Aufmaß & Vermessung in Bielefeld — Bestandsaufnahme in Sennestadt und im geteilten Altbau

In Bielefeld liegen die Gründe für ungenaue Bestandspläne dicht beieinander. Sennestadt wurde ab 1956 als zusammenhängende Siedlungsstadt geplant; die Zeichnungen aus dieser Zeit zeigen den Erstzustand, während die Häuser seither ganze Modernisierungsgenerationen hinter sich gebracht haben – neue Bäder, veränderte Grundrisse, von innen gedämmte Außenwände. Am gründerzeitlich geprägten Innenstadtrand sind große Wohnungen mehrfach geteilt und wieder verändert worden, und diese Teilungen hinterlassen in der Bauakte selten eine Zeichnung: Trennwände, Zähler und Steigleitungen sitzen dort, wo es beim Umbau gerade möglich war. Beim Bauaufmaß wird deshalb nicht die Zeichnung fortgeschrieben, sondern das Gebäude neu vermessen – Raum für Raum, mit Höhen, Öffnungen und Kontrollmaßen. Daraus entstehen Zeichnungen und Flächen, die für Finanzierung, Verkauf, Aufteilung und Umbauplanung gleichermaßen taugen.

Wann ein Aufmaß in Bielefeld erforderlich wird

Niemand schreibt vor, ein Gebäude aufmessen zu lassen; die Leistung ist rein privatrechtlich. Der Anlass ergibt sich aus dem, was jemand nachweisen oder planen will – und daraus, dass die vorhandenen Papiere das nicht mehr hergeben. Typisch sind diese fünf Ausgangslagen:

  • Von der Wohnung oder dem Haus gibt es keine brauchbare Zeichnung mehr, oder die vorhandene endet beim Stand vor mehreren Umbauten.
  • Eine Umbauplanung soll beginnen und braucht dafür einen Bestand, dessen Maße wirklich stimmen.
  • Eine große Wohnung soll geteilt werden: Für Aufteilungsplan und Abgeschlossenheitsbescheinigung müssen die künftigen Einheiten zeichnerisch eindeutig abgegrenzt sein.
  • Bank oder Gutachter verlangen eine Flächenangabe mit nachvollziehbarem Rechenweg – ohne aufgenommene Maße fehlt dafür schlicht die Datengrundlage.
  • Die Fläche aus einem Miet- oder Kaufvertrag steht infrage und soll durch eine dokumentierte Messung überprüft werden.
Gebäudeeinmessungspflicht in Nordrhein-Westfalen – auch ohne Baugenehmigung

Nordrhein-Westfalen kennt eine echte Einmessungspflicht für Gebäude. § 16 Abs. 2 VermKatG NRW verpflichtet Eigentümer und Erbbauberechtigte, ein errichtetes Gebäude sowie jede Veränderung seines Grundrisses auf eigene Kosten einmessen zu lassen; ausführen dürfen das die Katasterbehörde und Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure. Der Fehlschluss, der in der Praxis am häufigsten vorkommt, betrifft die Verknüpfung mit dem Baurecht: Die Pflicht besteht auch dann, wenn das Gebäude oder die Änderung nach der Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen genehmigungsfrei ist. Ein verfahrensfreier Anbau erspart also die Baugenehmigung, nicht aber die vermessungsrechtliche Seite – beide Fragen laufen unabhängig voneinander. Diese hoheitliche Aufgabe erbringt Planprofi24 ausdrücklich nicht; eine bestehende Einmessungspflicht lässt sich durch ein Bauaufmaß nicht erledigen. Ihr Gegenstand ist ohnehin ein anderer: Im Liegenschaftskataster steht der äußere Umriss, der amtliche Nachweis endet damit an der Außenwand. Wie das Gebäude innen aufgeteilt ist und wie groß die Wohnung wirklich ausfällt, steht dort nirgends.

Die Aufmaßverfahren im Detail

Die Wahl der Methode richtet sich nach zwei Größen: wie regelmäßig das Gebäude gebaut ist und wie genau die spätere Verwendung sein muss.

Raumweises Handaufmaß mit Lasermessgerät

Der Regelweg in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Marktübliche Geräte geben eine Genauigkeit von etwa anderthalb Millimetern an, was im Raummaß weit unter jeder rechtlich erheblichen Schwelle liegt. Die Fehlerquelle sitzt selten im Gerät, sondern in der Übertragung – wer direkt in die Aufmaß-App misst, spart sich das Abschreiben.

