitale Grundlage überhaupt.

Diese Bestandteile gehören zur Dortmunder .dwg-Lieferung

Die editierbare Datei tritt neben die üblichen Bauvorlagen, ersetzt sie aber nicht:

  • Bemaßter Grundriss im .dwg-Format

    Maßgleich zur zugehörigen PDF-Bauvorlage und kompatibel mit gängiger CAD-Software, sodass sich beide Fassungen jederzeit gegeneinander abgleichen lassen.

  • Feste PDF-Fassung für die eigentliche Einreichung

    Ob über das Bauportal.NRW oder auf dem Postweg – beim Stadtplanungs- und Bauordnungsamt bleibt allein die PDF-Bauvorlage maßgeblich.

  • Sauber getrennte Ebenen

    Wände, Bemaßung, Beschriftung und Möblierung liegen jeweils auf eigenen Layern, sodass sich einzelne Bestandteile gezielt ein-, aus- und weiterbearbeiten lassen.

.dwg-Datei in Dortmund – Beispiele aus der Praxis

Umbau einer Nordstadt-Altbauwohnung

Anstatt den unregelmäßig geschnittenen Bestand erneut von Hand aufzunehmen, übernimmt das beauftragte Büro die vorhandene .dwg-Datei und trägt den geplanten Umbau direkt darin ein.

Statiknachweis für einen Dachausbau im Kreuzviertel

Der Statiker ergänzt Lastannahmen und geplante Tragwerksänderungen unmittelbar im vorhandenen editierbaren Plan, ohne die Geometrie zuvor neu erfassen zu müssen.

Sanierungsausschreibung für ein Siedlungshaus aus der Bergbauzeit

Sämtliche angefragten Handwerksbetriebe kalkulieren auf derselben maßgenauen Grundlage, statt jeweils eigene, möglicherweise abweichende Annahmen aus einer alten Aktenzeichnung zu treffen.

Energieberatung mit Blick auf den Gebäudebestand

Wo Nachweise die beheizte Gebäudefläche zugrunde legen, liefert die editierbare Datei belastbare Flächenwerte, statt sie mühsam aus einer PDF neu abzugreifen.

Kernsanierung mit mehreren beteiligten Gewerken

Elektro-, Sanitär- und Heizungsplanung greifen gemeinsam auf dieselbe Grundrissdatei zu, anstatt jede Fachplanung eigenständig zu digitalisieren.

Gebäude mit nur einem historischen Vorgängerbau im Stadtarchiv

Zum Grundstück findet sich im Stadtarchiv Dortmund lediglich die Akte eines längst abgerissenen Vorgängerbaus, nicht zum heutigen Gebäude. Aus einem aktuellen Aufmaß entsteht die .dwg-Datei als erste digitale Fassung, die für dieses Gebäude je existiert hat.

So kommen Sie in Dortmund zu Ihrer .dwg-Datei

Vom Aufmaß bis zur fertig exportierten Datei:

  1. Grundriss erstellen oder Bestand vermessen

    Auf Basis der Bauakte des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts am Freistuhl oder eines aktuellen Aufmaßes entsteht der bemaßte Grundriss.

  2. Export als .dwg

    Mit sauberer Layer-Struktur, zusätzlich zur PDF-Fassung, die für die eigentliche Bauvorlage weiterhin maßgeblich bleibt.

  3. Format und Kompatibilität abstimmen

    Auf Wunsch angepasst an das CAD-Programm und die Formatversion, die beim Empfänger tatsächlich im Einsatz ist.

  4. Übergabe an die weiterverarbeitende Stelle

    Je nach Zweck an Architekturbüro, Statiker oder das beauftragte Handwerksunternehmen.

Was den Preis für eine .dwg-Datei in Dortmund beeinflusst

Diese Punkte wirken sich auf den Aufwand aus:

  • Neuplanung oder Bestandsdigitalisierung

    Läuft ohnehin eine Neubauplanung, entsteht die .dwg-Datei praktisch nebenbei – die Digitalisierung eines unklaren Altbau- oder Siedlungsbestands braucht dagegen eigenen zeitlichen Vorlauf.

  • Grad der Unregelmäßigkeit im Grundriss

    Ein einfacher Rechteckgrundriss ist rasch übertragen; mehrfach geteilte oder zusammengelegte Nordstadt-Altbauwohnungen verlangen dagegen deutlich mehr Sorgfalt beim Nachzeichnen.

  • Zahl der Geschosse

    Jedes weitere Stockwerk als eigene editierbare Ebene erhöht den Aufwand gegenüber einem einzelnen Geschoss spürbar.

  • Ausgangslage der Bestandsunterlage

    Eine Digitalisierung aus reiner Papierakte oder ganz ohne verwertbare Vorlage erfordert mehr Sorgfalt als das Umwandeln einer bereits aktuellen digitalen Bauakte.

  • Zahl der beteiligten Fachplanungen

    Je mehr Gewerke dieselbe Datei parallel nutzen sollen, desto wichtiger – und aufwendiger – wird eine von vornherein durchdachte Layer-Struktur.

  • Individuelle Formatvorgaben

    Verlangt das empfangende Büro eine bestimmte Formatversion oder einen eigenen Ebenenaufbau, fließt diese Abstimmung zusätzlich in den Aufwand ein.

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