Primärenergiefaktor

Der Primärenergiefaktor ist der energieträgerspezifische Multiplikator, mit dem der Endenergiebedarf in den Primärenergiebedarf umgerechnet wird; er bildet den Aufwand für Gewinnung, Umwandlung und Transport eines Energieträgers ab.

Faktor und Ergebnis werden häufig verwechselt: Der Primärenergiebedarf ist ein Rechenergebnis in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr, der Primärenergiefaktor dagegen eine dimensionslose Kennzahl, die das Gebäudeenergiegesetz je Energieträger vorgibt. Erdgas und Heizöl liegen bei 1,1, Netzstrom bei 1,8, für Holz und andere Biomasse gelten deutlich niedrigere Werte. Bei Fernwärme hängt der Faktor vom jeweiligen Netz ab und wird vom Versorger nachgewiesen.

Für Eigentümer erklärt das, warum der Energieträger die Bewertung im Energieausweis oft stärker verändert als eine einzelne Dämmmaßnahme: Ein Heizungstausch ändert nicht nur die benötigte Energiemenge, sondern auch den Faktor, mit dem sie bewertet wird.

Ein Beispiel: Zwei baugleiche Häuser mit identischem Endenergiebedarf können im Energieausweis unterschiedlich dastehen, wenn eines an ein Fernwärmenetz mit hohem erneuerbaren Anteil angeschlossen ist und das andere mit Erdgas heizt. Am Gebäude selbst ändert sich dabei nichts — verschieden ist allein der Faktor, mit dem seine Energie bewertet wird.

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