Bemaßte Schnittzeichnungen in Berlin — Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar dargestellt

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht nicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. Geschosshöhen, Dachneigung, Kniestockhöhe und Deckenaufbauten – für Berlins vielen Gründerzeitbauten mit ihren hohen Altbau-Geschossen ebenso relevant wie für den in der Stadt verbreiteten nachträglichen Dachgeschossausbau, bei dem der Schnitt oft die entscheidende Zeichnung im gesamten Plansatz ist.

Was ein Schnitt für Berlin zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der Bauvorlagenverordnung wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Maßstab: mindestens 1:100, mit numerischer Angabe, Maßstabsleiste und vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, Dachneigung und relevanten Aufbauten.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion und Dachaufbau.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa bei einer neuen Geschossdecke oder einer veränderten Dachkonstruktion.
Der Schnitt beim Dachgeschossausbau

Berlin verfügt über einen großen Bestand ungenutzter oder nur teilweise ausgebauter Dachgeschosse, gerade in den Gründerzeit-geprägten Innenstadtbezirken. Beim Ausbau ist der Schnitt die Zeichnung, an der sich zeigt, ob die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge und die Kniestockhöhe den planungsrechtlichen Vorgaben entsprechen – oft der kritische Punkt für die Genehmigungsfähigkeit des gesamten Vorhabens. Auch die Frage, ob das ausgebaute Geschoss überhaupt als Vollgeschoss zählt, lässt sich erst anhand der im Schnitt bemaßten Raumhöhe beantworten.

Neubau oder Bestand – unterschiedliche Ausgangslagen für den Schnitt

Ob ein Schnitt neu entsteht oder einen Bestand dokumentiert, wirkt sich auf die Herangehensweise aus:

Neubau: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.

Dachgeschossausbau und Umbau: Aufmaß der bestehenden Konstruktion

Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der bestehenden Geschosshöhen und der Dachkonstruktion, damit sich Bestand und geplante Änderung im Schnitt eindeutig unterscheiden lassen.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Berlin gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen, First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dachräumen

    Insbesondere beim Dachgeschossausbau, wo die nutzbare Höhe unter der Schräge über die Nutzbarkeit einzelner Bereiche entscheidet.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Berlin – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau im Gründerzeit-Altbau

Der Schnitt zeigt Kniestock- und Firsthöhe sowie die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge – Grundlage für die Beurteilung durch die Bauaufsicht.

Einzug einer Galerieebene in ein hohes Altbau-Geschoss

Die für Gründerzeitbauten typische hohe Geschosshöhe macht eine zusätzliche Ebene möglich – der Schnitt weist die neuen Raumhöhen oben und unten nach.

Nachträgliche Dachgaube

Der Schnitt durch die Gaube zeigt, wie sich die neue Konstruktion in die bestehende Dachneigung einfügt, abgestimmt auf die zugehörige Ansicht.

Prüfung der Vollgeschossigkeit bei einem Staffelgeschoss

Erst der bemaßte Schnitt zeigt, ob die Raumhöhe des obersten Geschosses die Schwelle zum Vollgeschoss erreicht – mit Folgen für die zulässige Geschosszahl.

So entsteht Ihr Schnitt für Berlin

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Bestehende Bauakte oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse und des Dachs.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der Bauvorlagenverordnung.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das zuständige Bezirksamt zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachgeschossausbauten.

Was den Preis für einen Schnitt in Berlin beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist schneller erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche.

  • Neubau oder Bestandskonstruktion

    Ein Schnitt aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer unklaren Bestandskonstruktion.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und Kniestöcke beim Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

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