Aufteilungspläne in Bochum — bemaßt, auch wenn die älteste verfügbare Akte schon der Wiederaufbauplan ist

Ein Aufteilungsplan ist in Bochum rechtlich dieselbe bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung nach § 7 WEG wie überall in Deutschland. Was die Quellenlage hier von vielen anderen Städten unterscheidet, ist keine einzelne zerstörte Werksakte, sondern etwas Grundsätzlicheres: Weil die Innenstadt und weite Teile des übrigen Stadtgebiets nach 1945 unter Stadtbaurat Gerhard Massenberg komplett neu geordnet wurden, ist für viele Gebäude die älteste noch fassbare Planungsgrundlage nicht die Bauakte des Hauses selbst, sondern der städtische Wiederaufbauplan von 1945, den das Bochumer Stadtarchiv erst im Sommer 2025 wieder öffentlich vorgestellt hat. Für den Aufteilungsplan bedeutet das: Wo die individuelle Bauakte nicht weiterhilft, tritt häufiger als anderswo direkt die Vor-Ort-Vermessung an ihre Stelle.

Wann Sie in Bochum einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist auch in Bochum keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Bauordnungsamts, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung – in Bochum ohne die zusätzliche Umwandlungsgenehmigung, die es in Nordrhein-Westfalen bislang nirgends gibt.
  • Bei einem Neubau, etwa im Wohnquartier Ostpark auf der früheren Opel-Fläche Mark 51°7, lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Wenn die Bauakte selbst schon Wiederaufbaubestand ist

Für ein bestehendes Gebäude führt das Bauordnungsamt die zuständige Akte zentral im Bau- und Statikaktenarchiv im Technischen Rathaus. Für die Frage, was davor lag, hilft grundsätzlich das Bochumer Stadtarchiv weiter – dessen Bestände nach eigener Darstellung Dokumente, Karten und Pläne aus mehr als acht Jahrhunderten Stadtgeschichte umfassen, darunter, wie im August 2025 in einem eigenen Schaufenster zur Stadtgeschichte gezeigt, den städtischen Wiederaufbauplan von 1945. Ob sich daraus auch die Bauakte eines konkreten Einzelgebäudes ableiten lässt, ist damit aber nicht automatisch gesagt: Anders als ein laufend geführtes Bauaktenarchiv ist ein Stadtarchiv in erster Linie historisch-archivarisch geordnet, nicht auf den schnellen Zugriff für ein einzelnes Haus ausgelegt. Für zahlreiche Bochumer Gebäude kommt hinzu, dass sie erst nach 1945 im neu geordneten Stadtgrundriss errichtet wurden – hier gibt es keine „ältere“ Vorkriegsakte, die verloren gegangen sein könnte, weil das Gebäude selbst jünger ist als der Wiederaufbauplan, der die Straßenführung an seinem Standort erst festgelegt hat.

Woher Ihr Bochumer Aufteilungsplan stammt

Je nach Baujahr und Aktenlage kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus dem Bau- und Statikaktenarchiv im Technischen Rathaus

Ist die laufende Akte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – die Maße müssen dann nur noch um die Einheiten-Nummerierung ergänzt werden.

Aus dem Bochumer Stadtarchiv

Für die Einordnung eines älteren Gebäudes oder seiner Umgebung kann ein Blick in den historischen Bestand lohnen, etwa in den Wiederaufbauplan von 1945 – als Ersatz für eine fehlende individuelle Bauakte taugt das aber nur begrenzt, weil das Stadtarchiv primär stadtgeschichtlich, nicht gebäudebezogen erschlossen ist.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar – bei Gebäuden aus der frühen Wiederaufbauzeit keine Seltenheit – oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen. Das ist der zuverlässigste Weg, wenn ein Siedlungshaus im Lauf der Jahrzehnte mehrfach individuell verändert wurde.

Welche Unterlagen für Ihren Bochumer Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht

    Für die Einsichtnahme im Bau- und Statikaktenarchiv verlangt das Bauordnungsamt üblicherweise einen aktuellen Eigentumsnachweis, bei Beauftragung durch Dritte zusätzlich eine Vollmacht. Der Termin wird telefonisch vereinbart.

  • Vorhandene Grundrisse oder Skizzen

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Kellerräumen und Stellplätzen, die räumlich getrennt von der Wohnung liegen.

Aufteilungspläne in Bochum – Beispiele aus der Praxis

Mehrfamilienhaus in einem Wiederaufbaugebiet ohne ältere Akte

Für ein Gebäude, das erst nach dem neu geordneten Straßenzug der Nachkriegszeit entstand, beginnt die Bauakte im Rathaus folgerichtig erst mit der Errichtung selbst. Eine Vorkriegsakte gibt es hier nicht zu vermissen – der Aufteilungsplan entsteht direkt aus der vorhandenen Nachkriegsakte, ergänzt um die Einheiten-Nummerierung.

Vorkriegsgebäude in einer der wenigen erhaltenen Altbau-Enklaven

In kleineren, vom Wiederaufbau kaum berührten Vierteln kann eine ältere Bauakte tatsächlich noch vorliegen. Bevor sie als Grundlage für den Aufteilungsplan dient, wird sie gegen den heutigen Bestand abgeglichen, weil einzelne Umbauten über die Jahrzehnte selten vollständig nachgetragen wurden.

Neubauwohnung im Quartier Ostpark auf der Fläche von Mark 51°7

Für die im Rahmen des neuen Wohnquartiers auf dem früheren Opel-Gelände entstehenden Einheiten liegen die Bauunterlagen von Beginn an digital vor, sodass sich der Aufteilungsplan direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten lässt, ergänzt um die durchgehende Nummerierung.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Bochum

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Bochum liegt das Gewicht früh darauf, zu klären, ob überhaupt eine gebäudebezogene Quelle existiert oder ob nur allgemeine Stadtgeschichte dokumentiert ist:

  1. Bauakte im Technischen Rathaus prüfen

    Wir klären, ob beim Bauordnungsamt eine vollständige, zum heutigen Zustand passende Akte vorliegt.

  2. Bei Bedarf das Stadtarchiv einbeziehen

    Für ältere oder unklare Fälle prüfen wir, ob der historische Bestand des Bochumer Stadtarchivs zusätzliche Anhaltspunkte liefert – als Ersatz für eine fehlende individuelle Bauakte reicht das allein aber selten.

  3. Fehlende Grundlage vor Ort aufnehmen

    Reicht keine der beiden Quellen aus, wird das Gebäude direkt vermessen – als vollwertiger Ersatz, nicht nur als Ergänzung.

  4. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.

  5. Plan für Bauordnungsamt und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Bochum beeinflusst

In Bochum entscheidet vor allem, ob und in welcher Form überhaupt eine gebäudebezogene Quelle existiert, nicht nur die Gebäudegröße:

  • Vollständigkeit der Bauakte im Rathaus

    Eine lückenlose, aktuelle Akte ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.

  • Ob eine Recherche im Stadtarchiv sinnvoll ist

    Bei älteren Gebäuden oder unklarer Lage lohnt sich manchmal ein zusätzlicher Blick in den historischen Bestand – ersetzt aber selten die individuelle Bauakte vollständig.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Grundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.

Alle Leistungen in Bochum

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Bochum ansehen →

Haben Sie noch Fragen?

Lassen Sie uns anfangen!

Starten Sie die Erstellung Ihres Aufteilungsplans ganz einfach hier.