Grundrisse in Bottrop — von der Bauakte bis zum dörflichen Fachwerkhaus in Kirchhellen

Ein bemaßter Grundriss ist in Bottrop selten reine Formsache, weil die Stadt zwei sehr unterschiedliche Baugeschichten in sich vereint. Auf der einen Seite steht der dörflich geprägte Ortskern Kirchhellens, der erst zum 1. Juni 1976 endgültig zu Bottrop kam und bis heute Fachwerkhäuser rund um seinen historischen Dorfplatz bewahrt hat. Auf der anderen Seite stehen dichter bebaute Stadtteile wie Bottrop-Mitte oder Batenbrock, in denen ein erheblicher Teil der Wohngebäude im Zuge der InnovationCity-Ruhr-Sanierungswelle bereits energetisch modernisiert wurde. Ob ein vorhandener Plan diesen heutigen Bestand noch korrekt abbildet oder ob neu erfasst werden muss, lässt sich deshalb kaum pauschal für die ganze Stadt beantworten, sondern nur objektbezogen.

Wann Sie in Bottrop einen neuen Grundriss brauchen

Ein Grundriss ist in Bottrop keine genehmigungspflichtige Leistung, aber in mehreren wiederkehrenden Situationen unverzichtbar:

  • Verkauf und Finanzierung: Bank und Notar verlangen einen aktuellen, bemaßten Plan – eine jahrzehntealte Aktenkopie reicht selten, wenn seither umgebaut wurde.
  • Fehlende oder unvollständige Bauakte: Gerade bei älteren Gebäuden, etwa im Ortskern Kirchhellens, sind Unterlagen mitunter lückenhaft.
  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan: Wer eine Immobilie in Wohnungs- und Teileigentum aufteilen will, braucht einen maßstäblichen Aufteilungsplan.
  • Bauantrag oder Nutzungsänderung: Ein aktueller Bestandsgrundriss ist die Grundlage jeder weiteren Planung beim Bauaufsichtsamt.
Zwei mögliche Quellen: Bauaufsichtsamt und Stadtarchiv

<p>Für ein bestehendes Gebäude führt das Bauaufsichtsamt (Amt 63) die laufende Bauakte. Reicht diese für ein älteres Gebäude nicht aus, kann das Stadtarchiv Bottrop an der Blumenstraße weiterhelfen, das städtische Verwaltungsunterlagen und historische Bestände verwahrt. Eine lückenlose Aktenlage lässt sich dabei nicht für jedes Gebäude erwarten: Zu den vielen Zechenhäusern und Bergarbeitersiedlungen, die das Bottroper Stadtbild über Jahrzehnte mitgeprägt haben, sind einem Bericht über die Bergbaugeschichte der Stadt zufolge nicht alle Bauunterlagen erhalten geblieben, weil zahlreiche dieser Häuser im Lauf der Zeit abgerissen wurden. Für ein noch bestehendes Gebäude aus dieser Zeit lohnt sich deshalb die Nachfrage bei beiden Stellen, bevor eine vollständige Neuvermessung angesetzt wird.</p>

Woher Ihr Bottroper Grundriss stammt

Je nach Datenlage kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des Bauaufsichtsamts

Existiert eine verwertbare Bauakte und stimmt sie mit dem heutigen Bestand überein, lässt sich der Grundriss daraus ableiten und bei Bedarf neu bemaßen.

Aus dem Stadtarchiv Bottrop

Für ältere Gebäude, insbesondere im Ortskern Kirchhellens, kann ein Blick in die dort verwahrten Verwaltungsunterlagen weiterhelfen, sofern die laufende Bauakte nicht ausreicht.

Per Aufmaß vor Ort

Fehlt eine verwertbare Quelle oder weicht sie vom tatsächlichen Zustand ab, wird das Objekt direkt vermessen.

Welche Unterlagen für Ihren Bottroper Grundriss hilfreich sind

Je nachdem, welcher Weg zum Ziel führt, sind unterschiedliche Unterlagen relevant:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis

    Für die Akteneinsicht beim Bauaufsichtsamt werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und, bei Beauftragung durch Dritte, eine Vollmacht verlangt.

