Bemaßte Schnittzeichnungen in Bremen — vom Souterrain des Bremer Hauses bis zum ausgebauten Dach
Ein Schnitt zeigt, was weder Grundriss noch Ansicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. In kaum einem anderen Bremer Bautyp ist das so entscheidend wie im Bremer Haus selbst – dem schmalen, tiefen Reihenhaus mit seitlicher Treppe, abgesenktem Souterrain und darüberliegendem Hochparterre, dessen untere Ebene straßenseitig halbhoch im Gelände steckt und gartenseitig volle Höhe erreicht. Ob dieser Versprung sauber dargestellt ist, entscheidet sich ausschließlich im Schnitt. Dieselbe Zeichnung wird beim in Bremen verbreiteten nachträglichen Dachgeschossausbau zur zentralen Zeichnung des gesamten Plansatzes: Kniestockhöhe, Firsthöhe und die tatsächlich nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge lassen sich nur hier nachweisen.
- Was ein Schnitt für Bremen zeigen muss
- Neubau oder Bestand – unterschiedliche Ausgangslagen für den Schnitt
- Was zu einem vollständigen Schnitt in Bremen gehört
- Bemaßte Schnittzeichnungen in Bremen – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Schnitt für Bremen
- Was den Preis für einen Schnitt in Bremen beeinflusst
Was ein Schnitt für Bremen zeigen muss
Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der Bremischen Bauvorlagenverordnung wie für Grundriss und Ansicht, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:
- Der Maßstab darf 1:100 nicht unterschreiten, ergänzt um eine grafische Maßstabsleiste, damit Geschosshöhen und Dachneigung eindeutig ablesbar bleiben.
- Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion, Dachaufbau und, wo relevant, die Rohbaumaße der Fensteröffnungen in Aufenthaltsräumen.
- Bei Bestandsänderungen müssen abzureißende und neu geplante Bauteile mit den Farben und Zeichen aus Anlage 1 der BremBauVorlV eindeutig unterscheidbar sein, etwa bei einer neuen Zwischendecke oder einem veränderten Dachaufbau.
Im Bremer Haus ist die Frage, ob ein unterer Raum als Aufenthaltsraum zählt, keine Frage des Prozentsatzes, sondern eine Ja-oder-Nein-Entscheidung – und der Schnitt ist die einzige Zeichnung, die sie beantworten kann. § 47 BremLBO verlangt für Aufenthaltsräume eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 Metern, ausreichende Belüftung, Belichtung durch Tageslicht sowie Fensteröffnungen von mindestens einem Achtel der Nettogrundfläche. Weil das Gelände beim Bremer Haus zwischen Straßen- und Gartenseite um ein bis zwei Meter springt, kann derselbe Souterrainraum an der einen Stirnseite die geforderte Höhe erreichen und an der anderen darunter bleiben – ohne einen Schnitt mit korrektem Geländeanschluss lässt sich diese Frage nicht klären. Genau dieselbe Prüfung entscheidet beim Dachgeschossausbau darüber, wie viel Fläche unter der Schräge tatsächlich als Aufenthaltsraum zählt.
Neubau oder Bestand – unterschiedliche Ausgangslagen für den Schnitt
Ob ein Schnitt für Bremen neu entsteht oder einen vorhandenen Bau dokumentiert, bestimmt die Herangehensweise:
Neubau: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur
In der Überseestadt entstehen Geschosshöhen und Dachaufbau gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus derselben Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.
Bremer Haus und Dachgeschossausbau: Aufmaß der bestehenden Konstruktion
Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der Geschosshöhen und der Dachkonstruktion, insbesondere der Höhenlage von Souterrain und Hochparterre zueinander, damit sich Bestand und geplante Änderung eindeutig unterscheiden lassen.
Was zu einem vollständigen Schnitt in Bremen gehört
Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:
- Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten nach § 8 BremBauVorlV.
- Nachweis der lichten Raumhöhe bei Souterrain und Dachraum
Insbesondere dort, wo es um die Zulässigkeit als Aufenthaltsraum nach § 47 BremLBO geht – ohne bemaßten Geländeanschluss lässt sich diese Frage nicht beantworten.
- Abgestimmter Grundriss und Ansicht
Damit Geschosshöhen, Öffnungspositionen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei bleiben.
