Grundrisse in Bochum — vom Hustadt-Hochhaus bis zur Speckschweiz-Altbauwohnung bemaßt erfasst
Kaum eine Ruhrgebietsstadt zeigt so deutlich wie Bochum, wie gründlich ein Wiederaufbau den Charakter eines Baubestands prägen kann: Unter Stadtbaurat Gerhard Massenberg wurde die Innenstadt nach 1945 komplett neu geordnet, eine Ringstraße gezogen und selbst der Hauptbahnhof verlegt. Schätzungen zufolge blieb von der Vorkriegsbebauung nur ein kleiner Teil erhalten oder ließ sich in den neuen Zuschnitt einbeziehen. Wer heute in Bochum einen Grundriss braucht, hat es deshalb seltener mit einem verwinkelten Gründerzeit-Blockrand zu tun als etwa in Berlin – häufiger dagegen mit dem standardisierten Hochhaustypenbau der Großwohnsiedlung Hustadt nahe der Ruhr-Universität oder mit gewöhnlichen Nachkriegsgebäuden, deren „alte“ Bauakte selbst schon aus den 1950er- oder 1960er-Jahren stammt. Nur in einzelnen Enklaven wie dem Hammer Ortsteil Speckschweiz hat sich echte Vorkriegsbausubstanz gehalten, für die wieder andere Regeln der Grundrisserfassung gelten.
Wann Sie in Bochum einen neuen Grundriss brauchen
Für sich genommen ist ein Grundriss auch in Bochum keine genehmigungspflichtige Leistung. Als Grundlage taucht er trotzdem in mehreren wiederkehrenden Situationen auf:
- Verkauf und Finanzierung: Bank und Notar bestehen auf einem aktuellen, bemaßten Plan – gerade bei Nachkriegsgebäuden mit mehreren Modernisierungswellen weicht die Aktenlage oft vom heutigen Zustand ab.
- Fehlende Bauunterlagen aus der frühen Nachkriegszeit: Viele Bochumer Wohnhäuser der 1950er-Jahre entstanden unter Zeitdruck beim Wiederaufbau, entsprechend lückenhaft sind mitunter die zugehörigen Akten.
- Teilungserklärung und Aufteilungsplan: Wer Wohnungseigentum bildet, braucht einen maßstäblichen Aufteilungsplan als Grundlage der Abgeschlossenheitsbescheinigung.
- Aufteilung in Wohngemeinschaften oder studentisches Wohnen: Wird eine große Alt- oder Nachkriegswohnung in einzeln vermietbare Zimmer aufgeteilt, verlangt die Vermietung an mehrere Parteien einen Grundriss mit ausgewiesener Raumnutzung.
- Umbauten im Typenbau der Hustadt: Balkonverglasungen, versetzte Zwischenwände oder ein neu geschnittenes Bad lassen sich nicht ohne Weiteres aus dem ursprünglichen Typengrundriss ableiten.
Die Innere Hustadt gehört zu den bekanntesten Großwohnsiedlungen des westdeutschen Nachkriegsstädtebaus und wurde als Teil der sogenannten Uni-Rahmenstadt eigens für die Nähe zur 1965 eröffneten Ruhr-Universität geplant. Weil sich innerhalb einer Typenserie derselbe Grundriss über zahlreiche Aufgänge und Etagen wiederholt, liegt die Annahme nahe, ein einmal erfasster Plan lasse sich einfach auf die Nachbarwohnung übertragen. In der Praxis trügt das häufig: Über die Jahrzehnte wurden einzelne Balkone verglast, Bäder verkleinert oder vergrößert und Zwischenwände versetzt, ohne dass die jeweilige Eigentümerin oder der Eigentümer dies der Bauaufsicht gemeldet hätte. Ein belastbarer Grundriss braucht deshalb auch in der Hustadt einen kurzen Abgleich mit dem tatsächlichen Zustand der konkreten Einheit, selbst wenn der Nachbaraufgang längst vermessen ist.
Woher Ihr Bochumer Grundriss stammt
Je nach Baujahr und Aktenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus dem Bau- und Statikaktenarchiv im Technischen Rathaus
Das Bauordnungsamt verwaltet die Bochumer Bauakten zentral im Technischen Rathaus an der Hans-Böckler-Straße. Die Anfrage läuft schriftlich oder online, ein Termin zur Einsichtnahme wird üblicherweise telefonisch vereinbart; Eigentumsnachweis und, bei Beauftragung durch Dritte, eine Vollmacht sind mitzubringen. Stimmt der gefundene Plan mit dem heutigen Zustand überein, lässt er sich direkt neu bemaßen.
Per Aufmaß vor Ort
Weicht die Akte vom tatsächlichen Bestand ab – etwa nach individuellen Umbauten in der Hustadt oder bei einer der vielen Nachkriegswohnungen mit uneinheitlicher Sanierungsgeschichte –, wird direkt vor Ort vermessen. Für die wenigen erhaltenen Vorkriegsgebäude in der Speckschweiz ist das mangels durchgängiger Bauakte ohnehin oft der einzige verlässliche Weg.
Aus vorhandenen digitalen Plänen
Neubauten auf jüngeren Entwicklungsflächen wie dem Wohnquartier Ostpark auf dem früheren Opel-Gelände Mark 51°7 verfügen von Beginn an über digitale Bauunterlagen, die sich unmittelbar für die Grundrisserstellung weiterverwenden lassen.
