Aufteilungspläne in Kaiserslautern — bemaßt und nummeriert, oft ohne lückenlose Vorkriegsakte

Ein Aufteilungsplan ist überall in Deutschland dieselbe Bauzeichnung mit denselben Anforderungen nach § 7 WEG: Er weist jede Einheit durchgehend nummeriert aus und grenzt Sondereigentum eindeutig vom Gemeinschaftseigentum ab. Was ihn in Kaiserslautern häufiger als in vielen anderen Städten von einer reinen Aktenrecherche unterscheidet, ist die Quellenlage: Weil die Innenstadt im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört wurde, sind ältere Bauunterlagen für zahlreiche Gebäude nicht mehr vollständig vorhanden. Wer ein Bestandsgebäude aus der Zeit vor 1945 oder aus den unmittelbaren Wiederaufbaujahren in Wohnungseigentum aufteilen möchte, kommt deshalb öfter als in unzerstört gebliebenen Städten nicht um eine aktuelle Vor-Ort-Vermessung herum, bevor der eigentliche Aufteilungsplan entstehen kann.

Wann Sie in Kaiserslautern einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Referats 63.2, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die in Kaiserslautern nach aktuellem Kenntnisstand ohne ein zusätzliches landesrechtliches Umwandlungsverbot auskommt.
  • Bei Neubauten, etwa am Betzenberg, entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne aufwendige Bestandsrecherche erstellen.
Wenn die historische Akte fehlt statt nur veraltet zu sein

In Städten, die den Zweiten Weltkrieg ohne größere Zerstörung überstanden haben, besteht die Herausforderung meist darin, dass eine an sich vollständige Akte nur den ursprünglichen Errichtungszustand zeigt. In Kaiserslautern kommt häufig eine zusätzliche Stufe hinzu: Für viele Gebäude, die im Krieg beschädigt oder zerstört und danach wiederaufgebaut wurden, existieren gar keine durchgehenden Bauunterlagen aus der Zeit vor der Zerstörung mehr, und auch die Wiederaufbauunterlagen selbst sind nicht in jedem Fall vollständig überliefert. Maßgeblich für den Aufteilungsplan ist ohnehin ausschließlich der heutige, tatsächliche Bestand – wo dafür keine Aktengrundlage existiert, tritt von vornherein eine Vor-Ort-Vermessung an ihre Stelle, statt erst nach einer erfolglosen Archivsuche nachgeholt zu werden.

Woher Ihr Kaiserslauterer Aufteilungsplan stammt

Je nach Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von zwei Wegen infrage:

Aus vorhandener Genehmigungsplanung bei Neubauten

Bei jüngeren Gebäuden, etwa im geplanten Betzenberg-Quartier, liegen die Bauunterlagen meist bereits digital und aktuell vor und lassen sich direkt für den Aufteilungsplan verwenden.

Per Vor-Ort-Vermessung bei Bestandsgebäuden

Ist keine verwertbare Bauakte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom letzten dokumentierten Zustand ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – bei Wiederaufbaugebäuden häufig ohnehin der zuverlässigste Weg.

Kombination aus Teilunterlagen und ergänzendem Aufmaß

Liegen einzelne, aber nicht vollständige Pläne vor – etwa nur für einzelne Geschosse oder aus unterschiedlichen Bauphasen –, werden die Lücken gezielt per Vor-Ort-Vermessung geschlossen, statt das gesamte Gebäude neu aufzunehmen.

Welche Unterlagen für Ihren Kaiserslauterer Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Vorhandene Bauakte oder Bestandsunterlagen

    Auch unvollständige oder aus der Wiederaufbauzeit stammende Pläne verkürzen die Erstellung, selbst wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Kellerräumen, die räumlich von der Wohnung getrennt liegen.

  • Eigentumsnachweis

    Aktueller Grundbuchauszug oder vergleichbarer Nachweis, dass die Aufteilung durch die berechtigte Person veranlasst wird.

  • Angaben zum Baujahr und zur Bauepoche

    Ob es sich um ein Vorkriegsgebäude, einen Wiederaufbaubau oder einen modernen Neubau handelt, hilft bei der Einschätzung, welcher Weg zum Aufteilungsplan realistisch ist.

Aufteilungspläne in Kaiserslautern – Beispiele aus der Praxis

Wiederaufbau-Mehrfamilienhaus ohne durchgehende Bauakte

Für ein Gebäude aus den Nachkriegsjahrzehnten lässt sich keine vollständige historische Zeichnung mehr auffinden – der Aufteilungsplan entsteht direkt aus einer aktuellen Vor-Ort-Vermessung.

Vorkriegsgebäude mit mehrfach veränderter Raumaufteilung

Wurden Wände über Jahrzehnte versetzt, ohne dass eine durchgehende Akte fortgeschrieben wurde, ist ausschließlich der heutige, tatsächliche Bestand für den Aufteilungsplan maßgeblich.

Neubauprojekt im künftigen Betzenberg-Quartier

Die Bauunterlagen liegen vollständig digital vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.

Zusammengelegte Wohnungen in einem älteren Gebäude

Wurden zwei benachbarte Einheiten zusammengeführt, zeigt eine ältere Akte – sofern überhaupt vorhanden – einen Zuschnitt, den es so nicht mehr gibt; maßgeblich bleibt der aktuelle Bestand.

Gemischt genutztes Gebäude mit Ladenlokal im Erdgeschoss

Bei einem Haus mit Gewerbefläche im Erdgeschoss und Wohnungen darüber wird jede Einheit einzeln erfasst und nummeriert, unabhängig davon, ob für den gewerblichen oder den Wohnbereich noch ältere Unterlagen vorliegen.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Kaiserslautern

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Kaiserslautern liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, ob überhaupt eine verwertbare Bestandsunterlage existiert:

  1. Vorhandene Unterlagen prüfen

    Wir klären, ob eine Bauakte oder ein früheres Aufmaß vorliegt und ob es den heutigen Bestand noch zeigt.

  2. Datengrundlage festlegen

    Reicht die vorhandene Unterlage nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.

  3. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Kellerflächen.

  4. Sonder- und Gemeinschaftseigentum abgrenzen

    Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als Gemeinschaftseigentum gekennzeichnet.

  5. Plan für Referat 63.2 und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Kaiserslautern beeinflusst

In Kaiserslautern entscheidet vor allem die Verfügbarkeit einer verwertbaren Bestandsunterlage über den Aufwand, nicht allein die Gebäudegröße:

  • Verfügbarkeit einer verwertbaren Bauakte

    Fehlt sie – wegen der Kriegszerstörung der Innenstadt keine Seltenheit –, muss der gesamte Bestand per Vor-Ort-Vermessung neu erfasst werden.

  • Baujahr und Bauepoche

    Wiederaufbaugebäude mit mehrfach veränderter Nutzung verlangen häufig mehr Erfassungsaufwand als ein regelmäßig geschnittener Neubau.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Kellerflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.

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