Bauzeichnung in Bonn — ein koordinierter Plansatz, auch wenn aus einem Großraumbüro mehrere Wohnungen werden

Für eine Bauzeichnung in Bonn gilt dieselbe Verordnung, die in ganz Nordrhein-Westfalen auch über den Einsatz eines Prüfingenieurs entscheidet: die Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO NRW). Wer beim Amt 63 einreicht, braucht deshalb praktisch nie eine einzelne Zeichnung, sondern einen vollständigen, in sich stimmigen Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht. Eine Aufgabe, die in dieser Form kaum eine andere nordrhein-westfälische Stadt in vergleichbarem Umfang kennt, stellt sich, wo eine frühere Bürofläche aus der Bundeshauptstadt-Zeit in mehrere eigenständige Wohnungen aufgeteilt wird: Aus einem einzigen, offenen Geschoss muss ein koordinierter Satz aus mehreren, in sich stimmigen Einzelplänen entstehen – jede neue Einheit mit eigenem Grundriss, aber alle im selben Gebäude aufeinander abgestimmt.

Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt

Die BauPrüfVO NRW legt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage gilt:

  • Maßstab: grundsätzlich 1:100 für Bauzeichnungen; größer, wenn er zur Darstellung der erforderlichen Eintragung notwendig ist.
  • Kennzeichnung: Maßstab und sämtliche Maße müssen auf jeder Zeichnung angegeben sein, ebenso – soweit brandschutzrelevant – das Brandverhalten der Baustoffe und die Feuerwiderstandsdauer der Bauteile.
  • Bei mehreren aus einer Fläche entstehenden Einheiten muss der Plansatz zusätzlich zeigen, wie sich neue Trenn- und Wohnungstrennwände zu den vorhandenen tragenden Bauteilen verhalten – eine Abstimmung, die eng mit dem Standsicherheitsnachweis zusammenhängt, weil dieselbe Verordnung beides regelt.
Ein Plansatz für mehrere neue Einheiten aus einer Fläche

Der übliche Fall eines Bonner Umbau-Plansatzes betrifft eine einzelne Wohnung oder ein einzelnes Haus. Wird dagegen eine frühere Büroetage – wie sie mehrere ehemalige Bundesbauten im und um das Bundesviertel bereithalten – in mehrere eigenständige Wohnungen aufgeteilt, wächst der Plansatz zu einer koordinierten Gruppe: Jede neue Einheit braucht einen eigenen, vollständigen Grundriss mit eigener Nummerierung der Räume, während Schnitt und Ansicht weiterhin das gesamte Geschoss oder Gebäude im Zusammenhang zeigen müssen, damit die Bauaufsicht die neuen Trennwände gegen die vorhandene Tragstruktur prüfen kann. Zu beseitigende Bauteile – etwa leichte Bürotrennwände oder ein durchgehender Doppelboden – und neu geplante Bauteile – die eigentlichen Wohnungstrennwände, zusätzliche Sanitärkerne, neue Rettungswege – müssen dabei durchgängig über alle Einzelpläne hinweg konsistent dargestellt werden, mit denselben Linienarten und derselben Nummerierung. Auch die neuen Rettungswege verdienen dabei eigene Aufmerksamkeit: Ein einzelner Flur, der früher zu einem einzigen Fluchtweg für die gesamte Büroetage führte, muss im neuen Plansatz für jede Wohnung einzeln nachgewiesen werden. Ein Widerspruch zwischen zwei Einzelblättern desselben Geschosses fällt bei der Prüfung schneller auf als bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus, weil das Amt 63 den gesamten Satz gegeneinander abgleicht.

Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen

Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz entsteht:

Neubau: vollständiger Plansatz von Grund auf

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt – Maße, Öffnungen und Bauteile stimmen zwischen den Zeichnungen überein.

Bestand und Umbau: mehrere Einzelpläne aus einer gemeinsamen Fläche

Wird eine bestehende Fläche in mehrere Einheiten aufgeteilt, entsteht zunächst ein gemeinsamer Bestandsplan des gesamten Geschosses, aus dem sich die einzelnen, aufeinander abgestimmten Wohnungspläne ableiten – das setzt eine verlässliche Bestandsgrundlage voraus, wie sie ein aktuelles Aufmaß liefert.

Was zu einem vollständigen Plansatz in Bonn gehört

Für die Einreichung braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:

  • Grundrisse aller Geschosse und aller neuen Einheiten

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit eigener Nummerierung je entstehender Wohnung.

  • Schnitte und Ansichten des Gesamtgebäudes

    Auf die Grundrisse abgestimmt, im selben Maßstab, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile über alle neuen Einheiten hinweg.

  • Lageplan

    Amtlicher Kartenausschnitt mit Darstellung des Vorhabens auf dem Flurstück.

Bauzeichnungen in Bonn – Beispiele aus der Praxis

Frühere Großraumbürofläche wird zu vier Wohnungen

Aus einem einzigen offenen Geschoss eines ehemaligen Verwaltungsbaus entstehen vier eigenständige Wohnungen. Der Plansatz zeigt zunächst das gesamte Geschoss im Bestand, danach jede neue Einheit mit eigenem, durchgehend nummeriertem Grundriss – abgestimmt auf denselben Schnitt und dieselbe Ansicht.

Dachgeschossausbau im Altbau der Weststadt

Die neuen Zeichnungen müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden; Grundlage ist ein aktuelles Aufmaß des betroffenen Geschosses – ein deutlich kleinerer Plansatz als bei der Aufteilung einer ganzen Bürofläche.

Neubau eines Mehrfamilienhauses

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab – ohne den zusätzlichen Abstimmungsaufwand einer nachträglichen Geschossteilung.

So entsteht Ihr Plansatz für Bonn

Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.

  1. Bestand klären

    Vorhandene Bauakte oder Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte – bei einer Geschossteilung zunächst für die gesamte betroffene Fläche.

  2. Grundrisse je Einheit erstellen

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW und eigener Nummerierung je neuer Wohnung.

  3. Schnitte und Ansichten für das Gesamtgebäude abstimmen

    Auf sämtliche Einzelgrundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile über den ganzen Plansatz hinweg übereinstimmen.

  4. Zu beseitigende und geplante Bauteile kennzeichnen

    Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden zwingend vorgeschrieben, bei mehreren neuen Einheiten aus einer Fläche besonders umfangreich.

  5. Plansatz für das Amt 63 zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Bonn beeinflusst

Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:

  • Neubau oder Bestand

    Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen unklaren Bestand.

  • Zahl der aus einer Fläche entstehenden Einheiten

    Wird eine einzelne Bürofläche in mehrere Wohnungen aufgeteilt, wächst der Plansatz um jeden zusätzlichen, eigenständig nummerierten Grundriss.

  • Zustand der Bestandsunterlagen

    Fehlt eine verwertbare Bauakte, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.

  • Gewünschte Bearbeitungsgeschwindigkeit

    Wirkt sich auf die eigene Vorlaufzeit aus, nicht auf die Prüffristen des Amts 63.

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