Welche Unterlagen für Ihren Bochumer Grundriss hilfreich sind
Je nachdem, welcher Weg zum Ziel führt, sind unterschiedliche Unterlagen relevant:
- Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht
Für die Einsichtnahme im Bau- und Statikaktenarchiv verlangt das Bauordnungsamt üblicherweise einen aktuellen Eigentumsnachweis, bei Beauftragung durch Dritte zusätzlich eine Vollmacht. Der Termin wird telefonisch vereinbart, sodass sich die Wartezeit vorab abschätzen lässt.
- Vorhandene alte Pläne oder Skizzen
Selbst handschriftliche Skizzen aus der Wiederaufbauzeit helfen, die grundsätzliche Raumaufteilung nachzuvollziehen, bevor vor Ort nachgemessen wird – gerade bei Gebäuden, deren offizielle Akte lückenhaft ist.
- Teilungserklärung und Aufteilungsplan
Bei Eigentumswohnungen zeigt der bestehende Aufteilungsplan, welche Räume zum Sondereigentum gehören – wichtig, sobald ein neuer Grundriss mit der ursprünglichen Aufteilung abgeglichen werden muss.
- Angaben zur geplanten Raumnutzung
Soll eine Wohnung in einzeln vermietbare Zimmer für eine Wohngemeinschaft aufgeteilt werden, wird zusätzlich erfasst, welcher Raum künftig welchem Mieter zugeordnet ist – Grundlage für den im Grundriss auszuweisenden Zuschnitt.
Grundrisse in Bochum – Beispiele aus der Praxis
Hochhauswohnung in der Hustadt mit vermeintlich identischem Typengrundriss
Der Bauplan der Typenserie liegt vor und wiederholt sich augenscheinlich über den gesamten Aufgang. Ein kurzer Abgleich vor Ort zeigt trotzdem häufig Abweichungen – eine nachträglich verglaste Loggia oder ein verändertes Bad –, die in den bemaßten Grundriss der konkreten Einheit einfließen müssen.
Altbauwohnung in der Speckschweiz ohne durchgängige Bauakte
Für die wenigen erhaltenen Vorkriegsgebäude im Hammer Ortsteil liefert die Bauakte oft nur Bruchstücke oder gar nichts. Ein Aufmaß vor Ort erfasst den tatsächlichen, historisch gewachsenen Zuschnitt zuverlässiger als eine unvollständige Altakte.
Aufteilung einer Nachkriegswohnung in eine Wohngemeinschaft nahe der Ruhr-Universität
Eine großzügige Vierzimmerwohnung soll künftig an mehrere Studierende einzeln vermietet werden. Der neue Grundriss weist jedem Zimmer die vorgesehene Nutzung zu und bildet damit die Grundlage für Mietverträge und eine saubere Kostenaufteilung.
Neubauwohnung im Quartier Ostpark auf der Fläche von Mark 51°7
Für die im Rahmen des neuen Wohnquartiers auf dem früheren Opel-Gelände entstehenden Einheiten liegen die Bauunterlagen von Beginn an digital vor, sodass sich ein vermarktungsfertiger Grundriss meist ohne separaten Erfassungstermin ableiten lässt.
So läuft Ihr Grundriss in Bochum ab
Fachlich ist der Ablauf bundesweit derselbe. In Bochum liegt das Gewicht früh darauf, zu klären, ob die vorhandene Bauakte tatsächlich zum heutigen Zustand der konkreten Einheit passt:
- Zweck und Anlass klären
Ob der Grundriss für Verkauf, Finanzierung, eine Teilungserklärung oder die Aufteilung in eine Wohngemeinschaft gebraucht wird, bestimmt Maßstab und Detailtiefe.
- Vorhandene Bauakte prüfen
Das Bau- und Statikaktenarchiv im Technischen Rathaus wird auf einen verwertbaren Plan hin geprüft – insbesondere, ob dieser überhaupt den heutigen Zuschnitt der konkreten Einheit abbildet.
- Fehlende Grundlagen beschaffen oder aufmessen
Reicht die Akte nicht aus oder existiert sie gar nicht, wie oft in der Speckschweiz, wird direkt vor Ort vermessen.
- Grundriss zeichnen und bemaßen
Aus den erfassten Maßen entsteht der bemaßte Grundriss – auf Wunsch inklusive Möblierung für die Vermarktung oder mit Raumnutzung für eine Wohngemeinschaftsaufteilung.
- Ergebnis übergeben
Sie erhalten den fertigen Grundriss als Plandatei, auf Wunsch mit Architektenstempel – bereit für Bank, Notar, Bauordnungsamt oder Exposé.
Was den Aufwand eines Grundrisses in Bochum beeinflusst
Der Erfassungsaufwand unterscheidet sich zwischen den Bochumer Gebäudetypen spürbar:
- Zustand der vorhandenen Bauakte
Eine verwertbare, zum heutigen Zustand passende Akte im Technischen Rathaus ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie ab, kommen Aktenrecherche oder ein Vor-Ort-Termin hinzu.
- Gebäudetyp: Hochhaustypenbau oder individueller Altbau
Eine Wohnung in der standardisierten Hustadt ist grundsätzlich rascher erfasst als eine individuell geschnittene Altbauwohnung in der Speckschweiz – vorausgesetzt, die Typenserie stimmt tatsächlich mit dem heutigen Zuschnitt überein.
- Zahl der Ebenen und Räume
Eine einzelne Etagenwohnung ist rasch erfasst. Ein Haus mit mehreren Geschossen oder Nebengebäuden verlangt für jede Einheit einen eigenen Erfassungsdurchgang.
- Anlass und Detailtiefe
Ein reiner Nachweis für die Bauakte unterscheidet sich im Aufwand deutlich von einem möblierten, vermarktungsfertigen Grundriss oder einem Plan mit ausgewiesener Zimmeraufteilung für eine Wohngemeinschaft.
Alle Leistungen in Bochum
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