Bauzeichnung in Dortmund — ein koordinierter Plansatz nach der BauPrüfVO NRW

Für eine Bauzeichnung in Dortmund gilt dieselbe Verordnung, die auch darüber entscheidet, ob zusätzlich ein Prüfingenieur mitrechnet: die Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO NRW). Anders als etwa in Berlin, wo eine eigene Bauvorlagenverordnung getrennt von den Regeln zur bautechnischen Prüfung steht, bündelt Nordrhein-Westfalen beides in einem einzigen Regelwerk. Für die Praxis heißt das vor allem: Wer beim Stadtplanungs- und Bauordnungsamt einreicht, braucht selten eine einzelne Zeichnung, sondern einen vollständigen, in sich stimmigen Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht, den die Bauaufsicht als Ganzes gegeneinander prüft – unabhängig davon, ob es sich um ein Einfamilienhaus im Kreuzviertel oder einen Neubau auf einer der Wohnbauflächen rund um den Phoenix-See handelt.

Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt

Die BauPrüfVO NRW legt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage gilt:

  • Maßstab: grundsätzlich 1:100 für Bauzeichnungen; größer, wenn er zur Darstellung der erforderlichen Eintragungen notwendig ist.
  • Für die Darstellung der Umgebungsbebauung ist alternativ ein kleinerer Maßstab oder eine Farbfotografie beziehungsweise Fotomontage zulässig.
  • Weil dieselbe Verordnung auch die bautechnischen Prüfungen regelt, hängen Bauzeichnung und Standsicherheitsnachweis in Nordrhein-Westfalen enger zusammen als in Ländern mit getrennten Regelwerken – beide Bauvorlagen werden am Ende gemeinsam beim Stadtplanungs- und Bauordnungsamt geprüft.
Eine Verordnung für Bauvorlagen und Prüfingenieure zugleich

In mehreren Bundesländern regeln zwei getrennte Verordnungen, was eine Bauzeichnung enthalten muss und wann ein Prüfingenieur zusätzlich prüft. Nordrhein-Westfalen bündelt beides in der Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO NRW), zuletzt novelliert am 26. November 2024. Für Bauherren bedeutet das praktisch: Wer die Bauzeichnungen für ein Dortmunder Vorhaben erstellen lässt, sollte von vornherein wissen, welche Gebäudeklasse und welcher Status vorliegen – denn dieselbe Einordnung entscheidet nicht nur über Inhalt und Maßstab der Zeichnung, sondern auch darüber, ob die dazugehörigen Nachweise zusätzlich von einem Prüfingenieur geprüft werden müssen.

Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen

Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz entsteht:

Neubau: vollständiger Plansatz von Grund auf

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt – etwa für ein Mehrfamilienhaus auf einer der Wohnbauflächen rund um den Phoenix-See.

Bestand und Umbau: Abgleich mit dem tatsächlichen Zustand

Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden muss die Zeichnung zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden. Weil viele Dortmunder Gebäude nach Kriegszerstörung oder industrieller Umnutzung heute anders aussehen als in der Bauakte dokumentiert, ist ein aktuelles Aufmaß hierfür meist die verlässlichere Grundlage als eine vorhandene Altzeichnung.

Was zu einem vollständigen Plansatz in Dortmund gehört

Für die Einreichung beim Stadtplanungs- und Bauordnungsamt braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:

  • Grundrisse aller Geschosse

    Bemaßt im Maßstab 1:100, mit allen nach der BauPrüfVO NRW erforderlichen Angaben.

  • Schnitte und Ansichten

    Auf die Grundrisse abgestimmt, im selben Maßstab, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile.

  • Lageplan

    Amtlicher Katasterausschnitt mit Darstellung des Vorhabens auf dem Flurstück, erhältlich beim städtischen Vermessungs- und Katasteramt.

Bauzeichnungen in Dortmund – Beispiele aus der Praxis

Neubau eines Mehrfamilienhauses am Phoenix-See

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab von 1:100. Weil auf der früheren Hüttenfläche meist ein eigener Bebauungsplan zusätzliche Festsetzungen macht, wird der Plansatz von vornherein darauf abgestimmt, statt ihn nachträglich anzupassen.

Umbau eines Ladenlokals in der Nordstadt

Die neuen Zeichnungen müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden; Grundlage ist ein aktuelles Aufmaß, weil ältere Bauaktenzeichnungen im größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Nordrhein-Westfalens oft nicht mehr zum heutigen Zuschnitt passen. Gerade bei einer Umnutzung im Erdgeschoss eines Gründerzeithauses zeigt sich das häufig erst beim genauen Aufmaß vor Ort.

Sanierung eines Siedlungshauses aus der Bergbauzeit

Auch ein kleines Vorhaben an einem historischen Werkswohnungsbau braucht einen vollständigen, in sich stimmigen Plansatz – keine isolierte Einzelzeichnung, selbst wenn nur ein Anbau oder eine Dachgaube geplant ist. Weil solche Siedlungshäuser oft in Reihe stehen, muss der Plansatz zusätzlich zeigen, wie sich das Vorhaben zu den angrenzenden Gebäudeteilen verhält.

So entsteht Ihr Plansatz für Dortmund

Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.

  1. Bestand klären

    Vorhandene Bauakte aus dem Archiv am Freistuhl oder ein aktuelles Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.

  2. Grundrisse erstellen

    Bemaßt im Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.

  3. Schnitte und Ansichten abstimmen

    Auf die Grundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile durchgängig übereinstimmen.

  4. Zu beseitigende und geplante Bauteile kennzeichnen

    Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden zwingend vorgeschrieben.

  5. Plansatz für das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung über das Bauportal.NRW oder auf dem Postweg, zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung. Dortmund nimmt digitale Plansätze bereits seit Ende 2023 produktiv entgegen, sodass sich der Postweg meist erübrigt.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Dortmund beeinflusst

Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen, weil Bestandssituation und Vorhaben von Fall zu Fall zu unterschiedlich sind. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:

  • Neubau oder Bestand

    Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen unklaren oder seit dem Wiederaufbau veränderten Bestand.

  • Zustand der Bestandsunterlagen

    Fehlt eine verwertbare Bauakte, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.

  • Umfang des Vorhabens

    Zahl der Geschosse und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelzeichnungen der Plansatz umfasst.

  • Gewünschte Bearbeitungsgeschwindigkeit

    Wirkt sich auf die eigene Vorlaufzeit aus, nicht auf die Prüffristen des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts.

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