Aufteilungspläne in Dortmund — bemaßt und nummeriert, wenn Bauakte und Bestand seit dem Wiederaufbau auseinanderlaufen
Ein Aufteilungsplan stellt in Dortmund dieselbe fachliche Aufgabe wie überall: eine bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung, die jede Einheit eines Gebäudes eindeutig von den anderen abgrenzt. Schwierig wird das dort, wo die vorhandene Bauakte nicht mehr zum heutigen Gebäude passt – und das ist in Dortmund keine Ausnahme. Rund 95 Prozent der Innenstadt fielen den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer und wurden danach vielfach mit anderem Zuschnitt wiederaufgebaut; eine erhaltene Vorkriegsakte beschreibt für solche Grundstücke oft ein Gebäude, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Hinzu kommt eine Besonderheit der Dortmunder Aktenführung: Solange ein Gebäude steht, liegt seine Akte im laufend genutzten Bauaktenarchiv am Freistuhl. Erst nach dem Abriss eines Gebäudes wandert sie in den gesonderten Bestand des Stadtarchivs Dortmund – ein Archiv, das damit fast ausschließlich Pläne verschwundener Vorgängerbauten verwahrt, nicht die des heutigen Bestands. Für den Aufteilungsplan zählt am Ende ohnehin nur eines: dass die Zeichnung den tatsächlich vorhandenen Zuschnitt zeigt. Wo Akte und Bestand auseinanderlaufen, tritt deshalb eine Vor-Ort-Vermessung an die Stelle des Archivs.
- Wann Sie in Dortmund einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Dortmunder Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Dortmunder Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Dortmund – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Dortmund
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Dortmund beeinflusst
Wann Sie in Dortmund einen Aufteilungsplan brauchen
Auch in Dortmund ist der Aufteilungsplan keine für sich genommen genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung – in Dortmund ohne die zusätzliche Umwandlungsgenehmigung, die in einigen anderen Bundesländern bei größeren Bestandsgebäuden hinzukommt.
- Bei einem Neubau, etwa auf einer der Wohnbauflächen rund um den Phoenix-See, lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Anders als in Berlin, wo einzelne Bezirke dokumentierte Aktenverluste aus der Nachkriegszeit verzeichnen, ist für Dortmunds aktives Bauaktenarchiv am Freistuhl kein vergleichbarer Verlust überliefert. Das eigentliche Problem liegt woanders: Weil rund 95 Prozent der Innenstadt im Krieg zerstört und danach mit verändertem Zuschnitt wiederaufgebaut wurden, kann eine vollständig erhaltene Vorkriegsakte trotzdem ein Gebäude zeigen, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Verschärft wird das durch die Systematik der Aktenführung selbst: Der gesonderte Bestand des Stadtarchivs Dortmund zum früheren Bauordnungsamt – rund 15.000 Akten auf etwa 165 laufenden Metern – nimmt Vorgänge grundsätzlich erst nach dem Abriss des jeweiligen Gebäudes auf. Wer dort eine Akte findet, hält damit fast immer den Plan eines verschwundenen Vorgängerbaus in der Hand, nicht den des heutigen Bestands. Für den Aufteilungsplan bedeutet das: Die entscheidende Frage ist nie, ob überhaupt eine Akte existiert, sondern ob sie zum tatsächlichen Zuschnitt des heutigen Gebäudes passt.
Woher Ihr Dortmunder Aufteilungsplan stammt
Je nachdem, ob und wo sich eine passende Quelle findet, kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus dem aktiven Bauaktenarchiv am Freistuhl
Steht das Gebäude noch und wurde es seither nicht grundlegend verändert, lässt sich der Aufteilungsplan häufig direkt aus der beim Stadtplanungs- und Bauordnungsamt geführten Akte ableiten – ergänzt um die für den Aufteilungsplan nötige durchgehende Nummerierung der Einheiten.
Aus dem historischen Bestand des Stadtarchivs Dortmund
Für ein Grundstück mit bewegter Geschichte kann der gesonderte Bestand zum früheren Bauordnungsamt weiterhelfen – allerdings meist nur, um frühere Bauzustände nachzuvollziehen, nicht als Beleg für den heutigen Zuschnitt, da dort überwiegend Akten bereits abgerissener Gebäude liegen.