Diagonal- und Kontrollmaße bei schiefwinkligem Bestand

Ein Raum ist erst dann eindeutig beschrieben, wenn neben Länge und Breite auch die Diagonalen gemessen sind. Erst sie zeigen, ob der angenommene rechte Winkel wirklich existiert. In Altbauten mit gesetzten Decken und in nachträglich abgetrennten Zimmern ist er häufig um mehrere Zentimeter verschoben.

Laserscanning und Punktwolke bei verschachtelten Objekten

Für verformte oder stark gegliederte Bausubstanz. Die Datenblattwerte üblicher Scanner liegen im Millimeterbereich, tragen aber nur, wenn Standpunkte, Zielmarken und die Verknüpfung der Einzelscans stimmen. Als Nebenprodukt bleibt ein vollständiges Abbild des Bestands.

Abgleich vorhandener Bauzeichnungen mit Stichproben

Die Ermittlung aus einer Bauzeichnung ist zulässig, solange gebaut wurde wie gezeichnet. Weicht die Ausführung ab, verlangt § 3 Abs. 4 WoFlV eine neue Ermittlung. Vorhandene Pläne werden deshalb an einigen Schlüsselmaßen gegengeprüft, bevor aus ihnen gerechnet wird.

Diese Unterlagen entstehen aus dem Aufmaß

Die Messung selbst ist nur der Anfang. Brauchbar wird sie durch das, was daraus gezeichnet und gerechnet wird:

  • Grundrisse mit vollständigen Maßketten

    Vom Keller bis zum Dachgeschoss, mit Einzelmaßen, die sich zum Gesamtmaß addieren. Wandstärken, Öffnungen und Nischen sind eingetragen, sodass die Zeichnung ohne Rückfrage weiterverwendet werden kann.

  • Schnitte, Ansichten und Höhenangaben

    Was der Grundriss nicht abbilden kann, steht hier: Geschosshöhen, Fußbodenaufbauten, die Lage des Kniestocks und der Verlauf der Dachschräge über dem Raum.

  • Wohn- und Nutzflächen nach Wohnflächenverordnung

    Für jeden Raum stehen Maß, Höhenzone und angesetzter Faktor einzeln in der Aufstellung. Gerechnet wird mit dem lichten Maß am fertigen Bauteil statt mit dem Rohbaumaß der Genehmigungsplanung.

  • Bauwerksflächen und Kubatur nach DIN 277

    Benötigt bei Bauvorlagen, Kostenermittlung und Bewertung. Ihr Bezugssystem ist ein anderes als das der Wohnflächenverordnung, weshalb die Zahlen auseinanderfallen; nebeneinander ausgewiesen ergänzen sie sich trotzdem.

  • Baubestandszeichnung für eine Aufteilung

    Soll Wohnungseigentum begründet werden, verlangt die Verwaltungsvorschrift für Bescheinigungen nach dem Wohnungseigentumsgesetz bei bestehenden Gebäuden eine Baubestandszeichnung im Format bis DIN A3, mit allen Geschossen einschließlich Keller und Dachboden. Das Aufmaß liefert die Grundlage dafür.

Aufmaße in Bielefeld – Beispiele aus der Praxis

Altbaugeschoss am Innenstadtrand vor der Teilung

Bevor aus einer Wohnung zwei werden, muss feststehen, wo die künftige Trennwand stehen kann und wie die Erschließung läuft. Aufgenommen werden daher nicht nur Raummaße, sondern auch Türlagen, Schornsteinzüge und Leitungsschächte – sie bestimmen, welcher Zuschnitt technisch überhaupt möglich ist.

Wohnhaus in Sennestadt nach mehreren Umbaugenerationen

Der Erstbezugsplan zeigt den Ausgangsentwurf, das Haus zeigt sechs Jahrzehnte Anpassung: versetzte Küchenwand, ausgebautes Dachgeschoss, von innen gedämmte Außenwände. Gemessen wird der heutige Zustand, und der Schnitt hält fest, wie viel lichte Höhe der spätere Fußbodenaufbau gekostet hat.

Studentisch vermietete Etage im Universitätsumfeld

Einzeln vermietete Zimmer, nachgerüstete Leichtbauwände und ein gemeinschaftlich genutztes Bad ergeben eine Belegung, die kein Bestandsplan kennt. Die Aufnahme trennt sauber, welche Fläche zu welcher Einheit gehört und welche Bereiche gemeinsam genutzt werden.

