Bemaßte Schnitte in Dachau — am Hang ist der Schnitt die wichtigste Zeichnung

Auf ebenem Grund ist der Schnitt eine von drei gleichrangigen Zeichnungen. In Dachau ist er häufig die entscheidende. Der Grund ist die Topografie: Der Ort sitzt auf einem Rücken, der nach Süden und Osten steil zur Amper abfällt. Wo ein Grundstück an dieser Kante liegt, ist das Gelände an jeder Gebäudeseite ein anderes — und damit auch die Antwort auf mehrere Fragen, die anderswo keine sind.

Drei davon hängen unmittelbar am dargestellten Geländeverlauf. Wie viele Vollgeschosse hat das Gebäude? Wo wird die Traufhöhe gemessen? Kann ein teilweise im Erdreich liegender Raum Aufenthaltsraum sein? Keine dieser Fragen lässt sich aus dem Grundriss beantworten, und keine verträgt eine geschätzte Angabe: Sie entscheiden über die zulässige Kubatur und damit über den Wert des Vorhabens.

Dazu kommen die klassischen Schnittfragen des Bestands — lichte Höhen, Decken- und Dachaufbauten, die Machbarkeit eines Ausbaus. Im Dachauer Villenbestand aus der Zeit um 1900 mit seinen gegliederten Dächern stellen sie sich regelmäßig.

Wann Sie in Dachau bemaßte Schnitte brauchen

Überall dort, wo Höhen über die Zulässigkeit entscheiden:

  • Beim Bauantrag und in der Genehmigungsfreistellung als Teil der Bauvorlagen.
  • Bei jedem Vorhaben in Hanglage, unabhängig von seiner Größe.
  • Vor einem Dachgeschossausbau.
  • Bei Aufstockungen, weil die Höhenentwicklung nachzuweisen ist.
  • Vor der Umnutzung von Souterrainräumen.
  • Bei Sanierungen mit veränderten Decken- oder Dachaufbauten.
Welches Gelände gilt — und an welcher Stelle gemessen wird

Zwei Festlegungen im Geländeschnitt entscheiden über das Ergebnis, und beide werden regelmäßig unterschätzt. Die erste betrifft die Frage, welcher Geländeverlauf zugrunde zu legen ist. Grundstücke am Hang sind über die Jahrzehnte fast immer verändert worden: aufgeschüttet, um eine ebene Terrasse zu gewinnen, oder abgegraben, um eine Zufahrt anzulegen. Ob für die Beurteilung das heutige oder das ursprüngliche Gelände maßgeblich ist, macht bei einem Meter Aufschüttung den Unterschied zwischen einem Untergeschoss und einem Vollgeschoss. Der Schnitt muss deshalb beides erkennbar machen, wo sich eine Veränderung feststellen lässt — und nicht stillschweigend die bequemere Variante zeichnen. Die zweite Festlegung ist die Messstelle. Ein Gebäude am Hang steht an der Bergseite tiefer im Gelände als an der Talseite; zwischen den beiden Traufpunkten können mehrere Meter liegen. Welcher Punkt für die festgesetzte Traufhöhe maßgeblich ist, ergibt sich aus dem Bebauungsplan und, wo dieser schweigt, aus der Auslegung — es ergibt sich nicht daraus, welcher Punkt in die Planung passt. Ein Schnitt, der nur eine Gebäudeseite zeigt, lässt diese Frage offen und verschiebt sie in die Prüfung. Sinnvoll ist deshalb, am Hang mindestens einen Schnitt in Falllinie zu legen, der beide Seiten mit ihrem jeweiligen Geländeanschluss zeigt, und die maßgeblichen Punkte ausdrücklich zu bemaßen. Das kostet eine Zeichnung mehr und erspart eine Rückfrage, die das Verfahren um Wochen verlängert.

Was der Schnitt darstellt

Angaben, die in keiner anderen Zeichnung stehen:

Geländeverlauf am Gebäude

Der Anschluss an das Gelände auf allen Seiten — am Hang die Grundlage für Vollgeschosszahl und Höhenbezug.

Lichte Raumhöhen

Die tatsächlich nutzbare Höhe je Geschoss, ausschlaggebend für die Eignung als Aufenthaltsraum.

Aufbauten über und unter der Rohbauhöhe

Estrich, Dämmebenen und abgehängte Decken — sie stehen zwischen der gemessenen und der später nutzbaren Höhe.

Dachgeometrie

Neigungen, Kehlen und Aufbauten — im gegliederten Villenbestand selten mit einem Schnitt erfasst.

Was für die Erstellung gebraucht wird

  • Höhenaufnahme mit gemeinsamem Bezug

    Alle Geschosse auf einen Bezugspunkt gelegt, damit sich die Höhen übereinander schlüssig ergeben.

  • Geländeaufnahme rings um das Gebäude

    Am Hang an jeder Seite, nicht nur an der Straßenfront.

  • Hinweise auf Aufschüttung oder Abgrabung

    Wo das Gelände verändert wurde, muss das erkennbar bleiben — es entscheidet über die Vollgeschossfrage.

  • Zugang zu Dachraum und Keller

    Dort liegen die Aufbauten, die die nutzbare Höhe bestimmen.

  • Angaben zum Vorhaben

    Ausbau, Umnutzung oder Aufstockung entscheiden darüber, wo der Schnitt gelegt wird.

Typische Dachauer Aufgaben

Neubau an der Hangkante

Ein Schnitt in Falllinie zeigt beide Geländeanschlüsse und macht die Vollgeschossfrage überhaupt erst beurteilbar.

Souterrain unter einer Villa

Der Geländeverlauf entscheidet, wie tief die Räume liegen und ob sie als Aufenthaltsraum in Frage kommen.

Dachausbau im Villenbestand

Gegliederte Dächer mit Erkern und Aufbauten verlangen mehrere Schnitte, um die nutzbaren Bereiche zu zeigen.

Aufstockung mit festgesetzter Traufhöhe

Bemaßt wird der maßgebliche Traufpunkt, nicht der günstigste — sonst verschiebt sich die Frage in die Prüfung.

So entstehen die Schnitte

  1. Schnittführung festlegen

    Die Lage folgt der entscheidenden Frage; am Hang gehört ein Schnitt in Falllinie dazu.

  2. Höhen und Gelände aufnehmen

    Lichte Höhen, Aufbauten und der Geländeanschluss rings um das Gebäude werden vor Ort gemessen.

  3. Bestandsschnitt zeichnen

    Der heutige Zustand einschließlich Geländeverlauf wird maßstäblich dargestellt und bemaßt.

  4. Planung eintragen

    Neue Aufbauten, Höhen und Öffnungen werden in der vorgeschriebenen Kennzeichnung ergänzt.

  5. Abgleichen und übergeben

    Die Höhen werden gegen Grundriss und Ansicht geprüft, damit der Plansatz widerspruchsfrei bleibt.

Was den Aufwand in Dachau bestimmt

Zahl der Schnitte und Aufwand der Höhenaufnahme:

  • Geländesituation

    Am Hang muss ringsum aufgenommen werden, und es kommt mindestens ein zusätzlicher Schnitt hinzu.

  • Anzahl der Schnitte

    Ein Längs- und ein Querschnitt genügen selten, wenn an mehreren Stellen eingegriffen wird.

  • Dachform

    Gegliederte Dächer mit Erkern, Gauben und Kehlen erfordern deutlich mehr Aufnahmepunkte.

  • Ungleiche Decken

    Gesetzte Holzbalkendecken und mehrfach überbaute Estriche verlangen mehrere Messungen je Raum.

Alle Leistungen in Dachau

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Dachau ansehen →

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