Per Vor-Ort-Vermessung
Passt keine der beiden Quellen zum tatsächlichen Bestand oder ist keine verwertbare Akte auffindbar, wird das Gebäude direkt aufgenommen. Nach dem Wiederaufbau großer Teile der Stadt nach 1945 ist das in Dortmund häufiger der Fall als in weniger kriegszerstörten Städten.
Welche Unterlagen für Ihren Dortmunder Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel sind unterschiedliche Unterlagen von Nutzen:
- Bauakten-Anfrage mit Eigentumsnachweis
Für die Einsicht beim Bauaktenarchiv am Freistuhl oder beim Stadtarchiv Dortmund wird üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis verlangt; die Anfrage braucht etwas Vorlauf, weil Unterlagen teils erst bereitgestellt werden müssen.
- Vorhandene Grundrisse oder Skizzen
Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Keller- und Nebenräumen, die räumlich getrennt liegen.
Aufteilungspläne in Dortmund – Beispiele aus der Praxis
Nordstadt-Gründerzeithaus mit Nachkriegs-Akte
Die im Bauaktenarchiv geführte Akte beginnt erst mit dem Wiederaufbau nach 1945, weil das ursprüngliche Gebäude im Krieg beschädigt wurde. Der Aufteilungsplan lässt sich daraus ableiten, sofern seither keine weiteren Umbauten den Zuschnitt verändert haben.
Grundstück mit abgerissenem Vorgängerbau
Im Stadtarchiv Dortmund findet sich zum betreffenden Grundstück eine Akte – sie beschreibt aber ein Gebäude, das vor Jahrzehnten abgerissen wurde. Für den heutigen Aufteilungsplan liefert allein eine Vor-Ort-Vermessung des tatsächlichen Bestands verwertbare Maße.
Kreuzviertel-Altbau mit durchgehender Aktenlage
Weil das Kreuzviertel die Kriegszerstörung vergleichsweise glimpflich überstand, liegt beim Bauaktenarchiv häufig eine Akte vor, die tatsächlich zum heutigen Gebäude passt – der Aufteilungsplan entsteht dann direkt daraus, ergänzt um die Einheiten-Nummerierung.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Dortmund
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Dortmund liegt das Gewicht früh darauf, zu prüfen, ob eine gefundene Akte überhaupt zum heutigen Gebäude passt:
- Bauakte prüfen
Wir klären, ob beim Bauaktenarchiv am Freistuhl eine Akte zum heutigen Gebäude vorliegt oder ob nur ein älterer, im Stadtarchiv verwahrter Bauzustand dokumentiert ist.
- Übereinstimmung mit dem Bestand bewerten
Selbst eine vollständige Akte hilft nicht, wenn sie ein durch Krieg oder spätere Umbauten verändertes Gebäude zeigt – deshalb prüfen wir vor der Übernahme, ob Plan und Bestand tatsächlich zusammenpassen.
- Fehlende Grundlage vor Ort aufnehmen
Passt keine Akte, wird das Gebäude direkt vermessen – als vollwertiger Ersatz, nicht nur als Ergänzung der Unterlagen.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.
- Plan für Bauaufsicht und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Dortmund beeinflusst
In Dortmund entscheidet vor allem, ob eine gefundene Quelle zum heutigen Bestand passt – nicht allein die Gebäudegröße:
- Übereinstimmung von Akte und Bestand
Passt eine vorhandene Akte tatsächlich zum heutigen Gebäude, ist das der günstigste Fall. Zeigt sie einen durch Wiederaufbau oder Umbau überholten Zustand, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Fundort der Bauakte
Eine Anfrage beim aktiven Bauaktenarchiv verläuft meist zügiger als die Suche im historischen Bestand des Stadtarchivs – der für ein bestehendes Gebäude ohnehin selten die passende Quelle liefert.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Altbaugrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Getrennt liegende Nebenräume
Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.
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