Aufteilungspläne in Trier — aus der Bauakte des Amts für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege oder per Vor-Ort-Aufmaß rekonstruiert

Für den Aufteilungsplan gilt in Trier derselbe § 7 WEG wie überall in Deutschland – schwieriger als die Norm ist hier mitunter die Quellenlage. Die Luftangriffe vom 19., 21. und 23. Dezember 1944 zerstörten rund 41 Prozent der Stadt, mit Schwerpunkt zwischen Porta Nigra und Südallee; nur etwa 15 Prozent der damals 9.097 Wohngebäude blieben unbeschädigt. Für viele Gebäude aus dieser Zeit ist deshalb nicht mehr ohne Weiteres sicher, ob eine vollständige Vorkriegs-Bauakte erhalten geblieben ist oder ob die vorliegenden Unterlagen lediglich den Wiederaufbau zeigen. Für die praktische Arbeit heißt das: Wer für ein älteres Trierer Gebäude einen Aufteilungsplan braucht, klärt zuerst beim Amt für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege, ob überhaupt eine verwertbare Akte existiert – und ist andernfalls auf ein Aufmaß vor Ort angewiesen, unabhängig davon, ob es sich um ein Gründerzeithaus im Erhaltungssatzungsgebiet an der Saarstraße oder ein Wiederaufbaugebäude im historischen Kern handelt.

Wann Sie in Trier einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Amts für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die in Trier – wie in ganz Rheinland-Pfalz – ohne zusätzliche Umwandlungsgenehmigung auskommt, aber trotzdem einen korrekten, bemaßten Aufteilungsplan voraussetzt.
  • Bei Neubauten auf dem Petrisberg entsteht der Plan meist direkt aus der digitalen Genehmigungsplanung und lässt sich ohne aufwendige Bestandsrecherche erstellen.
Wenn die Aktenlage kriegsbedingt unsicher ist

Für Gebäude, die den Krieg überstanden oder danach neu errichtet wurden, verwaltet das Amt für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege die laufenden Bauakten. Angesichts der Zerstörung großer Teile der Innenstadt zwischen Porta Nigra und Südallee im Dezember 1944 – rund 41 Prozent der Stadt, nur etwa 15 Prozent der Wohngebäude unbeschädigt – lässt sich für ein einzelnes älteres Gebäude in dieser Lage nicht pauschal sagen, ob eine lückenlose Vorkriegsakte erhalten ist. Ob das im Einzelfall zutrifft, zeigt sich erst bei der Anfrage; oft liegt lediglich eine Dokumentation des Wiederaufbaus vor, die nicht zwingend jede spätere Veränderung erfasst. Im gründerzeitlichen Viertel zwischen Saarstraße und Südallee, das seinen historischen Charakter weitgehend bewahrt hat und heute durch eine eigene Erhaltungssatzung geschützt wird, ist die Aktenlage demgegenüber tendenziell verlässlicher. Wo die Akte nicht weiterhilft, tritt eine Vor-Ort-Vermessung des tatsächlichen Bestands an ihre Stelle.

Woher Ihr Trierer Aufteilungsplan stammt

Je nach Gebäude und Quellenlage kommt einer von zwei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des Amts für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege

Existiert eine vollständige, aktuelle Bauakte und stimmt sie mit dem heutigen Bestand überein, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – die Maße müssen dann nur noch um die durchgehende Einheiten-Nummerierung ergänzt werden.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – gerade bei Gebäuden im historischen Kern zwischen Porta Nigra und Südallee oft ohnehin der zuverlässigere Weg.

Welche Unterlagen für Ihren Trierer Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Eigentumsnachweis und Vollmacht

    Für die Akteneinsicht beim Amt für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und, wenn ein Dritter die Anfrage stellt, eine Vollmacht verlangt.

  • Vorhandene Grundrisse oder Schnitte

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige durchgehende Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen, insbesondere bei Keller- oder Nebenräumen mit ungewöhnlichem Zuschnitt.

Aufteilungspläne in Trier – Beispiele aus der Praxis

Wiederaufbauhaus mit unklarer Aktenlage im historischen Kern

Für ein Gebäude nahe der Porta Nigra liefert das Amt für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege nur einen unvollständigen Nachkriegsbestand. Der Aufteilungsplan entsteht überwiegend per Vor-Ort-Vermessung, ergänzt um die vorhandenen Planfragmente zur groben Orientierung.

Gründerzeithaus im Erhaltungssatzungsgebiet an der Saarstraße

Weil die historische Bausubstanz dort weitgehend erhalten ist, liefert die vorhandene Bauakte meist eine solide Grundlage, die lediglich um die durchgehende Nummerierung der Einheiten ergänzt wird.

Neubauwohnungen im Quartier École Maternelle auf dem Petrisberg

Für die auf dem ehemaligen Kasernenareal entstehenden Wohneinheiten liegen die Baupläne von Beginn an digital vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ohne Vermessungstermin.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Trier

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Trier liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, welche Quelle überhaupt zur Verfügung steht:

  1. Bauakte beim Amt für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege anfragen

    Wir klären zuerst, ob eine vollständige, aktuelle Akte für das konkrete Gebäude vorliegt.

  2. Datengrundlage festlegen

    Reicht die Aktenlage nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.

  3. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.

  4. Plan für Bauaufsicht und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Trier beeinflusst

In Trier entscheidet vor allem die Quellenlage über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:

  • Vollständigkeit der Bauakte

    Eine lückenlose, aktuelle Akte ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.

  • Lage: historischer Kern, Erhaltungssatzungsgebiet oder Petrisberg

    Gebäude zwischen Porta Nigra und Südallee verlangen wegen der Kriegsschäden oft mehr Sorgfalt bei der Erfassung als eine Neubauwohnung auf dem Petrisberg mit digital vorliegenden Plänen.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Altbaugrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand im fertigen Plan.

  • Zustand vorhandener Grundrisse

    Bereits bemaßte Zeichnungen aus einem früheren Aufmaß sparen gegenüber einer vollständigen Neuerfassung spürbar Zeit.

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