Aufmaß & Vermessung in Bremen — Bauaufmaß zwischen Souterrain, Hochparterre und Speicherboden

Bremer Häuser wurden in langen Zeilen nach einem einheitlichen Muster errichtet: schmal, tief, mit seitlicher Treppe, abgesenktem Souterrain und darüberliegendem Hochparterre. Was über anderthalb Jahrhunderte daraus geworden ist, folgt allerdings keinem Muster mehr. Die Häuser wurden einzeln aufgestockt, ausgebaut, unterteilt und teilweise wieder zusammengelegt. In der Überseestadt kommen Bauten hinzu, die nie zum Wohnen gedacht waren – Speicherböden, Kontorhäuser und Umschlaggebäude mit weiten Stützenrastern. In beiden Fällen zeigt ein Blatt aus der Bauakte den beantragten Zustand, nicht den vorhandenen. Ein Bauaufmaß nimmt auf, was tatsächlich steht, und überführt es in bemaßte Grundrisse, Schnitte, Ansichten und eine prüfbare Flächenermittlung. Wer diese Grundlage einmal sauber herstellt, muss sie für Finanzierung, Verkauf, Teilung oder Umbau nicht jedes Mal neu improvisieren.

Wann ein Aufmaß in Bremen gebraucht wird

Für ein Bauaufmaß gibt es weder eine Pflicht noch eine Frist. Gebraucht wird es dort, wo eine Fläche oder eine Geometrie belegt werden muss und die vorhandenen Papiere das nicht hergeben. In Bremen sind das vor allem diese Anlässe:

  • Es existiert kein Plansatz, oder die vorhandenen Zeichnungen bilden einen Stand ab, den spätere Umbauten längst überholt haben.
  • Ein Umbau, eine Aufstockung oder die Umnutzung eines Lagergebäudes steht an und braucht einen maßhaltigen Ausgangsbestand für die Planung.
  • Ein aufgeteiltes Haus soll in Wohnungseigentum überführt werden; die Einheiten müssen dafür zeichnerisch und maßlich eindeutig abgegrenzt sein.
  • Eine Bank oder ein Sachverständiger verlangt eine Flächenangabe, die sich Raum für Raum nachrechnen lässt.
  • Die im Miet- oder Kaufvertrag genannte Fläche wird bestritten und soll durch eine dokumentierte Messung überprüft werden.
Die Bremer Einmessungspflicht – und warum ein Bauaufmaß etwas anderes ist

Das Bremer Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster vom 16. Oktober 1990 nimmt Gebäudeeigentümer in die Pflicht: Wird ein Gebäude neu errichtet oder in seinem Grundriss verändert, ist es nach § 11 Abs. 2 auf eigene Kosten von der Katasterbehörde oder einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur einmessen zu lassen. Ungewöhnlich offen ist Bremen bei der Frage, wer den Auftrag erteilen darf: Neben Eigentümern und Erbbauberechtigten können das auch Bauherren und Architekten übernehmen, vorausgesetzt, das Gebäude ist so weit fertiggestellt, dass sich am Grundriss nichts mehr ändert. Beauftragen und Ausführen sind dabei zweierlei – ausführen darf nur, wer dafür befugt ist. Bleibt die Beauftragung länger als sechs Monate nach Baubeginn aus, darf die Katasterbehörde die Einmessung von Amts wegen vornehmen lassen und Kostenerstattung verlangen; erstattungspflichtig ist, wer im Zeitpunkt der Einmessung Gebäudeeigentümer ist. Diese hoheitliche Aufgabe erbringt Planprofi24 nicht, und sie beantwortet ohnehin eine andere Frage: Sie hält den äußeren Umriss fest, nicht die Räume dahinter.

Die Aufmaßverfahren im Einzelnen

Nicht jedes Objekt braucht dieselbe Erfassungstiefe. Ausschlaggebend sind die Verwinkelung des Bestands und der Zweck, für den die Unterlagen anschließend gebraucht werden:

Handaufmaß mit Laserdistanzmessgerät

Der Regelfall in Wohnungen und Reihenhäusern. Marktübliche Geräte werden mit rund anderthalb Millimetern Messgenauigkeit angegeben und liegen damit weit unterhalb jeder rechtlich erheblichen Größenordnung. Der Fehler entsteht selten am Gerät, sondern beim Übertragen der Werte – deshalb wird direkt in die Aufmaß-App gemessen.