- Einheitlicher Höhenbezugspunkt
Meist die Oberkante Erdgeschossfußboden, auf die sich alle im Schnitt angegebenen Höhen beziehen – ohne diesen Bezug lassen sich Maße zwischen den einzelnen Zeichnungen des Plansatzes nicht zuverlässig vergleichen.
Bemaßte Schnittzeichnungen in Bremen – Beispiele aus der Praxis
Dachgeschossausbau im Bremer Haus im Viertel
Der Schnitt zeigt Kniestock- und Firsthöhe sowie die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge – Grundlage dafür, welcher Anteil der Fläche später als Aufenthaltsraum zählt.
Ausbau eines Souterrainraums mit Geländesprung
Weil die untere Ebene zur Straße hin halbhoch im Gelände steckt und zum Garten hin frei steht, zeigt erst der Schnitt mit Geländeanschluss, ob die geforderte lichte Höhe von 2,40 Metern nach § 47 BremLBO erreicht wird.
Aufstockung eines Zeilenbaus in der Neuen Vahr
Der Schnitt weist die neue Geschosshöhe nach und zeigt, ob das zusätzliche Geschoss die für ein Vollgeschoss nötige Raumhöhe über einen ausreichenden Flächenanteil erreicht.
Umbau eines Speicherbodens in der Überseestadt
Die für frühere Lagerhaltung ausgelegten, oft mehrere Meter hohen Geschosse erlauben mitunter den Einzug einer zusätzlichen Ebene – der Schnitt weist die neuen Raumhöhen oben und unten nach.
Nachträglicher Aufzugseinbau im Treppenauge eines Bremer Hauses
Die seitlich angelegte Treppe vieler Bremer Häuser lässt oft nur wenig Raum für eine zusätzliche Aufzugskonstruktion – erst der Schnitt zeigt, ob die vorhandenen Geschosshöhen und das Treppenauge dafür überhaupt ausreichen.
So entsteht Ihr Schnitt für Bremen
Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft ein Bremer Schnitt mehrere Abstimmungsschritte:
- Relevante Schnittführung festlegen
Geklärt wird, welcher Gebäudebereich dargestellt werden muss, um Geschosshöhen, Souterrain-Versprünge und Dachaufbau nachvollziehbar zu zeigen.
- Aufmaß oder Bauakte als Grundlage
Bestehende Bauakte der zuständigen Stelle oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse, einschließlich des Geländeanschlusses bei Souterrainräumen.
- Schnitt bemaßt erstellen
Im Maßstab mindestens 1:100, mit allen nach § 8 BremBauVorlV vorgeschriebenen Angaben.
- Raumhöhe nach § 47 BremLBO prüfen
Bei Souterrain-, Dach- oder anderen Grenzfällen wird die lichte Höhe im Schnitt so nachgewiesen, dass die Zulässigkeit als Aufenthaltsraum eindeutig hervorgeht.
- Für die zuständige Bauaufsicht bündeln
Zusammen mit Grundriss und Ansicht digital aufbereitet, je nach Lage für die Senatorin für Bau oder das Bauamt Bremen-Nord.
Was den Preis für einen Schnitt in Bremen beeinflusst
Diese Faktoren bestimmen, wie aufwendig eine bemaßte Schnittzeichnung wird:
- Zahl der notwendigen Schnittführungen
Ein einfacher Gebäudeschnitt ist schneller erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche, etwa bei einem mehrfach geteilten Bremer Haus.
- Neubau oder Bestandskonstruktion
Ein Schnitt aus einer laufenden Neubauplanung entsteht zügiger als die Dokumentation eines Bestands mit unklaren Geschosshöhen.
- Halbgeschossige Versprünge im Bremer Haus
Souterrain und Hochparterre liegen selten in einem gemeinsamen Geschossraster – jeder Versprung verlangt zusätzliche Höhenbezüge über die Treppenläufe hinweg.
- Komplexität des Dachaufbaus
Gauben, Schrägen und Kniestöcke beim Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.
- Zahl der betroffenen Wohneinheiten
Bei einem mehrfach geteilten Bremer Haus braucht häufig jede Einheit einen eigenen, auf ihre Ebene bezogenen Schnittausschnitt.
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