Wohnhaus mit Anbau im Ortskern Kirchdornberg

Der Anbau eines dörflich geprägten Wohnhauses ist häufig in mehreren Etappen gewachsen und schließt weder rechtwinklig noch höhengleich an das Haupthaus an. Ein durchgehender Maßbezug über beide Bauteile hinweg sorgt dafür, dass Grundrisse und Schnitte zueinander passen.

So läuft Ihr Aufmaß in Bielefeld ab

Die Reihenfolge ist immer dieselbe. Über die Dauer entscheidet vor allem, was vor dem Termin geklärt ist: welche Altunterlagen greifbar sind und wie viele Räume tatsächlich offen stehen.

  1. Verwendungszweck und Detailtiefe klären

    Ein Nachweis für die Finanzierung, eine Bauvorlage und die Zeichnung für eine Aufteilung verlangen jeweils andere Darstellungen. Erst wenn der Zweck feststeht, lassen sich Messverfahren und Umfang der Aufnahme sinnvoll festlegen.

  2. Altunterlagen zusammentragen

    Bauakten führt die untere Bauaufsichtsbehörde, historische Bestände liegen häufig im Stadtarchiv. Viele Archive sortieren nach Flurstück statt nach Adresse; die Angabe von Gemarkung, Flur und Flurstück beschleunigt die Suche daher spürbar.

  3. Termin abstimmen und Zugang organisieren

    Was am Termin verschlossen bleibt, muss später nachgeholt werden. Keller, Dachboden, Nebengebäude und bei vermieteten Einheiten die einzelnen Wohnungen brauchen Vorlauf, insbesondere wenn eine Hausverwaltung dazwischengeschaltet ist.

  4. Aufnahme am Objekt

    Je Raum werden Längen, Breiten, Diagonalen und Höhen genommen, dazu Nischen, Vormauerungen und Öffnungen. Skizze und Fotos laufen mit, sodass sich jeder einzelne Wert hinterher einer Stelle im Gebäude zuordnen lässt.

  5. Auswertung, Zeichnung und Übergabe

    Aus den Messdaten werden die Zeichnungen aufgebaut und die Flächen mit ausgewiesenem Rechenweg ermittelt. Steht anschließend eine Aufteilung an, ist der dokumentierte Bestand zugleich die Grundlage, auf der die neuen Einheiten abgegrenzt werden.

Was den Preis für ein Aufmaß in Bielefeld beeinflusst

Nicht die Quadratmeterzahl allein bestimmt den Aufwand, sondern die Frage, wie viele Messpunkte nötig sind, um das Gebäude eindeutig zu beschreiben. Fünf Punkte fallen dabei ins Gewicht:

  • Größe des Objekts und Zahl der Einheiten

    Mit jedem weiteren Raum wachsen Maße, Höhen und Öffnungen. Bei einem Mehrfamilienhaus kommt für jede Wohnung eine eigene Zeichnung und eine eigene Flächenermittlung hinzu.

  • Schiefwinkligkeit und Gliederung des Bestands

    Setzungen im Altbau, angebaute Bauteile und schräg zulaufende Grundrisse erhöhen die Zahl der nötigen Kontrollmaße. Ein klar geschnittener Typenbau ist schneller erfasst als ein über Jahrzehnte gewachsenes Haus.

  • Eingesetzte Messtechnik

    Handaufmaß und Laserscanning unterscheiden sich in Geräteeinsatz, Zeitbedarf vor Ort und Auswertungsaufwand. Ein Scan lohnt dort, wo Verformungen dokumentiert oder Punktwolken weiterverarbeitet werden sollen.

  • Zugänglichkeit am Termin

    Ein verschlossener Kellerverschlag oder eine Bodenkammer, an die niemand herankommt, zwingt zu einem zweiten Anlauf. Am günstigsten bleibt, was sich in einem einzigen Durchgang erfassen lässt.

  • Umfang der abgeleiteten Zeichnungen

    Nur Grundrisse oder zusätzlich Schnitte, Ansichten, Kubatur und eine Bestandszeichnung für die Aufteilung: Der Auswertungsteil wächst mit dem, was mit den Unterlagen später geschehen soll.

Alle Leistungen in Bielefeld

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