  • Vorhandene alte Pläne oder Skizzen

    Selbst unvollständige oder veraltete Pläne helfen als Ausgangspunkt, etwa um die grundsätzliche Raumaufteilung nachzuvollziehen.

  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan

    Bei Eigentumswohnungen zeigt der bestehende Aufteilungsplan, welche Räume zum Sondereigentum gehören.

  • Angaben zur Bauepoche des Gebäudes

    Der Hinweis, ob ein Gebäude zur dörflichen Bausubstanz Kirchhellens, zu einer ehemaligen Bergarbeitersiedlung oder zu einem jüngeren Neubau zählt, hilft bei der Wahl der richtigen Anlaufstelle.

Grundrisse in Bottrop – Beispiele aus der Praxis

Wohnung in Bottrop-Mitte ohne aktuellen Plan

Die laufende Bauakte beim Bauaufsichtsamt endet bei einem älteren Genehmigungsstand. Ein Aufmaß vor Ort erfasst den tatsächlichen, heutigen Zuschnitt der Wohnung.

Fachwerkhaus im Ortskern Kirchhellens

Für ein Gebäude aus der dörflich geprägten Bausubstanz rund um den historischen Dorfplatz kann sich ergänzend zur laufenden Bauakte ein Blick ins Stadtarchiv Bottrop lohnen.

Sanierte Doppelhaushälfte in Batenbrock

Nach einer energetischen Modernisierung im Zuge der InnovationCity-Sanierungswelle lässt sich der Grundriss meist direkt aus den vorhandenen Sanierungsunterlagen ableiten.

Nachträglicher Dachgeschossausbau in Boy

Wurde ein Dachgeschoss vor Jahrzehnten ausgebaut, ohne dass die Akte entsprechend fortgeschrieben wurde, existiert dafür oft kein aktueller Plan.

So läuft Ihr Grundriss in Bottrop ab

Fachlich ist der Ablauf bundesweit derselbe. In Bottrop liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, welche der beiden möglichen Quellen für ein Gebäude überhaupt infrage kommt:

  1. Zweck und Anlass klären

    Ob der Grundriss für Verkauf, Finanzierung, eine Teilungserklärung oder eine weitere Planung gebraucht wird, bestimmt Maßstab und Detailtiefe.

  2. Bauakte beim Bauaufsichtsamt prüfen

    Wir klären, ob eine vollständige, zum heutigen Zustand passende Bauakte vorliegt.

  3. Bei Bedarf das Stadtarchiv Bottrop einbeziehen

    Für ältere Gebäude wird zusätzlich geprüft, ob dort verwertbare Unterlagen vorliegen.

  4. Fehlende Grundlagen aufmessen

    Reichen die vorhandenen Unterlagen nicht aus, wird direkt vor Ort aufgemessen.

  5. Grundriss zeichnen und übergeben

    Aus den erfassten Maßen entsteht der bemaßte Grundriss, auf Wunsch inklusive Möblierung und Architektenstempel.

Was den Aufwand eines Grundrisses in Bottrop beeinflusst

Der Erfassungsaufwand unterscheidet sich zwischen Bottroper Gebäudetypen deutlich:

  • Zustand der vorhandenen Unterlagen

    Eine aktuelle, verwertbare Bauakte ist der günstigste Fall. Fehlt sie, kommen eine Anfrage beim Stadtarchiv oder ein Vor-Ort-Termin hinzu.

  • Bauepoche und Lage im Stadtgebiet

    Historisch gewachsene Gebäude im Ortskern Kirchhellens verlangen mitunter eine zusätzliche Recherche gegenüber jüngeren, gut dokumentierten Neubauten.

  • Zahl der Ebenen und Räume

    Eine einzelne Etagenwohnung ist rasch erfasst. Ein Haus mit mehreren Geschossen verlangt für jede Einheit einen eigenen Erfassungsdurchgang.

  • Anlass und Detailtiefe

    Ein reiner Nachweis für die Bauakte unterscheidet sich im Aufwand von einem vermarktungsfertigen, möblierten Grundriss.

Alle Leistungen in Bottrop

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