Aufteilungspläne in Norderstedt — die Zeichnung, die Eigentumsgrenzen festlegt

Der Aufteilungsplan ist die Zeichnung, auf die sich später jeder Streit in einer Eigentümergemeinschaft bezieht. Er legt fest, welcher Raum zu welcher Einheit gehört, und er tut das über eine durchgehende Nummerierung, die jedes Zimmer, jeden Keller und jeden Abstellraum eindeutig zuordnet. Was hier steht, wird über die Teilungserklärung Bestandteil des Grundbuchs – und ist danach nur noch mit Zustimmung aller Beteiligten zu ändern.

Für den Norderstedter Bestand hat das eine besondere Bedeutung. Die Häuser, die hier aufgeteilt werden, sind meist keine planmäßig errichteten Mehrfamilienhäuser, sondern gewachsene Ein- und Zweifamilienhäuser der Aufbaujahrzehnte. Räume wurden über die Jahre umgenutzt, Türen zugesetzt, Bäder nachgerüstet, Dachgeschosse ausgebaut. Ein Aufteilungsplan, der auf einem Plan aus der Bauzeit beruht, bildet einen Zustand ab, den es nicht mehr gibt – und legt damit Eigentumsgrenzen fest, die nicht zur Realität passen.

Wann in Norderstedt ein Aufteilungsplan gebraucht wird

Immer, wenn Wohnungs- oder Teileigentum begründet werden soll:

  • Bei der Aufteilung eines Hauses in Eigentumswohnungen.
  • Vor der Beantragung der Abgeschlossenheitsbescheinigung.
  • Für die notarielle Teilungserklärung und deren Vollzug im Grundbuch.
  • Bei nachträglicher Änderung der Aufteilung, etwa wenn Räume zwischen Einheiten wechseln sollen.
  • Wenn ein bestehender, aber unvollständiger oder veralteter Aufteilungsplan ersetzt werden muss.
Die Nummerierung ist keine Formalie, sondern die Eigentumsgrenze

Im Aufteilungsplan erhält jeder Raum die Nummer der Einheit, zu der er gehört. Diese Nummern sind kein Ordnungssystem für die Zeichnung, sondern die eigentliche rechtliche Aussage: Ein Raum mit der Nummer der oberen Wohnung gehört zum Sondereigentum dieser Wohnung, ein Raum ohne Nummer gehört zum Gemeinschaftseigentum. Bei gewachsenen Norderstedter Häusern führt das zu Fragen, die in einem planmäßigen Neubau gar nicht entstehen. Wem gehört der Abstellraum unter der Treppe, den bisher beide Parteien genutzt haben? Der Spitzboden, der nur über die obere Wohnung erreichbar ist? Die Waschküche im Keller, in der die Anschlüsse für beide Haushalte liegen? Jede dieser Fragen muss vor dem Zeichnen entschieden werden, denn sie lässt sich später nur mit Zustimmung aller Eigentümer korrigieren. Wir stellen diese Fragen deshalb ausdrücklich, bevor die Nummerierung vergeben wird – sie in der Zeichnung stillschweigend zu beantworten, wäre der bequemere, aber schlechtere Weg.

Was der Aufteilungsplan enthält

Er besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Darstellungen:

Grundrisse aller Geschosse

Vom Keller bis zum Dachgeschoss, jeweils mit der Nummerierung der Räume und den Maßen.

Schnitte

Zeigen die Zuordnung über die Geschosse hinweg – besonders wichtig bei Einheiten, die sich über mehr als ein Geschoss erstrecken.

Ansichten

Ergänzen die Darstellung des Gebäudes und ordnen die Öffnungen zu.

Nummerierungskonzept

Die durchgehende Systematik, nach der alle Räume einer Einheit dieselbe Nummer tragen – einschließlich Keller, Abstellraum und Stellplatz.

Was für die Erstellung gebraucht wird

  • Maßhaltige Bestandsaufnahme

    Aller Geschosse einschließlich Nebenräumen; im Norderstedter Bestand in der Regel neu aufzunehmen.

  • Entscheidung über die Aufteilung

    Welche Räume gehören zu welcher Einheit, was bleibt gemeinschaftlich? Diese Festlegung trifft die Eigentümerseite.

  • Angaben zu den Zugängen

    Wie ist jede Einheit erreichbar und wo liegt die abschließbare Trennung?

  • Lage der Haustechnik

    Heizung, Zähler und Anschlüsse bestimmen mit, welche Räume Gemeinschaftseigentum sein müssen.

  • Grundbuchauszug

    Klärt die aktuellen Eigentumsverhältnisse und bestehende Belastungen.

  • Vorhandene ältere Pläne

    Hilfreich als Orientierung über die ursprüngliche Struktur, aber kein Ersatz für die aktuelle Aufnahme.

Typische Norderstedter Fälle

Zweifamilienhaus mit gemeinsam genutztem Keller

Bisher hat jeder genommen, was frei war. Für den Aufteilungsplan muss jeder Kellerraum eindeutig zugeordnet oder ausdrücklich als Gemeinschaftseigentum ausgewiesen werden.

Spitzboden nur über die obere Wohnung erreichbar

Ein Raum, der ausschließlich durch eine Einheit betreten werden kann, lässt sich schwerlich als Gemeinschaftseigentum führen. Die Zuordnung sollte bewusst getroffen und nicht der Zeichnung überlassen werden.

Nachträglich ausgebautes Dachgeschoss

Der Ausbau ist nirgends gezeichnet. Vor dem Aufteilungsplan steht die Aufnahme – einschließlich der Höhen, weil daraus auch die Flächen und damit die Miteigentumsanteile folgen.

Stellplätze auf dem Grundstück

Sollen sie einzelnen Einheiten zugeordnet werden, müssen sie im Plan dargestellt und nummeriert sein – eine mündliche Absprache trägt später nicht.

So entsteht der Aufteilungsplan

  1. Aufteilung festlegen

    Wir gehen mit Ihnen Raum für Raum durch, welche Zuordnung gewollt ist – besonders bei bisher gemeinsam genutzten Flächen.

  2. Bestand aufnehmen

    Maßhaltige Aufnahme aller Geschosse, Nebenräume und Zugänge.

  3. Zeichnung erstellen

    Grundrisse, Schnitte und Ansichten mit durchgehender Nummerierung nach der festgelegten Aufteilung.

  4. Abgleich mit den Flächen

    Die Flächenberechnung wird auf denselben Bestand aufgesetzt, damit Plan und Miteigentumsanteile zueinander passen.

  5. Weitergabe

    Der Plan geht an die für die Abgeschlossenheitsbescheinigung zuständige Stelle und an den Notar.

Was den Aufwand in Norderstedt bestimmt

Der Umfang der Zeichnung richtet sich nach Gebäude und Aufteilung:

  • Zahl der Geschosse

    Jedes Geschoss ist ein eigener Grundriss, dazu kommen Schnitte und Ansichten.

  • Zahl der Einheiten

    Mehr Einheiten bedeuten mehr Zuordnungen und eine aufwendigere Nummerierung.

  • Zahl einzeln zuzuordnender Nebenräume

    Werden Keller- und Abstellräume einzeln zugeordnet, steigt der Darstellungsaufwand gegenüber einer pauschalen Zuordnung.

  • Notwendigkeit eines Aufmaßes

    Bei nachträglich veränderten Häusern der Regelfall – und der größte einzelne Posten.

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