Verformungsgerechte Aufnahme nach Genauigkeitsstufen

Für die Bauaufnahme haben sich abgestufte Genauigkeiten eingebürgert, wie sie die Denkmalpflege beschreibt: von der schematischen Aufnahme im Maßstab 1:100, die bezogen auf das Gesamtgebäude bis etwa zehn Zentimeter abweichen darf, bis zur verformungsgetreuen Darstellung im Maßstab 1:25 mit rund zwei Zentimetern.

3D-Laserscanning mit Punktwolke

Sinnvoll bei weitspannigen Hallen, Speicherböden und stark verformter Substanz. Die belastbare Genauigkeit eines Scanprojekts ergibt sich allerdings nicht aus dem Datenblatt, sondern aus Standpunktnetz, Zielmarken und einer sorgfältigen Registrierung der Einzelscans.

Abgleich vorhandener Bauzeichnungen mit dem gebauten Zustand

Eine Genehmigungszeichnung dokumentiert das Soll, häufig in Rohbaumaßen nach der Maßordnung im Hochbau. Putz, Estrich und Vorsatzschalen verschieben das Ergebnis, und die Ausführung darf sich innerhalb der Grenzabweichungen der DIN 18202 bewegen – bei einem Nennmaß über drei bis sechs Meter sind das sechzehn Millimeter.

Was aus dem Aufmaß entsteht

Gemessen wird nicht um der Messung willen. Brauchbar wird eine Aufnahme erst durch die Unterlagen, die daraus abgeleitet und nachvollziehbar dokumentiert werden:

  • Bemaßte Grundrisse aller Ebenen

    Vom Souterrain bis zum Dachraum, mit durchgehenden Maßketten statt einer bloßen Maßstabsangabe. Bei einem geteilten Bremer Haus werden die Wohnungsgrenzen mitgeführt, damit sich jede Einheit für sich lesen lässt.

  • Schnitte und Ansichten mit Geländebezug

    Der Schnitt zeigt, was im Grundriss unsichtbar bleibt: Geschosshöhen, halbgeschossige Versprünge und die Lage der unteren Ebene zum Gelände, das zwischen Straßenseite und Gartenseite deutlich springt.

  • Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung

    Ausgewiesen wird jeder Raum einzeln, mit Maß, Höhenzone und Faktor. Erfasst wird der fertige Zustand im lichten Maß, weil die Verordnung darauf abstellt und nicht auf das Rohbaumaß der Planung.

  • Brutto-Grundfläche und Rauminhalt nach DIN 277

    Für Kalkulation, Bauvorlagen und Bewertung. Die Norm beschreibt das Bauwerk statt der Wohnung; beide Angaben können deshalb nebeneinander stehen, ohne einander zu widersprechen.

  • Messdaten, Skizze und Fotodokumentation

    Die Rohdaten gehören zur Übergabe. Sie machen nachvollziehbar, an welcher Stelle welcher Wert entstanden ist, und machen einen zweiten Termin bei Rückfragen meist überflüssig.

Aufmaße in Bremen – Beispiele aus der Praxis

Dreifach geteiltes Bremer Haus

Souterrain, Hochparterre und Obergeschoss bilden je eine Wohnung, erschlossen über eine gemeinsame seitliche Treppe und die Außentreppe von der Straße. Aufgenommen werden nicht nur die Räume, sondern auch die Übergänge und die Höhenlage der Ebenen zueinander – sonst liegen die Grundrisse in der Zeichnung nicht sauber übereinander.

Lagergebäude in der Überseestadt vor der Umnutzung

Weite Stützenraster, hohe Geschosse, Lastenaufzüge und Ladeluken: Ein Speicherbau folgt keiner Wohnungslogik. Erfasst werden Achsmaße, Stützenquerschnitte und lichte Höhen, weil erst daraus hervorgeht, welche Wohnungszuschnitte überhaupt möglich sind.

Wohnhaus in Bremen-Nord ohne verwertbare Zeichnung

Für Vegesack, Blumenthal und die umliegenden Stadtteile arbeitet eine eigene Bauaufsicht, was schon bei der Aktenanfrage über die richtige Adressierung entscheidet. Bleibt die Suche erfolglos, empfiehlt sich eine schriftliche Bestätigung der Fehlanzeige; die Bestandsdokumentation entsteht dann allein aus dem Aufmaß.

