Bemaßte Ansichten in Mannheim — Fassaden zwischen Quadratestadt und Gründerzeit-Oststadt
Eine Ansicht zeigt, was ein Grundriss nicht zeigen kann: das Gesicht eines Gebäudes zur Straße oder zum Hof. In den 144 Quadraten der Mannheimer Innenstadt bedeutet das meist eine geschlossene Blockrandfassade in dichter Reihe – oft mit gemeinsamer Traufhöhe über mehrere Parzellen hinweg, weil ein Großteil der Häuser im selben Zug nach der weitgehenden Kriegszerstörung neu entstand. In der Oststadt und der Neckarstadt dagegen stehen die aufwendiger gegliederten Gründerzeitfassaden, von denen ein erheblicher Teil unter Denkmalschutz steht. Für den Fachbereich Baurecht, Bauverwaltung und Denkmalschutz macht das einen spürbaren Unterschied: Während bei einem Quadrate-Neubau die Höhenlinie zur Nachbarbebauung im Vordergrund steht, prüft dieselbe Dienststelle bei einer denkmalgeschützten Fassade zusätzlich Fassadenmaterial, Fensterteilung und Farbgebung im Detail.
- Was eine Ansicht für Mannheim zeigen muss
- Neubau, Wiederaufbaubestand oder Denkmal – drei Ausgangslagen
- Was zu einer vollständigen Ansicht in Mannheim gehört
- Bemaßte Ansichten in Mannheim – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihre Ansicht für Mannheim
- Was den Preis für eine Ansicht in Mannheim beeinflusst
Was eine Ansicht für Mannheim zeigen muss
Die LBOVVO stellt an Ansichten dieselben formalen Grundanforderungen wie an andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der äußeren Erscheinung:
- Maßstab üblicherweise 1:100, mit vollständiger Bemaßung von Höhen und Öffnungen auf jeder vom Vorhaben betroffenen Fassadenseite.
- Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Ansichten heißt das in der Praxis: Fassadenmaterial, Farbgebung und Fensterteilung, sobald sie für die Beurteilung relevant sind.
- Bei Änderungen an bestehenden Fassaden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa ein neuer Fensterausschnitt gegenüber dem bestehenden Mauerwerk.
Weil der Fachbereich Baurecht, Bauverwaltung und Denkmalschutz beide Zuständigkeiten in einem Haus bündelt, läuft die denkmalschutzrechtliche Prüfung nicht als gesondertes Verfahren neben der Bauzeichnung her, sondern direkt mit ihr. Für eine der rund 2.800 Mannheimer Baudenkmale – häufig in der gründerzeitlich geprägten Oststadt oder Neckarstadt, seltener im weitgehend wiederaufgebauten Innenstadtbereich – verlangt das eine Ansicht, die über die reine Maßangabe hinausgeht: Fensterteilung, Sprossenbild, Fassadenmaterial und Farbton müssen so dargestellt sein, dass sich die Vereinbarkeit mit dem schützenswerten Erscheinungsbild beurteilen lässt, bevor überhaupt über die eigentliche bauliche Änderung entschieden wird.
Neubau, Wiederaufbaubestand oder Denkmal – drei Ausgangslagen
Womit die Ansicht beginnt, hängt stark davon ab, wo in Mannheim das Gebäude steht:
Neubau auf einer Konversionsfläche
Bei einem Vorhaben auf Franklin, Spinelli, Turley oder Taylor entstehen die Ansichten aller Fassadenseiten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus einer Planung – Öffnungen, Materialien und Höhen sind von vornherein aufeinander abgestimmt.
Wiederaufbaubestand in den Quadraten
Bei einem Anbau, Fenstertausch oder einer Dachgaube an einem Nachkriegsgebäude braucht es zunächst ein Aufmaß der betroffenen Fassadenseite oder die passende Akte aus dem MARCHIVUM, damit sich Bestand und geplante Änderung eindeutig unterscheiden lassen.
