Bemaßte Schnittzeichnungen in Bonn — von der Bürogeschosshöhe der Bundeshauptstadt-Zeit bis zum Gründerzeit-Dachgeschoss

Ein Schnitt zeigt den vertikalen Aufbau eines Gebäudes – Geschosshöhen, Dachneigung und Deckenkonstruktion. In Bonn treffen dabei zwei sehr unterschiedliche Ausgangslagen aufeinander. Die Gründerzeitbauten in Südstadt und Weststadt haben hohe, für die Errichtungszeit typische Altbaugeschosse, die einen nachträglichen Dachgeschossausbau meist erst möglich machen. Die zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren errichteten Büro- und Verwaltungsgebäude der Bundeshauptstadt-Zeit folgen dagegen einer völlig anderen Logik: Sie wurden für offene Großraumbüros mit oft geringerer, standardisierter Geschosshöhe geplant, ergänzt um abgehängte Decken und Doppelböden für die damalige Haustechnik. Wird eine solche Fläche zu Wohnraum umgenutzt, zeigt gerade der Schnitt, ob die vorhandene Raumhöhe für eine Wohnnutzung überhaupt ausreicht – eine Frage, die sich beim Gründerzeit-Dachgeschoss selten in dieser Schärfe stellt.

Was ein Schnitt für Bonn zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der BauPrüfVO NRW wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Maßstab grundsätzlich 1:100, mit vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, Dachneigung und relevanten Aufbauten; ein größerer Maßstab ist zu wählen, wenn er zur Darstellung notwendig ist.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion, abgehängte Decken und Dachaufbau.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa beim Rückbau eines Doppelbodens oder einer neuen Zwischendecke.
Wenn die Bürogeschosshöhe zur Wohnraumfrage wird

Für ein Gründerzeithaus in Südstadt oder Weststadt ist der Schnitt beim Dachgeschossausbau meist die Zeichnung, an der sich zeigt, ob Kniestockhöhe und nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge den planungsrechtlichen Vorgaben entsprechen – begünstigt durch die für die Errichtungszeit typischen hohen Altbaugeschosse. Bei der Umnutzung eines ehemaligen Büro- oder Verwaltungsgebäudes aus der Bundeshauptstadt-Zeit liegt der Fall anders: Diese Gebäude wurden für offene Großraumbüros mit einer für damalige Bürobauten üblichen, häufig geringeren Geschosshöhe geplant, oft zusätzlich verkleinert durch eine abgehängte Decke für Beleuchtung und Lüftung sowie einen Doppelboden für die Verkabelung der Bürotechnik. Werden beide Installationsebenen zurückgebaut, bleibt für die Wohnnutzung nur die tatsächliche Rohbaugeschosshöhe übrig – und erst der bemaßte Schnitt zeigt zuverlässig, ob diese Höhe für Wohnräume ausreicht oder ob einzelne Bereiche einer Fläche für eine Wohnnutzung von vornherein ungeeignet bleiben.

Neubau oder Bestand – unterschiedliche Ausgangslagen für den Schnitt

Ob ein Schnitt neu entsteht oder einen Bestand dokumentiert, wirkt sich in Bonn deutlich auf den Aufwand aus:

Neubau: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus einer Planung, etwa bei einem Neubau im Bundesviertel, und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.

Umnutzung und Dachgeschossausbau: Aufmaß der bestehenden Konstruktion

Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der vorhandenen Geschosshöhen – bei ehemaligen Bürobauten einschließlich abgehängter Decken und Doppelböden, bei Gründerzeit-Dachräumen mit besonderem Blick auf Kniestock und Dachneigung.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Bonn gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein mit Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen, First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe nach Rückbau der Bürotechnik

    Bei umgenutzten Bürobauten wird die verbleibende Rohbauhöhe nach Entfernung von Doppelboden und abgehängter Decke gesondert ausgewiesen.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Bonn – Beispiele aus der Praxis

Umnutzung eines Bürogeschosses im Bundesviertel zu Wohnraum

Nach Rückbau von Doppelboden und abgehängter Decke zeigt der Schnitt, ob die verbleibende Rohbaugeschosshöhe für die geplante Wohnnutzung ausreicht – ein Nachweis, den ein reiner Bestandsplan der Bürozeit nicht liefert.

Dachgeschossausbau im Gründerzeithaus der Weststadt

Die für Altbauten typisch hohe Geschosshöhe begünstigt eine großzügige nutzbare Raumhöhe im Dach – der Schnitt weist Kniestock- und Firsthöhe nach.

Prüfung der Vollgeschossigkeit bei einem ausgebauten Dachraum

Erst der bemaßte Schnitt zeigt, ob die Raumhöhe des obersten Geschosses die Schwelle zum Vollgeschoss erreicht – mit Folgen für die zulässige Geschosszahl.

Neubau eines Mehrfamilienhauses

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab – ohne den zusätzlichen Rückbauaufwand einer Büronutzung.

So entsteht Ihr Schnitt für Bonn

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Bestehende Bauakte des Amts 63 oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse – bei Bürobauten inklusive Installationsebenen.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das Amt 63 zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung, insbesondere bei genehmigungskritischen Umnutzungen oder Dachgeschossausbauten.

Was den Preis für einen Schnitt in Bonn beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist schneller erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche eines größeren Bürobaus.

  • Neubau oder Bestandskonstruktion

    Ein Schnitt aus einer laufenden Neubauplanung im Bundesviertel entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer unklaren Bestandskonstruktion.

  • Installationsebenen bei umgenutzten Bürobauten

    Doppelboden und abgehängte Decke müssen separat erfasst werden, um die tatsächlich verbleibende Rohbauhöhe zu ermitteln.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und Kniestöcke beim Gründerzeit-Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

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