Bemaßte Schnittzeichnungen in Bochum — vom Dachgeschossausbau bis zur ehemaligen Zechenhalle
Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht nicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes von der Bodenplatte bis zum First. In Bochum spannt sich diese Frage über zwei sehr unterschiedliche Bauwelten. Im gewöhnlichen Nachkriegs- und Siedlungsbestand entscheidet der Schnitt beim Dachgeschossausbau, ob Kniestockhöhe und nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge für ein Vollgeschoss ausreichen. Bei einer umgenutzten Werks- oder Zechenhalle, wie sie an der ehemaligen Zeche Hannover heute als Museum steht, geht es dagegen um ein völlig anderes Maß: Hallenhöhen, die für Fördertechnik und Maschinen ausgelegt wurden, nicht für Menschen – und die sich im Schnitt entsprechend anders darstellen als eine gewöhnliche Wohngeschossfolge.
- Was ein Schnitt für Bochum zeigen muss
- Wohngeschoss oder Halle – zwei Maßstäbe für denselben Schnitt
- Was zu einem vollständigen Schnitt in Bochum gehört
- Bemaßte Schnittzeichnungen in Bochum – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Schnitt für Bochum
- Was den Preis für einen Schnitt in Bochum beeinflusst
Was ein Schnitt für Bochum zeigen muss
Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der BauPrüfVO NRW wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:
- Maßstab grundsätzlich 1:100, mit vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, Dachneigung und relevanten Aufbauten.
- Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion und Dachaufbau.
- Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa bei einer neuen Geschossdecke oder einer veränderten Dachkonstruktion.
Ob ein Wiederaufbau-Einfamilienhaus, ein Siedlungshaus in der Dahlhauser Heide oder ein Mehrfamilienhaus außerhalb der großen Neubaugebiete – der nachträgliche Dachgeschossausbau gehört zu den häufigsten Anlässen für einen Schnitt in Bochum. Entscheidend ist dabei nicht der Grundriss, sondern die im Schnitt bemaßte Raumhöhe unter der Dachschräge: Sie bestimmt, welcher Bereich tatsächlich nutzbar ist, und mitunter auch, ob das ausgebaute Geschoss überhaupt als Vollgeschoss zählt. Bei Siedlungshäusern in der Gestaltungssatzung Dahlhauser Heide kommt hinzu, dass eine veränderte Dachneigung oder eine Gaube zusätzlich mit den dortigen Vorgaben zur äußeren Gestaltung vereinbar sein muss – eine Frage, die sich erst im Zusammenspiel von Schnitt und Ansicht beantworten lässt.
Wohngeschoss oder Halle – zwei Maßstäbe für denselben Schnitt
Je nach Gebäudeart unterscheidet sich, worauf der Schnitt sein Gewicht legt:
Dachgeschossausbau und Umbau im Wohnbestand
Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der bestehenden Geschosshöhen und der Dachkonstruktion, weil viele Wiederaufbau- und Siedlungshäuser über die Jahrzehnte ohne durchgängige Dokumentation verändert wurden.
Umnutzung eines ehemaligen Werks- oder Zechengebäudes
Hier zeigt der Schnitt eine Geschossfolge, die es in dieser Form nie gab: eine für Fördertechnik oder Produktion ausgelegte Hallenhöhe, die bei einer Umnutzung – etwa zu Büro- oder Ausstellungsflächen – neu gegliedert oder mit Zwischenebenen versehen werden muss.
Neubau auf einer Entwicklungsfläche
Auf Flächen wie Ostpark entsteht der Schnitt gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus einer durchgeplanten Struktur, mit von Beginn an standardisierten Geschosshöhen.
Was zu einem vollständigen Schnitt in Bochum gehört
Für das Bauordnungsamt reicht selten ein einzelnes Blatt – gefragt ist ein aufeinander bezogener Satz mehrerer Zeichnungen:
- Schnittzeichnung mit allen Höhenangaben
Im Maßstab 1:100, mit bemaßten Geschosshöhen, Dachneigung und den bautechnisch relevanten Aufbauten.