Denkmalgeschützte Fassade in Oststadt oder Neckarstadt
Hier reicht das reine Aufmaß meist nicht aus – zusätzlich werden Materialbeschaffenheit und Gliederung dokumentiert, damit der Fachbereich das Vorhaben im selben Zug bauaufsichtlich und denkmalschutzrechtlich beurteilen kann.
Was zu einer vollständigen Ansicht in Mannheim gehört
Eine einzelne Fassadenzeichnung reicht selten – gefragt ist ein auf Grundriss und Schnitt abgestimmter Satz:
- Ansichten aller betroffenen Fassadenseiten
Bemaßt im üblichen Maßstab 1:100, mit Höhen, Öffnungen und – wo relevant – Material- und Farbangaben.
- Abgestimmter Grundriss und Schnitt
Damit Maße, Geschosshöhen und Öffnungspositionen zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.
- Denkmalschutzrechtliche Zusatzangaben
Bei einem der rund 2.800 Baudenkmale werden Fassadenmaterial und Fensterteilung so dokumentiert, dass die Vereinbarkeit mit dem Bestand beurteilbar ist.
Bemaßte Ansichten in Mannheim – Beispiele aus der Praxis
Fenstertausch an einer Gründerzeitfassade in der Oststadt
Neue Fensteröffnungen müssen in der Ansicht mit Sprossenbild und Rohbaumaßen im Vergleich zum Bestand dargestellt werden – Grundlage für die gemeinsame bauaufsichtliche und denkmalschutzrechtliche Prüfung.
Anbau an einer Wiederaufbau-Fassade in einem Quadrat
Weil das heutige Gebäude selbst ein Nachkriegsbau ist, liefert die Bauakte im MARCHIVUM meist eine direkt verwertbare Grundlage für die bestehende Fassade.
Neubaureihe auf der Konversionsfläche Spinelli
Die Ansichten aller Fassadenseiten entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, einheitlich für die gesamte neu entstehende Häuserzeile.
So entsteht Ihre Ansicht für Mannheim
Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:
- Betroffene Fassadenseiten und Lage klären
Welche Seiten sind vom Vorhaben sichtbar betroffen, und liegt das Gebäude in den Quadraten, in Oststadt/Neckarstadt oder auf einer Konversionsfläche.
- Bauakte im MARCHIVUM oder Aufmaß als Grundlage
Für Gebäude ab 1945 meist direkt aus dem zentralen Archivbestand, sonst per Vor-Ort-Aufmaß der betroffenen Fassade.
- Ansicht bemaßt erstellen
Im üblichen Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der LBOVVO.
- Bei Baudenkmalen Material und Gliederung ergänzen
Zusätzliche Angaben zu Fassadenmaterial, Fensterteilung und Farbgebung für die denkmalschutzrechtliche Beurteilung.
- Für den Fachbereich zusammenstellen
Digital über das virtuelle Bauamt Baden-Württemberg an den Fachbereich Baurecht, Bauverwaltung und Denkmalschutz.
Was den Preis für eine Ansicht in Mannheim beeinflusst
Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Ansicht:
- Zahl der betroffenen Fassadenseiten
Eine einzelne Straßenansicht im Blockrand ist schneller erstellt als mehrere Seiten bei einem freistehenden Gebäude auf einer Konversionsfläche.
- Neubau oder Bestandsfassade
Eine Ansicht aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer unklaren Bestandsfassade in den Quadraten.
- Denkmalschutzrechtliche Zusatzangaben
Bei einem Baudenkmal in Oststadt oder Neckarstadt braucht es oft zusätzliche Angaben zu Material und Fensterteilung, die über die reine Bemaßung hinausgehen.
- Zustand vorhandener Bauakten
Fehlt eine verwertbare Zeichnung im MARCHIVUM, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Ansicht entstehen kann.
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