Kubaturberechnung in Berlin — Bruttorauminhalt und Bruttogrundfläche nach DIN 277

Die Kubaturberechnung ermittelt Bruttorauminhalt (BRI) und Bruttogrundfläche (BGF) einer Immobilie nach DIN 277 – zwei Kennzahlen, die in Berlin über die reine Bewertung hinaus eine konkrete verwaltungstechnische Rolle spielen: Die Berliner Baugebührenordnung (BauGebO) legt Baugenehmigungsgebühren für verfahrenspflichtige Vorhaben unter anderem auf Basis des umbauten Raums und der nach DIN 276 ermittelten Herstellungskosten fest. Wer die Kubatur seines Vorhabens kennt, kennt damit auch eine der Bemessungsgrundlagen, die die Bauaufsicht heranzieht. Auch außerhalb der Bauantragsbearbeitung ist die Kennzahl gefragt – etwa bei Gutachten, Finanzierungsanfragen oder dem Vergleich unterschiedlicher Gebäude eines Portfolios.

BRI und BGF – zwei unterschiedliche Kennzahlen

Beide Werte werden nach DIN 277 ermittelt, beschreiben aber unterschiedliche Größen:

Bruttorauminhalt (BRI)

Das gesamte umbaute Volumen des Gebäudes von der Außenkante der Bauteile bis zur äußeren Dachhaut – unabhängig davon, ob ein Raum darunter als Wohnfläche zählt. Keller, Dachraum und Nebenräume gehen vollständig mit ein.

Bruttogrundfläche (BGF)

Die Summe aller Grundflächen aller Geschosse, gemessen an den äußeren Bauteilkanten – Basis für viele weitere Kennzahlen wie die Nutzfläche und häufig Ausgangspunkt für Kostenschätzungen nach DIN 276.

Was für eine Kubaturberechnung in Berlin gebraucht wird

Grundlage der Berechnung sind belastbare Maße des gesamten Baukörpers:

  • Aufmaß oder bemaßte Bestandszeichnungen

    Grundrisse und Schnitte mit Außenmaßen und Geschosshöhen aller Ebenen, einschließlich Keller und Dachraum.

  • Dachaufbau und Neigung

    Für die korrekte Erfassung des Volumens bis zur äußeren Dachhaut, insbesondere bei Schrägen und Gauben.

  • Angaben zum Verwendungszweck

    Ob die Berechnung für die Bauaufsicht, eine Wertermittlung oder eine Finanzierung gebraucht wird, kann die Dokumentationstiefe beeinflussen.

Kubaturberechnung in Berlin – Beispiele aus der Praxis

Baugenehmigungsgebühr für einen Dachgeschossausbau

Der ermittelte umbaute Raum dient der Bauaufsicht als eine der Bemessungsgrundlagen für die Gebühr des verfahrenspflichtigen Vorhabens.

Wertermittlung eines Gründerzeit-Mehrfamilienhauses

Die hohen Altbau-Geschosse ergeben ein größeres BRI je Quadratmeter Wohnfläche als bei einem vergleichbaren Neubau – relevant für Gutachten und Finanzierung.

Erweiterung um einen ausgebauten Dachraum

Nur der tatsächlich umbaute Rauminhalt bis zur Dachhaut zählt zum BRI, auch wenn ein Teil davon wegen niedriger Raumhöhe nicht als Wohnfläche angerechnet wird.

Finanzierungsanfrage für ein Bestandsobjekt

Kreditgeber verlangen häufig eine nachvollziehbar dokumentierte BGF oder BRI als Teil der Objektunterlagen, unabhängig vom aktuellen Nutzungszustand.

Vergleich mehrerer Gebäude eines Portfolios

Einheitlich nach DIN 277 ermittelte Werte machen unterschiedlich alte und unterschiedlich geschnittene Gebäude überhaupt erst vergleichbar.

So entsteht Ihre Kubaturberechnung für Berlin

Von der Bestandsaufnahme bis zum nachvollziehbaren Ergebnis:

  1. Bestand klären

    Vorhandene Bauakte oder Aufmaß als Grundlage für alle Geschosse einschließlich Keller und Dachraum.

  2. Fehlende Maße ergänzen

    Wo Bestandsunterlagen unvollständig sind, wird vor Ort nachgemessen.

  3. BRI und BGF nach DIN 277 berechnen

    Getrennt nach Geschossen und, wo relevant, nach Dachraum mit Schrägen.

  4. Plausibilität gegen den Verwendungszweck prüfen

    Je nachdem, ob das Ergebnis für die Bauaufsicht, eine Bewertung oder eine Finanzierung gebraucht wird.

  5. Ergebnis nachvollziehbar dokumentieren

    Als Grundlage für Bewertung, Finanzierung oder die Angaben gegenüber der Bauaufsicht.

Was den Preis für eine Kubaturberechnung in Berlin beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:

  • Zustand vorhandener Unterlagen

    Eine belastbare Bauakte beschleunigt die Berechnung; fehlen verwertbare Maße, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu.

  • Zahl der Geschosse

    Keller, Dachraum und Zwischenebenen erhöhen den Erfassungsaufwand gegenüber einem einfachen Baukörper.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Schrägen, Gauben und Erker verlangen eine genauere Erfassung als ein einfaches Satteldach.

  • Gewünschter Verwendungszweck

    Eine Berechnung für die Bauaufsicht kann andere Dokumentationsanforderungen haben als eine für Bewertung oder Finanzierung.

  • Zahl der zu berechnenden Gebäude

    Bei einem Portfolio mehrerer Objekte lässt sich die Berechnung meist effizienter bündeln als bei Einzelaufträgen.

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