- Passender Grundriss und passende Ansicht
Nur wenn Geschosshöhen sowie First- und Traufmaße in allen drei Zeichnungen deckungsgleich sind, gilt der Plansatz als widerspruchsfrei.
- Bemaßte Raumhöhe unter der Dachschräge
Speziell beim Dachgeschossausbau der entscheidende Wert, weil er bestimmt, ob das Geschoss als Vollgeschoss zählt.
Bemaßte Schnittzeichnungen in Bochum – Beispiele aus der Praxis
Dachgeschossausbau in einem Wiederaufbauhaus
Der Schnitt weist Kniestock- und Firsthöhe sowie die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge nach – Grundlage für die Beurteilung durch das Bauordnungsamt.
Gaube an einem Siedlungshaus in der Dahlhauser Heide
Der Schnitt durch die geplante Gaube zeigt, wie sich die neue Konstruktion in die bestehende Dachneigung einfügt – abgestimmt auf die zugehörige Ansicht und die Vorgaben der Gestaltungssatzung.
Umgenutzte Maschinenhalle an einer ehemaligen Zeche
Der Schnitt durch eine für Fördertechnik ausgelegte Halle zeigt eine Geschosshöhe, die ein gewöhnliches Wohngebäude um ein Vielfaches übersteigt – Grundlage für eine mögliche neue Zwischenebene bei der Umnutzung.
Umbau einer Wohnung in einem Hustadt-Hochhaus
Innerhalb der gleichbleibenden Geschosshöhe des Typenbaus zeigt der Schnitt, welche Bauteile einer einzelnen Einheit verändert wurden – unabhängig von der unveränderten Gebäudestruktur der übrigen Etagen.
So entsteht Ihr Schnitt für Bochum
Bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Schnitt mehrere Stationen:
- Schnittebene bestimmen
Zunächst wird geklärt, durch welchen Gebäudebereich die Zeichnung führen muss, damit Geschosshöhen und Dachaufbau vollständig erfasst sind.
- Grundlage sichten
Aus der Bauakte im Technischen Rathaus oder, wo diese fehlt oder überholt ist, aus einem aktuellen Aufmaß der betroffenen Geschosse und des Dachs.
- Zeichnung bemaßen
Im Maßstab 1:100 und mit sämtlichen Pflichtangaben, die die BauPrüfVO NRW für Schnittzeichnungen vorsieht.
- Gegen Grundriss und Ansicht prüfen
Erst wenn Geschosshöhen und Dachmaße in allen drei Zeichnungen übereinstimmen, gilt der Plansatz als stimmig.
- Für die Einreichung aufbereiten
Digital zusammengestellt, insbesondere wichtig bei Dachgeschossausbauten, deren Genehmigungsfähigkeit am Schnitt hängt.
Was den Preis für einen Schnitt in Bochum beeinflusst
Der Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung schwankt je nach Vorhaben:
- Anzahl der Schnittebenen
Ein Gebäude mit einheitlicher Struktur braucht oft nur einen Schnitt, ein verschachtelter Baukörper mehrere durch unterschiedliche Bereiche.
- Ausprägung des Dachaufbaus
Gauben, Kniestöcke und ungleiche Dachschrägen verlangen mehr Detailarbeit als ein durchgängiges Satteldach.
- Wohnhaus oder umgenutzte Halle
Eine ehemalige Förderanlage mit ihren untypisch großen Geschosshöhen erfordert eine gründlichere Erfassung als ein gewöhnliches Wiederaufbauhaus.
- Vollständigkeit der Bestandsunterlagen
Liegt keine brauchbare Zeichnung vor, wird vor dem eigentlichen Schnitt zunächst ein Aufmaß-Termin nötig.
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