Reihenhauszeile mit gleichem Schema, aber verschiedenem Ausbau

Dass das Nachbarhaus nach demselben Muster errichtet wurde, sagt über die Maße im eigenen Haus wenig. Zwischenwände wurden versetzt, Dächer ausgebaut, rückwärtige Anbauten ergänzt. Erst die eigene Aufnahme trennt das gemeinsame Bauschema von der individuellen Ausführung.

So läuft Ihr Aufmaß in Bremen ab

Der Ablauf ist überall gleich aufgebaut. Wie lange er dauert, entscheidet sich in Bremen an zwei Stellen: an der Aktenlage und daran, wie viele Ebenen am Termin tatsächlich offen sind.

  1. Anlass und Erfassungstiefe festlegen

    Für eine Finanzierungsunterlage, eine Umbauplanung und einen Aufteilungsplan werden verschiedene Detailtiefen gebraucht. Diese Entscheidung steht am Anfang, weil sie über Messverfahren, Termindauer und Umfang der Zeichnungen bestimmt.

  2. Bestandsakte digital anfordern

    Archivierte Bauakten stellt das Bauaktenarchiv im Service Center Bau als digitale Kopie bereit. Antragsberechtigt sind Eigentümer, Erbbauberechtigte und Bevollmächtigte; die Bereitstellung erfolgt über einen befristeten Download. Gemarkung, Flur und Flurstück beschleunigen die Suche.

  3. Termin abstimmen und Zugang sichern

    Beim Bremer Haus bestimmt der Zugang die Termindauer: Souterrain, rückwärtige Nebenräume, Dachraum und die Außentreppe müssen offen sein. Bei vermieteten Einheiten braucht die Ankündigung Vorlauf.

  4. Erfassung vor Ort

    Aufgenommen werden Raummaße, Höhen, Öffnungen, Nischen und Vormauerungen, dazu Diagonalen als Kontrolle. Skizze und Fotos entstehen parallel, damit sich später jeder Wert eindeutig verorten lässt.

  5. Auswertung und Übergabe

    Aus den Messdaten entstehen die Zeichnungen und der Flächennachweis mit offengelegtem Rechenweg. Soll das Ergebnis in einen Bauantrag oder eine Umnutzung einfließen, ist der dokumentierte Bestand zugleich der Bezugspunkt für die geplante Veränderung.

Was den Preis für ein Aufmaß in Bremen beeinflusst

Zwei Objekte mit derselben Quadratmeterzahl können vollkommen verschiedene Messzeiten verursachen. Der Preis entsteht deshalb aus dem tatsächlichen Aufwand, den im Wesentlichen fünf Punkte bestimmen:

  • Zahl der Einheiten und Ebenen

    Ein ungeteiltes Reihenhaus wird in einem Durchgang erfasst. Sind daraus drei Wohnungen geworden, kommen Wohnungsgrenzen, getrennte Zugänge und eine eigene Auswertung je Einheit hinzu.

  • Halbgeschossige Versprünge

    Souterrain und Hochparterre liegen nicht in einem gemeinsamen Geschossraster. Damit die Ebenen in der Zeichnung korrekt übereinanderliegen, sind zusätzliche Höhenbezüge über die Treppenläufe hinweg nötig.

  • Gewähltes Erfassungsverfahren

    Handaufmaß, angestrebte Genauigkeitsstufe und Laserscanning unterscheiden sich in Geräteeinsatz, Zeit am Objekt und Auswertungsaufwand. Ein Scan lohnt dort, wo Verformung oder große Spannweiten dokumentiert werden sollen.

  • Zugänglichkeit am Termin

    Ein verschlossener Kellerverschlag, ein vollgestellter Dachraum oder eine nur zur Hälfte betretbare Einheit zwingen zu einem zweiten Anlauf. Alles, was am Terminstag offensteht, wird in einem Zug aufgenommen.

  • Tiefe der Auswertung

    Ob es bei bemaßten Grundrissen bleibt oder ob Schnitte, Ansichten, Rauminhalt und ein dreidimensionales Bestandsmodell dazukommen, verschiebt den Aufwand nach dem Termin erheblich.

Alle Leistungen in Bremen

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Bremen ansehen →

Haben Sie noch Fragen?

Lassen Sie uns anfangen!

Starten Sie Ihre Vermessung ganz einfach hier.