Aufteilungspläne in Aachen — bemaßt und nummeriert, auch wo der Wiederaufbau nach 1944 den Zuschnitt veränderte
Ein Aufteilungsplan ist überall in Deutschland dieselbe bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung nach § 7 WEG. Was ihn in Aachen besonders macht, ist eine Vorgeschichte, die sich von jeder anderen nordrhein-westfälischen Stadt unterscheidet: Aachen war vom 2. bis zum 21. Oktober 1944 Schauplatz der Schlacht um Aachen und wurde damit als erste deutsche Großstadt von den Alliierten eingenommen – nach vorausgegangenen Luftangriffen wurden von den damals rund 14.000 Häusern der Stadt 43 Prozent vollständig zerstört und weitere rund 40 Prozent beschädigt. Für den Aufteilungsplan zählt am Ende nicht, ob überhaupt eine Bauakte existiert, sondern ob sie zum tatsächlichen, oft seither veränderten Zuschnitt des heutigen Gebäudes passt.
- Wann Sie in Aachen einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Aachener Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Aachener Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Aachen – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Aachen
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Aachen beeinflusst
Wann Sie in Aachen einen Aufteilungsplan brauchen
Auch in Aachen ist der Aufteilungsplan keine für sich genommen genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Fachbereichs Bauaufsicht der Stadt, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung – in Aachen ohne die zusätzliche Umwandlungsgenehmigung, die Nordrhein-Westfalen bislang landesweit nicht kennt.
- Bei einem Neubau, etwa auf einer der jüngeren Neubauflächen der Stadt, lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Anders als Städte, die im Zweiten Weltkrieg vor allem Ziel von Luftangriffen waren, erlebte Aachen zusätzlich einen mehrwöchigen Bodenkampf mitten im Stadtgebiet: Nach schweren vorangegangenen Luftangriffen belagerten und eroberten alliierte Truppen die Stadt zwischen dem 2. und dem 21. Oktober 1944 im direkten Straßenkampf – die erste deutsche Großstadt, die auf diese Weise fiel. Von den damals rund 14.000 Häusern wurden 43 Prozent vollständig zerstört, weitere rund 40 Prozent beschädigt. Für die Bauakten selbst ergibt sich daraus kein einheitliches Bild: Das Stadtarchiv Aachen weist auf seiner eigenen Seite zur Archivgeschichte aus, dass die zentralen Bestände dank rechtzeitiger Auslagerung keine nennenswerten Kriegsverluste erlitten – verloren gingen dagegen zusätzliche Archivräume im benachbarten Bibliotheksgebäude, die nach dem Krieg nicht wiederhergestellt wurden. Für den Aufteilungsplan eines einzelnen Gebäudes bedeutet das: Die Akte selbst ist häufiger erhalten, als man bei diesem Zerstörungsgrad vermuten würde – doch das hilft wenig, wenn das Gebäude, das sie beschreibt, seit 1944 nicht mehr in dieser Form existiert.
Woher Ihr Aachener Aufteilungsplan stammt
Je nach Gebäude und Kriegsschicksal kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus dem Infopunkt Bauaufsicht
Für Gebäude, die den Oktober 1944 überstanden oder danach im selben Zuschnitt wiederaufgebaut wurden, führt der Infopunkt Bauaufsicht des Fachbereichs Bauaufsicht an der Lagerhausstraße die zuständige Bauakte für das gesamte Stadtgebiet – Zugang nach vorheriger Terminvereinbarung.
Aus dem Stadtarchiv Aachen
Für Gebäude, die im Krieg zerstört wurden oder deren älteste Unterlagen nicht mehr beim Fachbereich Bauaufsicht liegen, kann das Stadtarchiv weiterhelfen – mit der Einschränkung, dass ein dort gefundener historischer Plan meist nur den Vorkriegszustand zeigt und gegen den heutigen Bestand abgeglichen werden muss.
Per Vor-Ort-Aufmaß
Weicht der heutige Zuschnitt erkennbar vom gefundenen Plan ab oder ist keine verwertbare Akte auffindbar, wird das Gebäude direkt aufgenommen – nach dem hohen Zerstörungsanteil von 1944 in Aachen kein Ausnahme-, sondern ein Regelfall bei älteren Gebäuden.
