Aufteilungspläne in Mannheim — bemaßt, nummeriert und jenseits der 90-Prozent-Zerstörung der Quadrate rekonstruiert
Ein Aufteilungsplan folgt in Mannheim denselben bundesweiten Anforderungen nach § 7 WEG wie überall. Schwieriger als die Norm ist oft die Quellenlage: Mannheims Innenstadt mit den weltbekannten Quadraten wurde bei rund 150 Luftangriffen zwischen Dezember 1940 und März 1945 zu weit über 90 Prozent zerstört – allein in der Nacht vom 5. auf den 6. September 1943 fielen rund 6.000 Gebäude, gut die Hälfte des damaligen Stadtgebiets. Das zentrale Bauaktenarchiv der Stadt, das MARCHIVUM, führt seinen durchsuchbaren Bestand konsequent erst für Gebäude, die nach 1945 errichtet oder umgebaut wurden – für viele Adressen in den Quadraten ist das ohnehin die einzig relevante Akte, weil das dort heute stehende Gebäude selbst ein Wiederaufbau ist.
- Wann Sie in Mannheim einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Mannheimer Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Mannheimer Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Mannheim – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mannheim
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mannheim beeinflusst
Wann Sie in Mannheim einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Fachbereichs Baurecht, Bauverwaltung und Denkmalschutz, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die in Mannheim ausschließlich im Geltungsbereich der sozialen Erhaltungssatzung Jungbusch zusätzlich eine Umwandlungsgenehmigung voraussetzen kann.
- Bei Neubauten, etwa auf einer der Konversionsflächen Franklin, Spinelli, Turley oder Taylor, entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Die Mannheimer Innenstadt mit den 144 Quadraten gehörte zu den am stärksten zerstörten Stadtgebieten Deutschlands: Nach rund 150 Luftangriffen zwischen Dezember 1940 und März 1945 lagen die Innenstadt und angrenzende Viertel zu weit über 90 Prozent in Trümmern, allein der Großangriff vom 5./6. September 1943 zerstörte rund 6.000 Gebäude. Für den Aufteilungsplan hat das eine unmittelbare Konsequenz: Ein Großteil der heute in den Quadraten stehenden Gebäude ist selbst ein Wiederaufbau der Nachkriegsjahre, oft auf der historischen Parzelle, aber mit neuer Konstruktion. Das MARCHIVUM als zentrales Bauaktenarchiv der Stadt führt seinen Bestand konsequent für Gebäude ab 1945 – was auf den ersten Blick wie eine Lücke aussieht, deckt sich in der Praxis meist genau mit dem Baujahr des tatsächlich vorhandenen Gebäudes. Schwieriger wird es bei den selteneren Fällen, in denen ein Gebäude den Krieg überstanden hat oder seither mehrfach verändert wurde, ohne dass die Akte fortgeschrieben ist – hier hilft nur der Abgleich vor Ort.
Woher Ihr Mannheimer Aufteilungsplan stammt
Je nach Baualter und Zustand der Unterlagen kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der Bauakte des MARCHIVUM
Für Gebäude, die nach 1945 errichtet oder umgebaut wurden, ist der zentrale Bestand des MARCHIVUM meist die schnellste und zuverlässigste Quelle – bei rund 170.000 erfassten Aktentiteln lässt sich die passende Akte in der Regel gezielt recherchieren, telefonisch vorab angefragt oder direkt im Lesesaal eingesehen.
Aus digitalen Plänen von Neubauprojekten
Für Wohneinheiten auf den Konversionsflächen Franklin, Spinelli, Turley oder Taylor liegen die Baupläne von Beginn an digital vor und lassen sich unmittelbar als Grundlage für den Aufteilungsplan weiterverwenden.
Per Vor-Ort-Vermessung
Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der heutige Bestand erkennbar vom historischen Planstand ab – etwa bei einem der wenigen Gebäude, die den Wiederaufbau überdauert und seither mehrfach verändert wurden –, wird das Gebäude direkt aufgenommen.
Welche Unterlagen für Ihren Mannheimer Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel:
- Bauakte mit Eigentumsnachweis
Für die Recherche und Einsicht beim MARCHIVUM wird üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis verlangt; bei Anfragen durch Dritte zusätzlich eine Vollmacht der Eigentümerin oder des Eigentümers.
- Vorhandene Grundrisse oder Schnitte
Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Kellerräumen und Stellplätzen, die räumlich vom Hauptgebäude getrennt liegen.
Aufteilungspläne in Mannheim – Beispiele aus der Praxis
Wiederaufbaugebäude in einem Quadrat der Innenstadt
Das heutige Gebäude wurde nach der weitgehenden Zerstörung der Quadrate in den 1950er-Jahren neu errichtet. Die zugehörige Bauakte im MARCHIVUM beginnt entsprechend erst mit dem Wiederaufbau und lässt sich – anders als bei einer vor dem Krieg errichteten Adresse – ohne zusätzliche Archivsuche direkt als Grundlage für den Aufteilungsplan nutzen.
Selten erhaltenes Vorkriegsgebäude mit späteren Umbauten
Eines der wenigen Gebäude, die den Wiederaufbau der Innenstadt überdauert haben, wurde seither mehrfach innen verändert, ohne dass jede Anpassung in der Akte dokumentiert ist. Ein Aufmaß vor Ort klärt den heutigen Bestand zuverlässiger als die lückenhafte historische Zeichnung.
Neubauwohnung auf der Konversionsfläche Franklin
Für eine Wohnung im ehemaligen US-Kasernenareal liegt der Grundriss von Anfang an als digitale Bauvorlage vor und lässt sich unmittelbar für den Aufteilungsplan weiterverwenden, ohne Archivrecherche im MARCHIVUM.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mannheim
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Mannheim liegt das Gewicht auf dem ersten Schritt – der Prüfung, ob eine Bauakte existiert und ob sie überhaupt zum tatsächlich vorhandenen, oft im Wiederaufbau entstandenen Gebäude passt:
- Bauakte beim MARCHIVUM recherchieren
Wir klären telefonisch oder schriftlich, ob für die betroffene Adresse eine Bauakte im zentralen Bestand des MARCHIVUM vorliegt – bei den meisten Gebäuden in den Quadraten deckt sich das Baujahr ohnehin mit dem ab 1945 geführten Bestand.
- Abgleich mit dem heutigen Bestand
Gerade bei Gebäuden, die den Wiederaufbau der Innenstadt überdauert haben, wird geprüft, ob der Planstand mit der tatsächlichen Bausubstanz noch übereinstimmt.
- Datengrundlage festlegen
Reicht die Akte nicht aus oder weicht sie vom Bestand ab, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.
- Plan für Fachbereich und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mannheim beeinflusst
In Mannheim entscheidet vor allem, ob das heutige Gebäude ein Wiederaufbau ist und ob die zugehörige Akte im MARCHIVUM lückenlos erfasst ist – nicht allein die Gebäudegröße:
- Baujahr vor oder nach 1945
Für Gebäude aus der Wiederaufbauzeit ist die Bauakte im MARCHIVUM meist direkt auffindbar. Für die selteneren erhaltenen Vorkriegsgebäude kann zusätzlicher Rechercheaufwand oder eine Vor-Ort-Vermessung nötig werden.
- Übereinstimmung von Bauakte und heutigem Bestand
Wurde ein Gebäude seit seiner Errichtung mehrfach innen verändert, ohne dass die Akte fortgeschrieben wurde, reicht die vorhandene Zeichnung allein oft nicht mehr aus.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Grundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Getrennt liegende Nebenräume
Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.
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