Welche Unterlagen für Ihren Aachener Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel sind unterschiedliche Unterlagen von Nutzen:
- Bauakten-Anfrage mit Eigentumsnachweis und Vollmacht
Für die Einsicht im Infopunkt Bauaufsicht oder beim Stadtarchiv Aachen werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und, sofern ein Dritter die Anfrage stellt, eine Vollmacht des Eigentümers verlangt.
- Vorhandene alte Pläne oder Skizzen
Selbst ein Plan aus der unmittelbaren Nachkriegszeit hilft, den ursprünglichen Wiederaufbau-Zuschnitt nachzuvollziehen, bevor vor Ort nachgemessen wird.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Keller- und Nebenräumen, die räumlich getrennt liegen.
Aufteilungspläne in Aachen – Beispiele aus der Praxis
Innenstadtnahes Gebäude mit Vorkriegsakte und verändertem Wiederaufbau
Die im Stadtarchiv gefundene Akte zeigt ein Gebäude aus den 1920er-Jahren – das heutige Haus an derselben Adresse entstand nach den Zerstörungen von 1944 mit anderem Grundriss. Der Aufteilungsplan entsteht deshalb komplett neu per Vor-Ort-Aufmaß.
Wohnhaus am Stadtrand, von den Kämpfen kaum betroffen
Weil dieses Gebäude außerhalb des unmittelbaren Kampfgebiets der Schlacht um Aachen lag, liegt beim Infopunkt Bauaufsicht eine Akte vor, die noch zum heutigen Bestand passt. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die Einheiten-Nummerierung.
Neubauwohnung mit vollständiger digitaler Genehmigungsplanung
Für ein neu errichtetes Mehrfamilienhaus liegen die Bauunterlagen von Beginn an digital vor. Der Aufteilungsplan lässt sich unmittelbar daraus ableiten, ohne Archivrecherche oder erneute Vermessung.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Aachen
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Aachen liegt das Gewicht früh darauf, zu prüfen, ob eine gefundene Akte den Zerstörungen von 1944 und dem folgenden Wiederaufbau überhaupt standhält:
- Bauakte im Infopunkt Bauaufsicht prüfen
Wir klären, ob eine vollständige, zum heutigen Gebäude passende Akte beim Fachbereich Bauaufsicht vorliegt.
- Übereinstimmung mit dem Bestand bewerten
Selbst eine erhaltene Akte hilft nicht, wenn sie ein durch den Wiederaufbau nach 1944 verändertes Gebäude zeigt – deshalb prüfen wir vor der Übernahme, ob Plan und Bestand tatsächlich zusammenpassen.
- Bei Bedarf das Stadtarchiv Aachen einbeziehen
Reicht die laufende Akte nicht aus oder existiert sie nicht mehr, prüfen wir, ob das Stadtarchiv historische Unterlagen zum Vorkriegszustand führt.
- Fehlende Grundlage vor Ort aufnehmen
Passt keine der beiden Quellen zum tatsächlichen Bestand, wird das Gebäude direkt vermessen – als vollwertiger Ersatz, nicht nur als Ergänzung der Unterlagen.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Aachen beeinflusst
In Aachen entscheidet vor allem, ob eine gefundene Quelle den Wiederaufbau nach 1944 überstanden hat – nicht allein die Gebäudegröße:
- Übereinstimmung von Akte und heutigem Bestand
Passt eine vorhandene Akte tatsächlich zum heutigen Gebäude, ist das der günstigste Fall. Zeigt sie einen durch Kriegszerstörung oder Wiederaufbau überholten Zustand, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Ob eine Recherche im Stadtarchiv Aachen nötig wird
Bei sehr alten oder im Krieg zerstörten Gebäuden lohnt sich manchmal der zusätzliche Weg über das Stadtarchiv – das kostet Zeit, kann eine vollständige Neuvermessung aber ersparen.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Grundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Getrennt liegende Nebenräume
Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.
Alle Leistungen in Aachen
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Aachen ansehen →
Haben Sie noch Fragen?
Lassen Sie uns anfangen!
Starten Sie die Erstellung Ihres Aufteilungsplans ganz einfach hier.
